Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Jüdische Gelehrte in Sachsen-Thüringen während des Mittelalters
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 3)
- Language
- German
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285 aus Düren17. Er darf nicht verwechselt werden mit Sußlin aus Erfurt, der auf die Verfolgungen des Jahres 1349 ein Klagelied18 verfaßte und dessen richtiger Name Israel b. Joel ist. . 8. Anschel b. Jakar19 ha Kohen, Rabbiner in Erfurt20 zur Zeit Jakob Weils. Er ist anscheinend der eigentliche Gemeinderabbiner, stellt sich jedoch bescheiden vor dem Wissen des bedeutenderen Weil, der nur in einer Nebensynagoge wirkt21, in den Hintergrund. Er ist wie Jakob Weil Schüler des Maharil und gibt dem Herausgeber der Minhage Maharil manche wertvolle Mitteilungen über Maharil22. Ein von ihm in hebräischer und deutscher Sprache verfaßtes Sabbathlied ist uns handschriftlich erhalten23. 9. Ascher b. Jechiel24 der unter dem Namen ״Rösch“ bekannte Talmudkommentator und Dezisor, hält sich vermutlich zwischen 1286 und 1293 in Erfurt auf25. Die Gemeinde Magdeburg wendet sich an ihn in einer eherechtlichen Streitfrage26; in einem Rechtsgutachten des Meir von Rotenburg27, das sich auf steuerrechtliche Verhältnisse in Stendal bezieht, unterschreibt auch Ascher ben Jechiel28. 10. Baruch v. Eisenach; seine Söhne werden 1293 in Erfurt in den Freizinsregistern der Severikirche genannt29. 11. Baruch b. Serach, vielleicht in Erfurt30. 12. Baruch b. Jechiel, unterschreibt gemeinsam mit Ascher b. Jechiel und David b. Abraham das oben31 erwähnte Rechtsgutachten betreffend Stendal. 13. Benjamin b. Serach, nach einer sagenhaften Darstellung Schulhaupt in Halle im 13. Jahrhundert32, Verfasser liturgischer D ichtungen33. 14. Chajim Paltiel b. Jacob in Magdeburg, im 13. Jahrhundert, als Dezisor öfter bei Meir von Rotenburg und andern erwähnt34, 17 Mah. No. 134. Agudda fo 203b. Jaraczewsky 8. 51. Mich. No. 476. Alfred Freimann, Jahrbuch XII, 248, 271. 18 ציון אריוך בכי, abgedr. bei Landshut, Anhang III No. 2. S. ZLG 509 u. unten No. 41. 19 Berliner, S. 127. 20 IB No. 162 fo 59b. 2! בבית הכנסה של הבחורים jd No. 41 fo 93b. 22 Jaraczewsky 8. 55. Ueber Weil s. unten No. 42. 23 Berliner, a. a. O. 24 Alles Wissenswerte über ihn neuerdings zusammengestellt von Alfred Freimann, Jahrbuch, XII, 8. 237 ff. 8. auch Mich. No. 543. 20 Freimann, a. a. O. 248 Anm. 7. 26 AJR No. 431. 27 MRR No. 108. S. NT S. 65. 28 Der Zusatz הלוי ist zu streichen, so Freimann, 268 Anm. 2. 29 Kroner, 45 u. 50. 80 Kroner, 15. 31 S. Anm. 27. 32 Emek ha-Bacha, ed. Letteris, S. 19..ZLG, S. 120, 625 f. NH, S. 33, 89. GJ, S. 130. . * . 33 ZSP, S. 176—179. ZLG, S. 240, vielleicht auch ZSP, S. 90, 107, 111, 112,147,166,194. Eine Selicha von ihm abgedruckt bei W. Herzberg, Jüdische Familienpapiere (1873), S. 272.. 34 MRP No. 226/7. MRG No. 32. MRL No. 130, 135, 136, 157, 161, 164, 174, 177, 424 f., 476, 507. Mor., Nidda 564. AJR 3.04.;