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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 309

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Ibn Kammuna
Date
1925-01-01
Page
Seite 309 (sequence 15)
Language
German
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309 ־unser Autor versucht haben, in dieser Situation zugunsten des Judentums einzugreifen, indem er es selbst übernahm, die Argumente aller drei Religionen für sich sprechen zu lassen, und dem Leser anheimstellte, die Konsequenzen zu ziehen, die nur in der von ihm gewünschten Richtung liegen konnten? Oder hat er, vielleicht auf Wunsch des Ilkhanes selbst, diesem eine Waffe in die Hände liefern wollen, um sich der Zudringlichkeit der mohammedanischen und christlichen Missionare zu erwehren? Als Jude konnte er ja von dem heidnischen Mongolen viel eher Toleranz erwarten als von einem zum Islam oder Christentum bekehrten Herrscher. Vielleicht wird sich aus dem Studium der Quellen zur Geschichte der Ilkhane näheres ergeben. II. Zum Schluß sei noch wenigstens angedeutet, was sich zu Gunsten der Echtheit der Schrift über Rabbaniten und Karäer sagen läßt; die nähere Ausführung muß einem anderen Orte überlassen bleiben. Steinschneider (Berliner Handschr.-Verz. I, S. 76) äußert seine Zweifel, die man bereits als Beweis der Unechtheit angesehen hat, folgendermaßen: ,,Der Verf. dieser Abhandlung spricht als Jude, zitiert fortwährend hebräische Schriften und gebraucht hebräische Phrasen, ganz abweichend vom Verf. des תנקיח, allerdings mit Rücksicht auf das Thema und mit dem Scheine einer ähnlichen Objectivetät, hinter welcher wohl ein K a r a i t sich versteckt, da die Rabbaniten zu einem solchen Scheine weder Veranlassung noch Neigung hatten. Auch fehlen selbst in den vorgeführten Ansichten der Rabbaniten gewisse übliche Eulogien und Formeln (z. B. 160 אן אבדם בז עזרא, jedoch bi. 170 .. . רבינו משה בן מימון נ״ע פי הלכות תשובה), wie auch unser Unicum aus karaitischen Händen kommt und die, die Echtheit versichernde Schlußformel den Verdacht der Fälschung voraussetzt. Auch die Art der Benutzung des Buches כוורי ist eine halb ehrliche, nach der Art raffinierter Plagiatoren“. Dazu ist zu bemerken: 1. Die Schrift war, im Gegensatz zum תנקיח, zur Verbreitung unter Juden bestimmt. Der Autor war laut Hirschfeld, Chrest. s. 69 z. 2 מפתי אלפריקין, Mufti der beiden Parteien, d. h. religiöses Oberhaupt der Rabbaniten und Karäer. Als solchem mußte ihm daran gelegen sein, den Frieden zwischen beiden Parteien zu fördern, und dazu war eine solche Schrift in der Tat geeignet. 2. So natürlich es ist, daß ein freidenkerischer Rabbanit auch für das Karäertum Verständnis gewinnt, so unwahrscheinlich ist es, daß ein noch so toleranter Karäer sich die Mühe genommen hätte, die Zuverlässigkeit der rabbanitischen Ueberlieferung ausführlich zu erhärten und die karäischen Einwände Punkt für Punkt zu widerlegen. Von den 35 Seiten, welche die Abhandlung in Hirschfelds Chrestomathy ausfüllt, sind 24 der Verteidigung der Rabbaniten und nur 10 der Rechtfertigung der Karäer gewidmet! Diese Rechtfertigung geht übrigens nirgends in eine bevorzugende Billigung über; der Verfasser bemüht sich vielmehr vor allem nachzuweisen, daß die Karäer auch vom Standpunkt der Rabbaniten nicht zu verurteilen sind; sie sind nach ihm (Chrest. 9620) grundsätzlich

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