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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 269

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Zwei Beispiele midraschischer Predigt
Date
1925-01-01
Page
Seite 269 (sequence 12)
Language
German
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269 — q oxyjvrj ־— Gottes [unter den Menschen, er wird unter ihnen wohnen/‘1 Demgegenüber sagt unsere Predigt: durch den Bau der Stiftshütte ist die Schechina zur Erde zurückgeführt worden, und der Urbeginn ist damit zurückgekehrt. Sie knüpft damit an einen alten Gedanken an, den die Haggada mannigfach behandelt hat. Schon Simon ben Jochai hatte unseren Text so erklärt: durch die Errichtung des Heiligtums sei die Welt erst wahrhaft errichtet worden; vorher hätte sie geschwankt, nun hätte sie ihre Festigkeit gewonnen2. Das Heiligtum erhält damit die kosmische Bedeutung; sein Werk wird in allen seinen Teilen zur Wiederkehr des Schöpfungswerkes3. Und damit behält es seine stete Gegenwart; es ist immer in Israel geblieben; in den Synagogen und Lehrhäusern dauert es weiter, in ihnen hat die Schechina ihre Stätte. Es ist wieder Simon ben Jochai, der dies bestimmt ausgesprochen hatte: Die Wohnung der Thora ist die Wohnung Gottes4. Aber der Gedanke selbst hatte schon vor ihm seinen Ausdruck gefunden5 und ist dann auch nachher mannigfach dargestellt worden, so auch von unserem Juda ben Simon6. Mit dem jüdischen Volke, dem Volke der Thora, wurde so die Schechina verbunden. Simon ben Jochai hatte auch hier wieder das thematische Wort gegeben: wo Israel ist, ist die Schechina; wenn Israel wandert, wandert auch sie7. Das Wort steht im Mittelpunkt so mancher Predigt8. Damit gewinnt auch das jüdische Volk sein Kosmisches; es erscheint nun — entsprechend der Umbiegung vom Christus zur Kirche, dieser Umbiegung vom Kolosserzum Epheserbrief —־ als der 9ראשית, als das Logosvolk, als das Volk, durch das die Welt ihren Bestand, ihre Schöpfung erhalten hat; gerade in der Zeit des Juda ben Simon ist darüber auch gepredigt worden10. Unsere Predigt selbst zeigt nun ihre deutlichen Linien. Wo die Stätte der Schechina sei, ist die Frage, von der sie ausgeht. Die Antwort, die sie gibt und durch ihre Erklärung der Bibelsätze beweist, ist: Nicht in Christus ist die Schechina hemiedergestiegen und nicht in der Kirche hat sie ihre dauernde Stätte, sondern durch 1 Apoc. 213, cf. Ezech.437. Die Worte <3x7]v7j und oxyjvouv werden allerdings oft auch ohne jede Beziehung auf das Stiftszelt gebraucht. 2 Pes. d. R. K. 6a und Par all. Vgl. Harnack, Dogmengesch. I4, 786. 3 Tanch. zu Exod 38^, § 2 ששקול כצגד בריאת עולם. Die Gleichheit zwischen den Schöpfungstagen und dem Werke des Stiftszeltes wird hier im einzelnen durchgeführt. Als Autor wird Jakob ben Assi angegeben. Vgl. auch Buber, Einleitung zum Tanchuma p. 85b. In einer von Jellinek, Beth- Hamidrasch VI, 88 veröffentlichten Jelamdenusteile, die eine Parallele bietet, wird Jehuda ben Schalom als Autor genannt. Bacher, Ag. d. pal. Am. III, 443 Anm. 2, ist die Tanchumasteile entgangen. Vgl. ferner Jalkut zu Prov 319: י .בג" דברים בבראו שמים וארץ ובג" דברים הללו נעשה המשכן 4 Tanch. zu Ex 3811 — 4§)!״. Anhang —). Vgl. Jer. Sahh. 28b und Ber. r.־XLll, 4. S. auchwaj. r. XI, 7: אם אין:־בתי כנסיות ובתי מדרשות אין הקבה משרד, שכינתו בעול ז, sowie. Tanch. a. a. O. § 2:•המשכן מעיד שהשכינה בישראל. 5 Abot III, 2; III, 6 etc. Vgl. auch bes. Midr. zu Ps 90-,. 6 Deb. r. ■VII, 2. 7 Meg. 29a, s. Dikd. Sofr. zur Stelle u. Parall. bei Bacher, Ag. d. Tann. II, 98 Anm. 2. 8 S. Bacher a. a. 0. u. Ag. d. pal. Am. II, 287. 9 Tanch. ed. Buber zu Gen 1! § 3; Waj. r. XXXVI, 4. 0נ Waj. r. a. a. O.: Tanch. ed. Buber zu Gen 27^ § 11; cf. Ber. r. XCVIII, 4.

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