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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 303

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Ibn Kammuna
Date
1925-01-01
Page
Seite 303 (sequence 9)
Language
German
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30S dem fünften Beweis erkennt selbst Steinschneider an: ״Die Ein- Wendungen treten hier mit einer Schärfe auf, welche das Bekenntnis des Verf. stark verdächtigen“1; die Stelle, die er bei dieser Gelegenheit zitiert, werden wir bald kennen lernen. Dem sechsten Beweis, der Mohammeds körperliche und geistige Vorzüge betrifft, stellt Sa‘d eine scharfe Kritik der Lebensführung des Stifters des Islam in der Periode seiner Macht entgegen. Nachdem alle sechs Beweise der Mohammedaner entkräftet sind, macht ihnen Ibn Kammuna folgendes charakteristische Zugeständnis: ״Sie (die Muslime) können sagen: wir haben diese Dinge nicht vorgebracht, damit eines von ihnen (einzeln) als Beweis diene, sondern damit ihre Gesamtheit beweise. Wenn ihr nun die Beweiskraft der Gesamtheit als solcher bestreitet, so behaupten wir, daß sie notwendig anzuerkennen ist, und kümmern uns darum nicht, daß ihr sie leugnet2. Wer den Koran und die Ueberlieferungen viel studiert und dazu an sich die Wahrheit dessen erfahren hat, was er (Mohammed) über die gottesdienstlichen Handlungen und ihren Einfluß auf die Läuterung des Herzens gesagt hat ...... dem wird es zur notwendigen Erkenntnis, daß M. die höchste Stufe der Prophetie erreicht hat . . . .“ Zu dieser modern anmutenden Begründung des Glaubens, die zum Tiefsten und Schönsten in Gazalis Lehre3 gehört, meint unser Rationalist trocken: ,,Das ist ein auf intuitive Einsicht gegründetes Argument, von dessen Wahrheit schwerlich überzeugt werden kann, wer es bestreiket, weil er diese intuitive Einsicht in seiner Seele nicht findet“4. Damit ist die Erörterung der Beweise für Mohammeds Prophetentum beendet, und es wird nur noch ein Einwand vorgebracht, den bereits Razi5 berücksichtigt: Wie kann Mohammeds Lehre wahr sein, wenn bei Juden und Christen die allgemein verbreitete und ohne Unterbrechung überlieferte Tradition besteht, daß ihr Religionsgesetz bis zum Tage der Auferstehung unabänderlich ist? Hierzu bemerkt Ibn Kammuna: ״Diesem (Einwand) ist nicht anders beizukommen als dadurch, daß man die Zuverlässigkeit der Ueberlieferung der Juden und Christen leugnet. Was darüber zu sagen ist, kennst du bereits“. Wenn der Leser sich erinnert, daß im zweiten Kapitel die Lückenlosigkeit der jüdischen Ueberlieferung eingehend verteidigt war, so kann er diese Andeutung wohl nur zu Ungunsten des Islam verstehen. Hiermit schließt das Buch; der Autor sagt nur noch, es seien noch viele andere Einwände (gegen den Islam) erhoben und Antworten darauf erteilt worden, auch lasse der Gegenstand noch andere Untersuchungen zu; doch wolle er über den Umfang des Gesagten nicht hinausgehen. Hierauf gebetartige Schlußformeln in der üblichen Weise, wieder mit besonderer Erwähnung Mohammeds und seiner Abkömmlinge. 1 Handschriftenverz. Berlin S. 75. •אדעינא אלצרורה פיהא ולא בבאלי באנכארכם להא 2 3 Vgl. Munqid S. 26. והדא וגה הדסי קד לא יוגד מהיל אלי החקיקה ענד מן ינכרד, כונה (פאנדי.03 באנה.!) * .לם יגד דלף אלחדם מן כפסה 6 Muha§§al 154—155.

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