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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 305

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Ibn Kammuna
Date
1925-01-01
Page
Seite 305 (sequence 11)
Language
German
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305 letzten Zweifel muß aber die folgende Stelle beseitigen (f. 130a): ,,Daher finden wir bis auf den heutigen Tag nicht, daß irgend jemand zum Islam überträte, ohne daß er entweder von Furcht getrieben wäre oder nach einer angesehenen sozialen Stellung strebte oder von einer schweren Steuer betroffen würde (?) oder sich aus verachteter sozialer Stellung zu befreien suchte oder von Gefangenschaft (? evtl.: von einer Denuntiation) betroffen würde (?) oder eine Mohammedanerin liebte, oder etwas ähnliches vorläge; niemals aber haben wir gefunden, daß ein Mann, der in seiner Religion und der des Islam bewandert und dabei in geachteter sozialer Stellung, wohlhabend und gottesfürchtig war, zum Islam übertrat, ohne daß eine von den genannten Ursachen oder etwas ähnliches vorlag1.“ Hat je ein Renegat dergleichen öffentlich geäußert? Wenn somit ein Religionswechsel Ibn Kammunas ausgeschlossen erscheint, so bleibt die paradoxe Tatsache, daß am Anfang und Ende seines Werkes sich eine Lobpreisung Mohammeds findet und auch innerhalb des Textes — sogar in der von einem Juden und mit hebräischen Lettern geschriebenen Handschrift — Mohammeds Name mit der üblichen Segensformel genannt wird, ein ungelöstes Rätsel. Was L. Hirschfeld zur Erklärung vorbringt, reicht nicht aus, diese absurde Erscheinung zu erklären. Daß Furcht vor den Mohammedanern den Autor bewogen habe, ist nicht wohl möglich. Ein furchtsamer Mann konnte dieses unerhört kühne Pamphlet gegen den Islam nicht schreiben, in dem jene Segensformeln eher als ein Hohn denn als Milderung empfunden werden mußten; zudem war der Verfasser kein Unbekannter, der durch ein paar heuchlerische Phrasen über sein wahres Bekenntnis hätte täuschen können. Auch die erhaltene Notiz, daß Samuel Hannagid in amtlichen Dokumenten jene Segensformeln an wandte, bietet kein Analogon, denn jene Schriftstücke gingen ja nicht in Samuels eigenem Namen aus; auch handelte es sich dort um eine zwingende politische Notwendigkeit, wovon hier nicht die Rede sein kann. Unrichtig ist auch die auf Steinschneider zurückgehende Bemerkung, daß die Formel bei Juden keinen Anstoß zu erregen brauchte, da sie von ihnen auch auf , Moses bezogen werden konnte. Abgesehen davon, daß es bei Juden nicht üblich ist, Mose in die Einleitungseulogie einzuschließen, geschweige denn seine Nachkommenschaft, ist Mohammed in der das Werk schließenden Eulogie ausdrücklich mit Namen genannt. Von Wert ist nur die Hypothese Hirschfelds, daß die Formel angewandt sei, damit die Schrift unbeanstandet auch unter den Mohammedanern Verbreitung finde. Aber sie reicht nicht hin, dieses ganze ungewöhnliehe Phänomen zu erklären. Welcher gläubige Jude würde wohl ולהדא לא נדי אחדא אלי אליום ידכל פי אלאסלאם אלא אן יכון עליה לוף או פי 1 ׳ Steinschn.גג. Hirschf.)טל באלעז) או יוכד פי כראג Steinschn. 11. Hirschf.)טלב אלעז (oder פב> wie Steinschn. u. Hirschf.) פראג) תקיל או יהרב מן אלד9 או יוכד פי סבי או יעשק מסלמה או מא אשבר, דלך ולם נר רנלא עאלמא בדינה ובדין אלאסלאם הו ע זיז מוסר מתדין אנתקל אלי׳ דין אלאסלאם בגיר שי מן אלאסבאב אלמדכודה או מא מאתלהא. Das Verbum אכף mit.פי kann' ich in der vermuteten Bedeutung nicht belegen. Uebrigens ist der Text mit seiner Auseinanderreißung paralleler Glieder schwerlich in Ordnung. Monatsschrift, 69. Jahrgang. 20

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