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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 6 · p. Seite 360

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 6
Article
Zur Geschichte der Juden in Alexandreia
Date
1925-01-01
Page
Seite 360 (sequence 4)
Language
German
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360 und Leo Fuchs, Die Juden Aegyptens in ptolemäischer und römischer Zeit► Wien 1924. S. 84—105). Uebrigens spricht Philon nirgends davon, daß die Juden das alexandrinische Bürgerrecht besessen oder erstrebt hätten — 7zoktTsta bedeutet bei ihm vielmehr regelmäßig (wenn es nicht noch stärker verblaßt ist) soviel wie ,,politische Stellung“ —, und auch dieses argumentum e silentio spricht gegen Josephus' Angabe, von dem wir außerdem nicht einmal mit Bestimmtheit wissen, ob er überhaupt in Alexandreia gewesen ist. Das 7zoXheupa hat also sicherlich noch in dieser Zeit bestanden; eine Bestätigung dafür ist die von Philon (Flacc. 10) erwähnte?spooma. Wenn das Wort TzoXheupa bei Josephus und Philon nicht mehr vorkommt, so scheint daraus hervorzugehen, daß die Bezeichnung sich geändert hat; sachlieh aber setzen beide seine Existenz voraus. Wenn den Juden verboten wird, Volksgenossen aus dem übrigen Aegypten oder aus Syrien, wo ja ebenfalls zahlreiche Juden wohnten (damit ist wohl auch Judaia gemeint), heranzuziehen, so darf man daraus wohl eine Unterstützung des letzten Aufstandes von dorther folgern. Das Verbot wird in der uns erhaltenen Literatur nie erwähnt, ebensowenig hören wir, daß den Juden Syriens oder Aegyptens der Verkehr mit oder die Ansiedlung in Alexandreia jemals untersagt worden wäre; vielmehr finden sich in der talmudischen Literatur eine ganze Anzahl von Stellen, die eine Handels Verbindung zwischen Jerusalem und Alexandreia bezeugen (vgl. Fuchs, S. 55), und selbst nach dem Falle von Masada 73 flohen zahlreiche Sikaxier nach Aegypten, wo sie unangefochten lebten, bis sie einen Aufstand zu erregen versuchten (Jos. B VII, 10). Das Verbot muß also bald nach 41 außer Kraft gesetzt oder in Vergessenheit geraten sein. [Hierbei, wie S. Reinach will, an die Christen zu denken, liegt keinerlei Grund vor, ebensowenig, in der Entstehung des Briefes mit Laqueur zwei Phasen zu unterscheiden und den Passus auf die Juden .Roms zu beziehen.] Der Brief stimmt also sachlich durchaus mit dem von Josephus mitgeteilten Edikt überein, auf das zudem deutlich hingewiesen wird; damit fällt jeder Zweifel an dessen Echtheit, wie er zuletzt noch von A. Stein (Untersuchungen zur Geschichte und Verwaltung Aegyptens unter römischer Herrschaft. Stuttg. 1915, S. 162) erhoben worden war. — Der Wortführer der Alexandriner, dessen vollen Namen C. Julius Dionysius Theonis f. wir aus dem Eingang des Briefes erfahren, war uns auch bisher schon als Judenfeind aus Philon (Flacc. 4, 20) und einem Papyrus (P. Oxy. VIII, 1089, vgl. v. Premerstein, Philologus Suppl. XVI, 2) bekannt; der Brief zeigt mithin von neuem, daß unsere Ueberlieferung über die alexandrinisehen Unruhen zwar lückenhaft, aber im allgemeinen recht zuverlässig ist. Die Schärfe der letzten Worte auf der einen und die höfliche Form, in der im selben Brief den Alexandrinern ihre Auffassung vom Ausbruch der Kämpfe bestritten wird, auf der andern Seite erklären sich wohl daraus, daß es ein Hauptzweck des Briefes war, die von den Hellenen für den Kaiser beschlossenen Ehren anzunehmen

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