Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur Terminologie der jüdischen Alchemie
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 367 (sequence 4)
- Language
- German
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367 Deckwort der //afa versteht — wobei der Verfasser unter dieser massa auffallenderweise kein ä&juovr sondern den alchemistischen Sauerteig versteht, da er ihr den Charakter eines ö£6s (einer Säure, eines himmus) zuschreibt —, ferner aus solchen Stellen wie Lev. r. sectio 29 Änf.: ,,Gott knetete (גבל) die Erdmasse zusammen, um den Menschen zu bilden"; Exod. r. sect. 30, 125a: ״ האלהים גבל את־ העולםGott knetete die Welt zusammen, um den Menschen zu formen“, zusammengehalten mit gewissen sehr alten, ganz deutlich alchemistisehen Ueberlieferungen über die Zusammensetzung des Menschen, bezw. des kosmischen Urmenschen, aus den verschiedenen Metallen* 1, erschloß ich seinerzeit, daß der Begriff des Knetens, Zusammenrührens, Teiganmachens (gibbul fidaaetw) bei den alten jüdischen Adepten eine nicht unerhebliche Bedeutung besessen haben muß, und daß hinter dem schon bei En Nedim im Fihrist p. 354 ff.)v als mythisch und ungeschichtlich bezeichneten Alchemisten el Gabir der Araber, dem mehr als 200 verschiedene derartige Schriften zugeteilt werden — bezw. dem ״Liber Geber“ eines selbständigen nur lateinisch erhaltenen Schriftenkorpus irgend ein Titel wie *yjSefer Gibbul“ oder *״Sefer Gabbal“ — einer verlorenen jüdisch-aramäischen Schrift oder Schriftgruppe stecken könnte. Das r im arabischen Gabir schien auf Vermittelung durch eine persische Uebersetzung zu deuten (das persische hat bekanntlich kein Z), im lateinischen Griechisch für Mirjaml) Bücher sind ganz deutlich als jüdisch-ägyptische Erzeugnisse einer bestimmten Richtung zu erkennen, die die ägyptischen Offenbarungsträger ״Isis“ und ״Hermes“ ins Jüdische zu übertragen versuchen; genau so wie ״Komaräos“ (־= כ!&ר babyl. amel Kamiru — ״Zauberer“) eine syrisch-heidnisch alchemistische Richtung, ״Ostanes“ die persische Tradition vertritt. Wenn Scholem S. 25 sagt: ״die Alchemisten lieben . . . . jüdische Autoritäten größtenteils pseudepigraphischer Natur an zu״ führen“, so ist dagegen zu beachten, daß nur j ü d i s c h e , bezw. Christliehe, an die Benützung des A. T.s gewöhnte Alchemisten zu diesem Verfahren veranlaßt sein konnten. Den Nichtjuden, bezw. Nichtchristen — Syrern, Aegyptern, Persern, Griechen — konnte eine Berufung auf Moses, Mirjam, Cham, Seth, Adam u. dgl. m. nicht in den Sinn kommen. Nicht nur Lippmann, sondern auch alle anderen Kenner sind in der Annahme eines bedeutenden Einflusses der alexandrinischen Juden auf die Entwickelung der Alchemie durchaus einig. Selbstverständlich müssen dabei als Juden auch die zahlreichen Proselyten und Halbproselyten (cpoßoüjj-svot tov 9-eöv) und die Ln heidnische Mysterien eingeweihten Israeliten (׳csA.taxop.evot, s. LXX — Einschub zu Deut 23, 18(17); vgl. Eisler, Orpheus und Orphisch-Dionysisches in der christlichen Antike, Leipzig 1925, S. 394, 1) gezählt werden. 1 Plato, Republ. 414c, 415a (ausdrücklich als orientalische Ueberlieferung): 6 freoc Ttkchztov oaot piv upubv Ixavoi apyeiv ypoaovsv ׳cif ץ s via s t aovepujsv aito t;, . .. oaot ff «tfxoüpoi ä p ט ך p 0 v t atSrjpov hk xat yaXxöv toTc ts ז0ץ^80ן<; xal Tote ahXov; SrjpitoopYoTe. Dazu Origenes c. Cels. VI 22 Migne P6 XI 1324 II S. 92j0 ff. K, wo die Seele beim Durchgang durch die Planetensphären Eigenschaften der Planetenmetalle (Kpovo«; - p.0X0ßB0;- ßpaBoTYj(;; ״Acppo&iTYjxaaatTepov - p.cd.axöv. Zsuc-ya^os -aTeppd;?Epp.yjc - otforjpov- XPY]p.aTtaT1xov usw.) empfängt. Endlich die persische Lehre im Minoy> 27, 18, daß aus dem Leib des getöteten Gottmenschen die sieben Metalle hervorgegangen seien. All das — wozu die von Scholem 0. S. 24 f. erörterten Spekulationen über die Statue aus den verschiedenen Metallen in der Daniel Vision zu vergleichen sind ־־־ läßt sich mit Hilfe deru. S. 370,2 erwähnten neuen Keilschriftfunde jetzt auf die babylonische Theorie der Metallembryonen (babyl. Jcupu, isbu, hebr. golem; lat. homunculus, gr. dv9־pu>7cap10v) zurückzuführen.