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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 262

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Zwei Beispiele midraschischer Predigt
Date
1925-01-01
Page
Seite 262 (sequence 5)
Language
German
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262 Ihr Inhalt ist leicht darzulegen. Der eigentliche Text, der erste Satz der Genesis, soll seine Erklärung erhalten durch Spr. 822 und 30. Die Frage, für welche diese Erklärung die Antwort bringen soll, ist: Wer ist der ראשית, durch den—■ denn so faßt der Prediger das erste Wort der Bibel auf -— Gott den Himmel und die Erde geschaffen hat, dieser ראשית, von dem die Geschichte der Schöpfung erzählt und als den dann, in dem Buche der Sprüche, die Chochma sich bezeichnet? Diesen ראשית, das ist die erklärende Antwort, läßt das Buch der Sprüche von sich sagen, daß er als אמון zu Anbeginn bei Gott gewesen ist. Die Frage, von deren Beantwortung das Entscheidende abhängt, ist daher die, was dieses Wort אמוץ bedeute. Es könnte mancherlei benennen: den Erzieher oder auch den Verborgenen oder den Aufbewahrten, nach der Ansicht einiger1 auch den Großen, und für alle diese Auffassungen könnte ein Beweis von Worten der Schrift beigebracht werden. Aber die richtige, die erst beantwortende Erklärung ist2, daß אמון dasselbe wie אומן ist, also den Künstler, den Meister bezeichnet. Der Meister, der Künstler ist bei Gott gewesen, als diesen Künstler3 rühmt sich die Chochma, sie, die Gott zum ,,ראשית seines Weges“ gemacht hat. Und sie ist keine andere als die Thora; denn auch diese nennt sich den ראשית, ihr erstes Wort ist: ,,Durch mich, den 4ראשית, hat Gott den Himmel und die Erde geschaffen“. Sie ist die Chochma5, der אמון des Buches der Sprüche. Sie darf sagen: Ich bin bei Gott der Künstler gewesen, das Werkzeug6 der Kunst Gottes. Ein Gleichnis, das von Philo7 herstammt, wird zur Erläuterung dessen angeführt: Wenn ein König einen Palast baut, so baut er ihn nach den Gedanken eines Meisters und der Meister nach den Plänen, durch die er vorher alles ־bedacht hat, durch die Pläne baut er also den Palast; so ,,hat Gott auf die Thora geblickt uiid die Welt geschaffen“8. Die Thora allein ist der ראשית der Schöpfung. 1 Dieses ואית דאמרי 1כ ist wohl aber nur eine Einfügung des Redaktors; 2 Die Worte דבר אחר sind eine Interpolation, Mit dem ihnen folgenden Satze beginnt die eigentliche Antwort, welche Hoschaia gibt. Vgl. Tanchuma zu Gen § 1 אל תקרי* אמון אלא אומן, sowie Tanch. ed. Buber § 5. Vgl. auch die Anmerkung Theodors z. St׳. ä Vgl. Sap. Sal 72t, wo die Chochma als TepiTt«; bezeichnet wird, ebenso ibid. 83. 4 בראשית ist genommen als: ביי ראשית, vgl. die hi an ds ehr. Ueberlieferung in den Varianten der Theodorschen Ausgabe. 5 Ueber die Identifikation von Chochma und Thora vgl. Sirach 248־n u. 23', I Bar. Sg8ff.; Abot VI, 10. Vgl. auch Ber. r. zu 221: נובלת חכמה של מעלן תורה wozu wieder zu vergleichen ist Sap. Sal 726, wo von der Chochma gesagt ist: Gntau7aay.ee ׳pzp satt cporcöc a1810u; vgl. auch die von mir ,,Griechische und jüdische Predigt“ Anm. 28 angeführten Beispiele. Vgl. auch Jalkut zu Prov 319: אמר יד' אלעור בשם רשב״ל בחכמה ברא הקדוש ברוך הוא את העולם sowie Ber. r. 1, 5. 6 Dieses Wort כלי אומנתו erhält seine Erklärung durch eine, hierfür bisher noch nicht beachtete, Stelle bei Philo de cherub. § 125. Dort wird aufgezählt: to u<p* ou, to ££ ou, *cö 8t ou, to 0 81׳, wodurch etwas wird,.und dann weiter gesagt: 81 ou ,85. to ep7aheibv . . , opfavpv 8s \00ץ^ üsou Bt ou xaTeaxsuaa97־]. Diesem letzteren Satz entspricht genau in unserer Predigt התורה אומרת אני הייתי כלי אומנתו'של הקב״ה. . 1 Philo, de opif. mundi § 18; sowie de eher. § 125. 3 Vgl. auch Ber. r. zu 13 ספ־* בראשית שבו נתעסק הקב״ה וברא עולמו. Die Erklärung Theodors zur Stelle ist wohl kaum richtig. Vgl. auch Bacher, Ag. d. pal. Anm. 11, 453 f. . ‘

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