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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 6 · p. Seite 342

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 6
Article
Messianismus und Mysterienreligion
Date
1925-01-01
Page
Seite 342 (sequence 6)
Language
German
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342 durch Kittels Verwertung ,dieser . Nachricht, anschaulich, wieso sich die Annahme eines phönizischen Zeitgottes bilden konntet Aber selbst angenommen, die Kanaanäer hätten einen Gott Ewigkeit gehabt -rkann Kittel im Ernst meinen, die Huldigung des 90. Psalms an den Gott, der von Ewigkeit zu Ewigkeit waltet, sei nur durch ״Uebernahme“ dieser Gottesvorstellung zu erklären? Der Gott Israels ist erhaben über die Zeit, wie über den Raum; und so wenig wie seine Allgegenwart, so wenig brauchte man seine Ewigkeit aus dem Heidentum zu lernen. Gerade der 90. Psalm zeigt, wie aus dem schmerzlichen Bewußtsein der zeitlichen Beschränkung alles menschlichen Daseins der ehrfurchtsvolle Aufblick zu dem aller Schranke entzogenen Gott erwächst. 2. Das Sonnwendfesf Chanukka. Bekanntlich erklären die Makkä bäerbücher 1} denen Josephus und Megillat Taanit zustimmen, die Einsetzung des Chanukkafestes auf den 25. Kislew rein geschichtlich : an diesem Tage sei der Altar von Antiochos verunreinigt, an ihm wieder geweiht worden. Wellhausen2 hatte jedoch die Ueberlieferung angefochten, weil sie ,,schwankend“ sei — in dem Brief, II Makk 118 werde die Altarweihe durch. Nehemia auf dies Datum verlegt — und den Festritus nicht ausreichend erkläre; da nun II Makk 68 von einem Dionysosfest die Rede ist, zu dessen Feier die Juden gezwungen wurden, so meint er, an diesem Tage habe ein heidnisches Fest stattgefunden, das man später judaisiert und ,,entgiftet“ habe. Norden S. 26 stimmt ihm im allgemeinen zu, weist aber den in der Tat merkwürdigen Versuch zurück, diesen Dionysos mit dem Zeus Olympios zu identifizieren, dem der Altar geweiht wurde: das ursprüngliche Fest sei einer Sonnengottheit gewidmet gewesen und ״kann sehr wohl wesensverwandt mit dem alexandrinischen“ Sonn wendfeste gewesen sein. Kittel S. 20 glaubt zwar, daß das Entweihungsdatüm verläßlich sei und auf guter Ueberiieferung beruhe; aber der Grund'für die Vornahme der Entweihung am Sonnwendtage könne nur sein, daß Antiochos ein altes Sonnwendfest habe begehen wollen; überdies spreche der Name Chanukka für Zusammenhang mit Chanoch, der 365 Jahre alt geworden (Gen 523), also wohl als Sonnenheros zu betrachten sei. In der Tat liegt zum Zweifel an dem Entweihungsdatüm — mindestens daran, daß an diesem Tage irgend ein besonders verletzender Akt im Tempel vorging — nicht der geringste Anlaß vor. So sehr man bekanntlich geneigt war, auf bestehende Trauertage, wie den 17. Tammus oder den 9. Ab, traurige Ereignisse der Geschichte zu verlegen3 — offensichtlich aus dem Glauben an den Charakter bestimmter Tage heraus4, aus dem sich auch die Erzählungen von Fertigstellung des Stiftszeltes5 und der Tempelweihe des Nehemia am 1 I 451 ff.; II 105; weiteres bei Schürer GdjV. I 209.^ ä Nachr. d. Gott. Ges. d. W. 1905, 131. 3 ״•Je-fünf traurige Dinge haben sich am 17. Tammus und am 9. Ab ereignet“: Mischna Taanit IV 1. 4 Ueber die weite Verbreitung dieses Glaubens im Altertum vgl. Hirzely Philologus SppL XI 462. . 5 Pesiqta rabb. VI, 24a, b Eriedmänn; angeführt bei Aptowitzer, JCain und Abel 141.

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