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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 302

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Ibn Kammuna
Date
1925-01-01
Page
Seite 302 (sequence 8)
Language
German
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302 Apologet des Islam Razi sein Führer, der die Wahrheit seiner Rehgion positiv zu beweisen bestrebt ist, während eine systematische Kampfschrift wider den Islam Ibn Kammuna kaum Vorgelegen haben dürfte. Er nimmt aber die Gelegenheit, direkte Angriffe vorzubringen, stets wahr. Das Ueberraschende ist nun, daß Ibn Kammuna hier — im Gegensatz zu seiner Behandlung nicht nur des Judentums, sondern auch des Christentums — überall, wo er selbst das Wort ergreift, gegen den Islam Partei nimmt, indem er teils schlagende Gegeninstanzen ins Feld führt, teils die Beweiskraft der muslimischen Argumente abzuschwächen sucht. Das Schema der Erörterung ist im allgemeinen das folgende: a) Anführung eines Beweises; b) Einwand oder Einwendungen, welche sich die mohammedanischen Theologen selbst gemacht haben; c) Auflösung dieser Ein־־ wände seitens derselben Theologen; d) Gegenbemerkung des Verfassers (beginnend mit אקול). Der erste Beweis, der im Islam stets als der allein wesentliche gegolten hat, hat die Unübertrefflichkeit des Korans zum Gegenstand. Hier werden fünfzehn mögliche Einwände mit ihrer Beantwortung durch die .muslimischen Theologen angeführt, wahrscheinlieh nach dem an anderer Stelle zitierten Werk נהאיה אלעקול des Razi1. Bei der dritten und vierten, dreizehnten und vierzehnten Frage schließt Ibn Kammuna Gegenbemerkungen an, durch welche der ganze Beweis in sich zusammenfällt. Zum Schluß aber zitiert er als das beste ihm bekannte Argument die Beweisführung des Razi im כתאב אלמעאלם (S. 91—92 der Druckausgabe), welche unter Verzicht auf den Punkt der Unübertrefflichkeit die Tatsache als Wunder in Anspruch nimmt, daß Mohammed, ohne nennenswerte Bildung genossen zu haben, der Welt ein unstreitig so hervorragendes Buch wie den Koran überbringen konnte. ״Dieses (Argument)“, fährt der Verfasser fort, ״ist besser als jene Antworten; es bedarf aber der Unterstützung durch intuitive Einsicht; Voraus- Setzung ist ferner, daß noch andere Umstände hinzukommen2.“ Man sieht, wie sich Ibn Kammuna hier krampfhaft bemüht, den Schein der Objektivität zu wahren und auch den Islam anzuerkennen, ohne doch de facto etwas klar zuzugeben. Der zweite, dritte und vierte Beweis (Mohammeds Weissagungen; seine Wunder; Voraussagen seines Auftretens in Bibel und Evangelium) sind genau nach dem oben angegebenen Schema behandelt. Die Bemerkungen Ibn Kammunas zum vierten Beweise sind in Steinschneiders ״Polemischer und apologetischer Literatur“ (S. 326—328) ausführlich wiedergegeben; sie zeigen aufs deutlichste die Tendenz der Widerlegung. Bezüglich der Bemerkungen zu 1 In diesem Werke hat Razi laut Muhassal S. 151 unten das Thema ausführlich behandelt. 2 ד,דא חכאיה בא ונדחה פי כתאב אלבעאלם והר אגוד בן תלך אלאגובה ויפתקר הדא אלי ב־עאצה הדם בעד קראין אברי תצצם אליה• Baß הדם ungefähr den Sinn von ״Intuition“ hat, geht aus einer weiter unten anzuführenden Stelle hervor; die übliche Definition (z. B. Ibn Sina, Nagät ed. Gairo S. 137) deckt den hier geförderten Begriff nicht. S. auch Horten, Vokabular in: Die spekulative und positive Theologie des Islam. Leipzig 1912, S. 291.

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