Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 301

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Ibn Kammuna
Date
1925-01-01
Page
Seite 301 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829927-2829932-2832727--46400-2832859
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

301 gegen die Wunder aller Propheten einwenden . . ., ja gegen jede Handlung Gottes zum Nutzen der Menschen; denn er wäre imstande, ihnen jenen Nutzen ohne Vermittlung jener Handlung zukommen zu lassen. [5.] Was den Einwand betrifft, daß durch das Erscheinen Christi die Sünden nicht aus der Welt geschafft wurden, so haben wir gar nicht behauptet, daß sie ganz aufhören würden, . . . sondern nur, daß viel Unglauben und Unrecht aufhören würde; daß dies aber eingetreten ist, unterliegt keinem Zweifel; denn infolge seines Auftretens hat sich Glaube und Gerechtigkeit in vielen Teilen der Erde verbreitet . . . [6.] Die Behauptung seiner Gottheit beruht nicht auf einem oder zwei oder mehr von seinen Lebensumständen, so daß ihm andere Propheten oder andere Menschen gleichgestellt werden könnten, sondern auf der Gesamtheit seiner Lebensumstände . . .<f 'Bei einzelnen Punkten wird das Für und Wider noch näher erwogen. Zum Schluß heißt es (f. 86b unten): ״Das ist ein Wahr־' scheinlichkeitsbeweis, der keine festbegründete Ueberzeugung zur Folge haben kann, sondern höchstens eine überwiegende Meinung, vorausgesetzt, daß die Lückenlosigkeit ihrer Ueberlieferung zugestanden wird. Wenn aber dieser Beweis unterstützt wird durch Betrachtung sämtlicher Lebensumstände des Herrn Christus (אלסיד אלמסיח) und seiner Genossen, wie sie ein asketisches und gottesfürchtiges Leben führten und große Mühseligkeiten im Dienste dieser Lehre auf sich nahmen, ferner (durch Betrachtung) der bis auf den heutigen Tag wohlgeordneten (äußeren) Verhältnisse dieser Religion, so läßt sich aus der Gesamtheit dieser Umstände erkennen, daß ihre Sache mit göttlichem Beistand und göttlicher Vorsehung verknüpft ist“1. Ibn Kammuna versichert übrigens — was wir ihm auf Grund innerer Indizien glauben dürfen —, daß er die Widerlegungen der gegen das Christentum erhobenen Einwände zum größeren Teil aus Eigenem gegeben hat. Weitaus am umfangreichsten und wohl dem Verfasser am wichtigsten ist der letzte Teil (f. 87a—136b), die Besprechung des Islam. Die Darstellung der Lehre zerfällt hier wie beim Christentum in zwei Teile: Lehren, die allen Bekennern des Islam gemeinsam, und solche, die einzelnen Sekten eigentümlich sind. Um so auffallender ist der Unterschied im erörternden Teil. Während in den Abschnitten über Judentum und Christentum Ein wände gegen jede dieser Lehren vorgebracht und dann widerlegt wurden, knüpft sich hier das Für und Wider an die von den Mohammedanern vorgebrachten Beweise für Mohammeds Prophetentum. Das hat gewiß wesentlich in den von Ibn Kammuna benutzten Quellen seinen Grund, an die er sich stets eng anlehnt. Für alle drei speziellen Kapitel wird er als Gerippe des diskutierenden Teils Schriften von Mohammedanern (z. T. wohl Renegaten) benutzt haben, in den ersten beiden Fällen polemische Werke; im letzten ist offenbar der והדא אקנאעי גיד מפיד לליקין בל עסי אכה יפיד בנא גאלבא בעד תפלים תואתר 1 נקלהם לכנה אדא עצד באלנטר פי גמלה אחואל אלסיד אלמסיח ראחראל אצחאבה פי תזהדהם וורעהם ותחמלהם אלמשאק אלעטימה פי אקאמה הדה אלדעוה ואנתטאם אמור הדא אלדין אלי הדהאלגאיהעלם מן גמלה הדה אלקראין אן אמרהם מרבוט בתאיידאלאהי וענאיהרבאניה•

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.