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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 266

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Zwei Beispiele midraschischer Predigt
Date
1925-01-01
Page
Seite 266 (sequence 9)
Language
German
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266 Sinn, besonders in der Theologie des Origenes1, seinen Platz. Deutliehe Linien hier in unserer Predigt zu sehen, bleibt, bei dem Fragmentarischen der Ueberlieferung, leider verwehrt. Das Verständnis der Predigt selbst wird dadurch aber nicht beeinträchtigt. Von dem, was das Wesentliche ist, von dem Thema und der Richtung der Predigt, also von dieser selbst, haben wir das bestimmte, klare Bild2. Ein weiteres Beispiel hierfür soll durch die Predigt beigebracht werden, die als erste in der Pesikta de Rabbi Kahana enthalten und auch sonst mannigfach überliefert ist. Ihr Autor ist R. Juda ben Simon3, als Tradent wird, wie meist für ihn, R. Asarjah genannt. Sie ist also zu Beginn des vierten Jahrhunderts gehalten worden. Juda ben Simon hat seine Stellung in der Geschichte der jüdischen Predigt dadurch, daß er Bar Kapparas Kompromiß zwischen der Entscheidung Akibäs, der die Predigt über die Kosmogonie verbot/und Ismaels, der sie gestattete, wieder aufgenommen hat, dieses Kompromiß, welches dahinging, daß es zulässig sei, über die Entstehung der Welt zu predigen, soweit es sich um das handle, was in den sechs Schöpfüngstagen geworden, aber unzulässig, soweit es das betreffe, was vor diesen Schöpfungstagen gewesen ist4. Die textliche Ueberlieferung, zumal der angeführten Namen5, ist eine wenig gute; es läßt sich auch nicht immer ganz erkennen, was auf den Redaktor und was auf den Autor zurückzuführen ist6. Aber die eigentlichen Linien der Predigt, die das Charakteristische der amoräischen Predigt zeigt, treten doch deutlich hervor. Der ״erste Satz des siebenten Kapitels im vierten Buche Moses, der Beginn 1 Harnack, Dogmengesch. I4, 674 u. 682 f. 2 Es ist interessant, daß die Deutung כתורה'= בראשית, durch welche die Thora zum Logos wurde, nicht festgehalten worden ist. Sie erschien doch wohl bedenklich, offenbar weil sie der christologischen. Deutung eine zu große Möglichkeit bot.. Dafür hat größere Geltung ein Satz, der diese Bedenken nicht in sich schloß, gewonnen, welchen ein älterer Zeitgenosse Hoschajas, R. Benaja, aussprach: ״um der Thora willen ist die Welt geschaffen worden“; ־s, Ber, r. I, 5: p« אמר ד׳ בניה לא נברא העולם אלא בזכות תורה ד״ ■ בחכמה יפר, wobei בחכמה übersetzt ist: um der Chochma willen. Vgl. auch die von Theodor angemerkten Parallelen. Wie dann später der ראשית in harmloser Weise erklärt wurde, s. Ber. r. a. a. O. 3 Eine treffende Charakteristik seiner Predigt gibt Weiß דור דור ודורשיו 111,140. 4 Jer. Chag. 77c; Ber. r. I, 13; Pesikta r. 109a. Die Auffassung Bachers Ag. der pal. Am. III, 166 Anm. 1, daß Juda ben Simon schlechthin der Ent- Scheidung Ismaels folge, ist irrig. 5 Daß für R. Simon zu lesen ist R. Juda ben Simon, zeigen alle Parallelstellen ganz bestimmt. Sehr wahrscheinlich wird es durch dieselbe Vergleichung, daß für Simon ben Joseph zu setzen ist: Simon ben Jose (ben Lakonja) oder eventuell Simon ben Jochai. Simon ben Jose war der Schwäger des Eleasar ben Simon ben Jochai, und es könnte naheliegen, für den unbekannten Eleasar ben Abina, der als Tradent genannt ist, Eleasar ben Simon eihzusetzen; dazu würde es auch passen, daß der erste Tradent, Tanchum, als sein Schwiegersohn bezeichnet ist. Eine solche Bezeichnung nach einem sonst unbekannten Männe würde befremdlich sein können, nach einem Manne wie Eleasar ben Simon aber natürlich sein. — Die Parallelen sind am vollständigsten angegeben von Buber zu Tanchuma zu Num 7! (§ 24) und von Theodor zu' Ber. r. zu 3g. 6 Unzweifelhaft ist, daß der Satz des R. Chanina vom Redaktor inter - poliert ist; vgl. auch Bloch in Monatsschr. f. Gesch. u. Wiss. d. Jud. 18.85, 211 f. Ungewiß ist, ob die Sätze des R. Abba ben Kahana und des R. Jizchak •dem Autor oder dem Redaktor zuzuschreiben sind.

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