Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 7)
- Language
- German
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393 גוף und ,גרד scheinen gleichbedeutende Synonyme zu sein, und sind nichts weniger als quellenbezeichnend. Wenn man sämtliche Stellen berücksichtigt, so findet man keinen einzigen Parallelismus mit gewechseltem Ausdruck. Nur an ganz wenigen Stellen, die von kultueller Unreinheit sprechen, findet man גרה u. z. zur Bezeichnung des menschlichen Organismus in seiner Totalität. A. gibt fast sämtliche Stellen. Will man hingegen die Begriffe: Person, Körper, Rumpf usw. ausdrücken, so' wird immer גוף, niemals גויה gebraucht. Zu ,,Person‘6 vgl. Abot 117, 46. Am meisten wird גוף im Sinne von Körper gebraucht, häufig zum Nachdruck in Antithesen, wie z. B. Körper und Körperteile: Sabb.20s, Ghag 25, Jeb 163, Sota 17, 73, 93, Eduj 32, Bechor Neg 1310, 74, Para 98—9, 126, Zab 44, Jad 34. — Der Körper im Gegensatz zu außenstehenden Gegenständen vgl. Pessach 77, B. K. 8״ Zebäch 132, Mikw 108, Zab 44. Vor manchen Stichworten fügt der Verfasser selbst ein Fragezeichen hinzu. Eine eingehende Besprechung sämtlicher Punkte würde den Rahmen dieses Aufsatzes überschreiten. Zu dem bereits Gesagten darf noch hinzugefügt werden, daß die Untersuchungen A.’s nicht nur viel fleißig und planvoll zusammengestelltes Material bieten, sondern auch wertvolle Versuche zur Lösung von offenen Fragen, die in den Kreis der Misehnaredaktion gehören. Man muß dem Verfasser nicht in allen Punkten beistimmeh, aber Scharfsinn und gewandte Handhabung der Texte kann ihm nirgends abgesprochen werden. Man beachte seine polemischen Notizen gegen Hoffmann und seine von gutem Spürsinn zeugenden Vermutungen und einleuchtenden Nachweise, die er dem heftigen Halewy, dem Wolf der חכמי אשכנז entgegenhält. __ M. Guttmann. Adolph Büchler: Types of Jewish-Palestinian Piety from 70 b. c. e. to 70 c. e. (The Ancient Pious Men). London 1922. (264 S.) Der das gesamte talmud. Schrifttum und die für die Zeit von Pompejus Eroberung bis zum Untergang des Staates in Betracht kommenden griech.- jüd. Schriften gründlich beherrschende Verf. hat in diesem Buche in überaus dankenswerter Weise das Material zur Kennzeichnung der wahren Geistesart der חסידים הראשונים und der אנשי מעשה in Palästina züsammenzufassen versucht. Es ist dadurch vielfach die Möglichkeit geschaffen, die ganz schiefen Vorstellungen nichtjüdischer Theologen über die religiösen Strömungen im Judentum im sog. ,,neutest. Zeitalter“ zu berichtigen. Indem er im Vorwort besonders auf Boussets Buch Bezug nimmt, das wegen dei UnVertrautheit dieses Gelehrten mit der rabbinischen Literatur und der Unterlassung, auch nur die in deutscher Sprache ihm zugänglich gewesenen Vorarbeiten zu benutzen, zu unrichtigen Ergebnissen gelangt ist (seitdem hat Prof. G. Foot Moore bekanntlich in einer meisterhaften Monographie die Fehlerhaftigkeit der meisten Arbeiten christlicher Forscher über das Judentum nachgewiesen), behandelt er in vier Kapiteln: I. Hillel als Chassid (man kann abweichender Meinung darüber sein, ob der Nachruf הי עניו הי חסיד dazu berechtigt, ihm diese Bezeichnung als eine sektenmäßige beizulegen; stimmt man dem zu, so scheint mir in der Anwendung des Satzes גמר נפשו איש חסד auf ihn Waj.r. 33 ein Stützpunkt gegeben, vergl. die Deutung Taanith 11b איש חסד חסיד =, was mit dem bibl. Gebrauch Jes 57־! parallel Micha 72 übereinstimmt); II. die alten ״frommen Männer66 (Verf. gelangt zum Ergebnis, daß die Chassidim keineswegs mit den Essäern identifiziert werden können; sie waren verheiratet und Familienväter); III. die frommen Männer in den Psalmen Salomos; IV. Choni hameagel. Zu einzelnen Ausführungen finde ich folgendes zu. bemerken: S. 7—8. Es ist ganz richtig, daß חסיד in den Psalmen vielfach den frommen, in jeder Not nur auf Gott vertrauenden Mann bedeutet. Man kann daher aber nicht sagen, daß die Bezeichnung für Menschen ebenso wie für