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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 6 · p. Seite 343

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 6
Article
Messianismus und Mysterienreligion
Date
1925-01-01
Page
Seite 343 (sequence 7)
Language
German
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343 25. Kislew erklären—, so überflüssig und beispiellos wäre im Judei1L tum die Verlegung eines t r a u r i g e n Ereignisses auf einen Freu d e n t a g. Zur ,,Entgiftung*' hätte die Verlegung der Weihe auf den 25. Eislew ja genügt. Will man weiter behaupten, daß Antiochos diesen Tag aus besonderem Anlaß gewählt habe, daß er also einen heidnischen Feiertag beging, der im Jahre 168 auf den 25. Kislew des jüdischen Mondjahres fiel, so ist dagegen nichts ein1 zuwenden. Nur beweist ein Schritt des Antiochos Epiphanes, zumal einer, den er zum Tort aller überlieferungstreuen Juden tat; nichts für den jüdischen Volksglauben. Und die Festhaltung des .Tages durch die Makkabäer ist ganz gewiß nicht aus Rücksicht auf die Götter des Antiochos erfolgt. Aber es besteht natürlich auch die Möglichkeit, daß es im alten Israel ein Winterfest gab und daß es die Makkabäer mit ihrem Einweihungsfest verbanden, ,,wie die Einweihung des salomonischer! Tempels an das Laubhüttenfest angeschlossen wurde"1. So hat einer der besten Kenner der Midraschliteratur — ohne WellhausenS Aufsatz heranzuziehen und ohne seinerseits bei Norden und Kittel Beachtung zu finden — aus manchen Aggadastellen schließen zu dürfen geglaubt, daß Chanukka ein sehr altes Wintersaatfest gewesep sei2. Uns kann hier hur die Frage beschäftigen, ob dies Volksfest, falls es ein solches gab, einen solaren Charakter trug. In der Tat mag es —nicht nur christlichen Gelehrten—naheliegen,;nachdem Useners Zurückführung des Weihnachtsfestes auf die Sonnenwende sich anscheinend durchgesetzt hat, den 25. Kislew ebenso zu deuten wie den 25. Dezember. Aber der zweiten Dezemberhälfte entspricht gar nicht der Kislew, sondern weit eher der Te bet; während der letzten 19 Jahre fiel der 25. Kislew fünfzehnmal vor die Sonnenwende, viermal auf sie oder nach ihr3; kein Wunder, daß in mischnischen Quellen die winterliche Wende die Wende des Tebet heißt4. Und Avas den Ritus anlangt, so spricht die Anzündung von Lichtern, die zwar erst aus dem ersten nachchristliehen Jahrhundert bezeugt ist, aber sehr wohl älter sein kann5, nicht eindeutig für eine Sonnwendfeier — sie ist auch für den Ritus des Wasserschöpfens am Hüttenfeste überliefert, der offenbar eine Fruchtbarkeitsfeier darstellt6 —, dagegen ist die achttägige Dauer und auch die Verwendung von Pflanzengewinden, die mindestens für die erste Abhaltung gut bezeugt ist7, bei einem solaren 1 Aptowitzer, Kain und Abel, Wien und Leipzig 1922, 36. 2 Aptowitzer 33 ff., dessen Vermutung mir freilich an dem Festritus keine Stütze zu finden scheint. 3 Die Daten sind: 1, 18, 8, 26, 16, 5, 24, 13, 2, 20, 19/XII, 29/XI, 17, 6, 26, 15, 3, 22, 12/XII. 4 Belege in den Wörterbüchern. 6 Anders Krauß REJ XXX (132; (;905־ ff.; Leszyn.sky, MGWJ 1911,• 404>, deren Ansicht mir nicht zwingend erwiesen scheint;ipimerhin ist es nicht richtig, wenn Norden und Kittel so verfahren, als ob der frühe Ursprung :des Lichtzündens überliefert sei. Grünwald im Jahrbuch für jüdische Volkskunde 1924. 7 Nach II Makk 106 hat man die erste Tempelweihe ,,nach Art des Laubhütteüfestes66 mit Festgewindeii, wie sie für den ersten Tag dieses Festes vorgeschrieben sind, aber tatsächlich ל Tage läng verwendet Wurden, begangen. Wenn nun 19 und 18 das Weihefest als das״ ־Hüttenfest des Kislew“ bezeichnet

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