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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 300

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Ibn Kammuna
Date
1925-01-01
Page
Seite 300 (sequence 6)
Language
German
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300 gegeben sind. (״ ונואבהdie Antwort darauf lautet . ...“). Das besagt zwar gegenüber den im ersten Abschnitt angewandten Formeln wiederum nichts anderes, als daß hier keine so enge Anlehnung an eine Quelle stattgefunden hat, ist aber für die Vergleichung mit den folgenden Kapiteln von Bedeutung. Zuweilen macht sich Ihn Kammuna noch innerhalb seiner Widerlegung einen neuen Einwand, beantwortet ihn aber sofort, so daß am Schluß das Judentum und seine Beweisgrundlagen durchaus gerechtfertigt erscheinen. Bemerkt sei noch, daß einmal (f. 31b, Hirschfeld S. 34 Z. 5) von der ״heiligen Thora“ (אלתו דאה אלמל!דםה) gesprochen wird, was bei Mohammedanern nicht üblich ist, andererseits aber auch der Koran (f. 64a) den nur von Muslimen gebrauchten Ehrentitel אלקראן אלמגיד erhält. Teilweise abweichenden Charakter trägt schon das dritte Kapitel, dessen Gegenstand das Christentum bildet. Ein darstellender Teil steht, wie in allen anderen Kapiteln, auch hier an der Spitze. Die Grundlage bildet eigentümlicherweise zunächst jenes Bekenntnis, das Jehuda Hallewi (Kusari I, 4) dem christlichen Gelehrten in den Mund legt, der den Chasarenfürsten vergeblich zu seiner Religion zu bekehren versucht. Ob Ibn Kammuna hier einfach eine bequeme Vorlage benutzt oder aber die jüdisch-apologetische Tendenz herausgefühlt hat, die Jehuda Hallewis scheinbar objektiver Darstellung innewohnt, kann dahingestellt bleiben; die erste Annahme liegt wohl näher. Er kennt aber auch andere Quellen; unter anderem führt er das nicänische Bekenntnis an. Er unterscheidet zwischen den Lehren, die allen Christen gemeinsam sind, und den besonderen Lehren der einzelnen Kirchen. Dann folgen Einwände, die gegen das Christentum erhoben werden können. Sie sind zum Teil sehr scharf gehalten. Erst nachdem alle Einwände in großer Breite vorgetragen sind, wird zu ihrer Entkräftung geschritten. Um einen Begriff davon zu geben, in welcher Weise Ibn Kammuna eine ihm unstreitig fremde Religion verteidigt, sei hier einiges aus dem Anfang der Widerlegungen in Kürze mitgeteilt (f. 81a ff.): ״Das Beste, was sie darauf antworten können, ist .folgendes. [1.] Was die [göttlichen] Personen anbetrifft und die Beschränkung ihrer Zahl auf drei, so folgen wir in dieser Lehre dem geoffenbarten Wort, wissen aber nicht, was der Sinn der Beschränkung ihrer Zahl auf drei ist. [2.] Das Wie der Dreieinigkeit ist uns auf dieser Welt unbekannt; vielleicht enthüllt sich uns ihr Wesen in der kommenden Welt; unser Glaube daran beruht auf dem Evangelium, den Ueberlieferungen der Apostel und den Zeugnissen der Propheten .... [3.] Die Aussagen und Erzählungen von Christus, die zu seiner Göttlichkeit im Widerspruch stehen, wie daß er geschlafen, gegessen, Schmerz empfunden habe, betreffen nur das Menschheitliche, das in ihm war, nicht seine Gottheit . . . [4.] Wenn ihr fragt, warum er nicht imstande gewesen sei, seinen Willen zu vollziehen, ohne auf die Erde hinabzusteigen, so entspricht eine solche Behauptung nicht unserer Lehre; vielmehr ist Gott allmächtig und hat dies nach seinem Willen getan . . .; wir aber haben keinen Einblick in die tiefen Gründe seiner Weisheit; ferner läßt sich das gleiche

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