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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 297

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Ibn Kammuna
Date
1925-01-01
Page
Seite 297 (sequence 3)
Language
German
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297 aber auch genötigt sein, eine andere Erklärung hierfür zu suchen. Daß dies der Fall ist, sollen die * folgenden Zeilen an einer Stein- Schneiders Mitteilungen ergänzenden Analyse zeigen, welche die Tendenz des Werkes klarer stellen möchte, als es bisher geschehen ist. Dabei sollen auch einige am Wege liegende Quellennachweisungen gegeben werden, die bei Steinschneider fehlen. Das Buch beginnt mit einer (von Hirschfeld S. 14—15 nicht ganz vollständig mitgeteilten) Vorrede, die zunächst, nur allzu lakonisch, angibt, es habe eine Unterredung stattgefunden, welche den Anlaß zur Abfassung gegeben habe1, und dann kurz den Plan des Werkes entwickelt. Einem allgemeinen Teil über das Wesen der Prophetie sollen drei spezielle Teile über je eine der ins Auge gefaßten Religionen folgen, und zwar in der chronologischen Reihenfolge: Judentum, Christentum, Islam. Bei jeder einzelnen seien erst die Hauptstücke der Glaubenslehre, dann die von den Bekennern vorgebrachten Beweise für die Rechtmäßigkeit des prophetischen An- Spruchs des Religionsstifters dargestellt. Hierauf habe er in jedem Falle die Einwände angeführt, die dagegen erhoben wurden, nebst den Beantwortungen dieser Einwände, die er vorgefunden habe. Diesen lasse er dann eine kritische Betrachtung zuteil werden. ,,Ich bin dabei in keinem Falle persönlicher Neigung gefolgt und bin nicht darauf ausgegangen, einer Religion vor der andern den Vorzug zu erteilen, sondern habe die Untersuchungen über jede Religion bis an die äußerste Grenze geführt/' Wir werden sehen, wieweit Ibn Kammuna dieses Programm durchgeführt hat. Aus dem Wortlaut der Vorrede geht übrigens hervor, was eigentlich selbstverständlieh ist, daß der darstellende Teil der Ausführungen sich an die Schriften der Verteidiger der einzelnen Religionen anlehnt. Es kann also keineswegs von ,,Plagiaten" die Rede sein. Daß Autoren im allgemeinen nur dann mit Namen genannt werden, wenn ein besonderer Anlaß vorliegt, entspricht einem literarischen Brauche, der in zusammenfassenden Handbüchern ja noch heute gilt. Eine exzerpierende Methode befolgt Ibn Kammuna bereits in dem ersten, allgemeinen Teil. Auch hier liegt es ihm fern, eine eigne Theorie zu entwickeln. Er will die geltenden Lehren der Philosophen und Theologen über die Prophetie darstellen und zum Teil auf ihre Haltbarkeit prüfen. Dabei geht er allerdings völlig unkritisch vor: so verschieden gerichtete Autoren wie Ibn Sina, Gazali, Fachraddin Razi2 und Maimuni werden in bunter Reihe und ohne Quellenangabe ausgeschrieben. Bald zu Anfang (f. 3a ff.) begegnet uns eine dem Gazali3 ziemlich wörtlich entlehnte Entwicklung des Wesens der prophetischen Vision als einer von der Vernunfterkenntnis verschiedenen und darüber erhabenen Erkenntnisstufe. Gleich darauf (f. 4a) werden im Anschluß an Ibn Sina drei Gaben als den Propheten eigentümlich, wenn auch nicht bei allen Propheten vereint, aufgezählt: die Fähigkeit der Seele, sowohl auf die Weltmaterie .ובעד פאנה גרת מפאוצה אקתצת אן עמלת הדד, אלמקאלה ♦ ♦ . 1 2 Die in Frage kommenden Werke Razi’s werden im letzten Kapitel zitiert. 3 öazäll: Al-munqid min ad-daläl ed. Caira 1309, S. 24—25.

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