Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Psalm 110
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 3)
- Language
- German
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232 her1, auf dir liegt der Tau deiner Jugend! (Du hast noch den T. d. J.2) 4. Geschworen hat der Ewige und er bereut nicht3: Du bist —: wie ein Priester4 — für Lebenszeit, nach Art eines rechtmäßigen Königs5. Eroberung Jerusalems durch Dawid zu denken ist). הדריי קדש im Sinne von הדרת קדש (Ps 292 u. ö.) (festlicher Schmuck) zu nehmen, geht nicht an, weil hier offenbar von einem Kriege und nicht von einem Feste die Rede ist. ,,Priesterlicher Schmuck“ verbietet sich nicht minder, da der im Liede An־ geredete als Feldherr und nicht als Priester gedacht ist. Den Waffenschmuck, den der Zusammenhang nahelegt und der Ps 454 הדר genannt wird, heilig zu. nennen, würde ein Israelit der Bibel nicht gewagt haben. So empfiehlt sich am einfachsten die genannte Aenderung. Der Ort aber, an dem sich Grott als wundertätiger Retter Israels erwies, kann füglich קדש genannt werden (vgl. Es 3-), zumal, wenn man sieht, daß Gott איש מלחמה (Ex 153) genannt -wird■.; Bei* dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß קדש oft-darin von Gott gesagt wird, wenn die Rede davon ist, daß er Israel aus großer Feindesnot entweder rettet oder retten wird (Ez 3927; Jes 433; Jer 5029; Ps 841ל u. ö.), 1 Sehr passend vom e r s t e n König Israels, mit dem die Glanzzeit des Volkes begann, und der vermöge seiner königlichen Erscheinung — er überragte alles Volk um Haupteslänge (I Sam 1023) — gleichsam zum Herrscher von Geburt an prädestiniert, war. t 2 Wenn auch seit deinem ersten Zusammentreffen mit den Philistäern, kurze Zeit nach deiner Wahl zum Könige (I Sam 1420 ff.), eine Reihe von Jahren dahingegangen ist, so bist du doch nicht zu alt geworden, um dein Heer zum Siege zu führen. Du bist noch tatkräftig und entschlußfähig wie dazumal. Dawid hatte ja von diesen Eigenschaften Sauls Proben genug erhalten während der Zeit, da dieser ihn ״verfolgte.. Vgl. S. 230 Anm. 3. 3 Der Inhalt des göttlichen Schwures folgt unmittelbar: Du bist, was du bist, für Lebenszeit. Der Umstand, daß Gott dich zum Könige bestellte, kommt einem Schwure gleich. So lange Saul lebt, ist er auch König, unabsetzbär und unverletzlich. Nach diesem Grundsätze hat denn auch Dawid gehandelt, als er in Engeddi und in der Wüste Siph Gelegenheit hatte, Saul zu töten, um sich die Krone zu verschaffen, die ihm, dem von Samuel zum Könige Gesalbten, von Rechtswegen zukam. Er tat es nicht, weil Saul trotz der Vergehen, die ihm den Verlust der Krone eintrugen, für seine Person nicht aufgehört hatte, der 'משיח ה zu sein, an den man die Hand nicht anlegen durfte (I Sam 247; 269 ff.). 4 Da Saul dem Stamme Binjamin angehörte, ist כהן nicht in seiner wörtlichen Bedeutung zu verstehen. Es dient einem Vergleiche, bei dem das tertium comparationis das folgende לעולם ist. Wie der Priester sein Amt nur mit dem Tode verliert, so auch der König. Das כ comp, fehlt, ist wahrscheinlich mit Absicht weggelassen, um die Aussprache zu erleichtern, da sonst das Wort mit zwei weichen כ begonnen hätte. Fehlendes כ ist auch sonst nachzuweisen, z. B. Jes 22i8. — לעולם in zeitlich begrenztem Sinne findet sich auch Ex 217, Lev 2546 u. ö. — Vgl. die folg. Anm. 5 Damit wird die Unabsetzbarkeit Sauls begründet. Er ist unabsetzbar, weil er auf rechtmäßige Weise König geworden ist. An diesem Verhältnis könnte selbst eine verlorene Schlacht nichts ändern. Es liegt aber noch mehr in diesem Hinweis auf die Rechtmäßigkeit. Da Saul in Wahrheit durch Gottes Gnade zum König bestellt worden war, ist nicht anzunehmen, daß Gott ihn vorzeitig sterben lassen würde. Freilich hatte Dawid mit der Möglichkeit gerechnet, daß Saul in einem Kriege fallen werde (I Sam 26ln), dies geschah aber zu einer Zeit, da eine solche Möglichkeit nicht aktuell war. Jetzt jedoch ist sie es geworden, und sie erschreckt Dawid, weil der Tod Sauls in der Schlacht gleich־ bedeutend mit der Niederlage Israels, mit der Oberherrschaft der Philistäer ist. Sö tröstet sich denn Dawid mit dem Gedanken an die Rechtmäßigkeit von Sauls Königtum, in welcher ihm der göttliche Schutz des Königs eingeschlossen ist. ־— Das י in מלכי ist genau so zu erklären wie das in דברתי, als st. cönstr. An Malkisedek (Gen 1418) ist nicht zu denken. Dieser war allerdings.beides in einer Person, König und Priester, Saul aber konnte nach der Verfassung. Israels zwar König, nicht aber auch Priester sein, weil er nicht dem Priesterstamme angehörte. Gerade, daß er sich einmal hinreißen ließ, Priester-