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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 245

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Hiobdichtung und Hiobsage
Date
1925-01-01
Page
Seite 245 (sequence 12)
Language
German
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245 hinzutritt vom wahren Wesen Gottes und von seinem wahren Namen, der sein Wesen kennzeichnet, und bei dem allein er fürder angerufen werden will. Eine solche Bekehrung Hiobs war natürlich am leichtesten dann in Israels geschichtliche Anschauung einzustellen, wenn man sich Hiob als Zeitgenossen M o s i s dachte. Keinem anderen konnte Jhvh sich früher offenbart haben als Mose, und in späteren Geschlechtern hatte Israel Jhvhs Namen bereits bekannt gemacht. — Dazu stimmt, daß die spätere jüdische Sage wirklich Hiob als Zeitgenossen Mosis festlegt, der Talmud Mose zum Autor des Hiobbuches macht. — Und vielleicht dachten sich die Alten Hiob geradezu als einen Frommen im Ost jordanland, der, auf wunderbare Weise zum Jhvhglauben belehrt, sich auf dem Durchzug Israels durch Hiobs Land an Mose anschloß. Die Hiobdichtung war nicht die einzige solche Bekehrungsdichtung im alten Israel, auch wenn wir von der Agurparallele absehen, wir können zumindest die Spur noch einer ähnlichen Dichtung in der Bibel nachweisen, und auch diese knüpft sich an die Gestalt Mosis. Im Psalmbuch ist uns in Ps 90—91 ein Rest einer alten Dichtung erhalten unter dem Titel תפלה למשה ,,Gebet des Mose", das Gedanken verschiedener Art wohl aus mehreren Fragmenten zusammenstellt. Darin finden sich nun auch die folgenden Sätze: V. 1 ff. ״Der Du im Schutze Eljons weilst, im Schatten Schaddais übernachtest, sprich1 zu Jhvh:. mein Schutz, mein Hort, mein Gott, auf den ich baue. Denn er errettet Dich von Vogelstellers Falle, vom Unheilswort2 ... V. 9 Denn Du, der Jhvh, der mein Schutz ist, e r i s t der Eljon, den zu Deiner Zuflucht Du gemacht." Hier spricht Mose zu einem frommen Verehrer des El Schaddai oder El Eljon und sucht ihn zu bekehren, indem er ihm zeigt, daß Jhvh und El Schaddai identisch seien, der richtige Glaube, wahres Vertrauen aber nur in Jhvhs Namen sich finden. Auch diese Bekehrungsrede Moses ist nur im Rahmen einer Dichtung möglich, die erzählt, wie Mose einen israelitischen oder nichtisraelitischen Anbeter El Schaddais zum Jhvhglauben gewann, einer Dichtung, die vielleicht auch Gegenargumente des Gegners anführte, die Mose widerlegte. Dieser Dichtung hat der Psalmensammler nur das entnommen, was ihm als Gebet für seine Sammlung von Interesse schien und nur die Ueberschrift ,,Gebet des Mose" verrät, woher er es genommen. Es ist natürlich unmöglich, hier die Geschichte und die Absicht dieser Gattung der Bekehrungsdichtung in Israel weiter zu verfolgen, ebensowenig vermag ich hier die Bedeutung der Tatsache zu erschöpfen, daß im Buche Hiob als einer religionsgeschichtlichen Dichtung der Lehrer Israels über die Anfänge des Jhvhglaubens in der mosaischen Epoche eine wichtige Parallele gewonnen ist zum 1 Sprich אמר statt אמר, ygl. m. Schrift ,,Die Bundeslade“ . . . a. a. O. 2 L. m. a. מך?ר.

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