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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 241

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Hiobdichtung und Hiobsage
Date
1925-01-01
Page
Seite 241 (sequence 8)
Language
German
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241 gestalt aufschrieb, kein ganzes Buch vor sich hatte, sondern nur \ mehr eine Reihe größerer, kleinerer und kleinster Fragmente. Diese j hat er geordnet, so gut oder vielmehr so schlecht er konnte; für ‘ die Erzählung bot das keine Schwierigkeit und damit war auch Anfang und Ende der Reden bestimmt, soweit sie noch auf denselben Fragmenten folgten oder vorausgingen. Für den Rest der Reden aber bot der Inhalt dem unkritischen Urteil keinen festen Anhalt, und so hat der Sammler einfach das nebeneinander, ja selbst durch־ einander gestellt, was ihm inhaltlich oder formal ähnlich schien — und oft bestand diese Aehnlichkeit nur im gleichen Stichwort in ganz verschiedenartigen Stücken. Und e r war es auch, der unsere überlieferte Einteilung in Reden durchführte, indem er überall dort Hiob oder einen der Freunde als Redner neu einsetzte, wo sein stumpfes Auge zu erkennen glaubte, daß hier unmöglich derselbe Redner seine Ausführungen fortsetzen könne. So erklärt es sich zum Beispiel, daß zwei so verschiedenartige Sätzchen wie ,,Flink ist er auf des Wassers Fläche“ und ,,Verflucht ist ihr Feld im Lande“ zu einem ,,Vers“ zusammengestellt sind. Der erste Satz ״Flink ist er auf des Wassers Fläche“ kann — wenn nicht von einem Kahn — nur von einem im Wasser lebenden Tier gesagt werden und stammt aus der Beschreibung des Krokodils in den Naturschilderungen zu Ende des Buches. Der andere ״Ver־ flucht ist ihr Feld im Lande“ schildert dagegen die Leiden der Gerechten oder die Strafe, die die Bösewichter treffen soll. ״Flink“ aber lautet hebr. ״ ,קלverflucht ist* הקלל׳ , und wegen der Aehnlichkeit dieser ״ Stichwörter* * hat der Sammler beide Fragmente zueinandergestellt. Ebenso vereinigt er gleich darauf den Satz von den leidenden Unglücklichen: ״Denn selbst der Morgen ist ihnen allen Finsternis** mit dem von dem schleichenden Verb r e c h e r ״Denn er ist vertraut mit den Schrecken der Finsternis** wegen des Stichworts ״ צלמותFinsternis**. An einer anderen Stelle wird Hiob auf die Erfahrung der klugen alten Leute hingewiesen. ״Bei alten Leuten sucht die Weisheit, bei Hochbetagten ist Verstand**, und der Sammler hat plump das Stück darangehängt, das von Gott aussagt: ״Bei ihm ist Weisheit und Stärke, sein Rat und Verstand1,** weil in beiden Sätzen in analoger Form jemand ״Weisheit und Verstand** zugeschrieben werden. Aehnliche Zusammenstellung verschiedenartiger Fragmente nach Stichworten ist auch in anderen Teilen der Bibel sehr häufig2. In Kap. 4 des Buches erzählt ein Redner eine Traumvision: An allen Gliedern bebend hat er im Traum der Nacht eine furchtbare Geistererscheinung erblickt, die ihm verkündet: Du, Mensch, willst bei Gott Gerechtigkeit finden? Sieh, selbst uns, den Heiligen, seinen Engeln mißtraut er, Himmel und Sterne können ihr Recht bei ihm nicht durchsetzen. Wie gar Du, Wurm, der DuTauf dem Boden in irdischen Hütten Dein niedriges Dasein fristest! 1 120ן f.:!בישישים הכבה וארך יבים תבונה* עבו הכבה וגבורה לו עצה והבונד* 2 Ein Beispiel für viele: Zu Ps 18 (= II Sam 22), 30. 33 ff. schildert der Psalmist, wie Gott ihn für den Kampf stärkt. Aber vor V. 33 האל (המאזדני חיל ויתן) ת ב י ם דרכי setzt ein Kopist das ganz andersartige: ♦♦האל תמים דרכו ,,Gott, vollkommen ist sein Wandel . . V. 31 f. Monatsschrift, 69. Jahrgang. 16

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