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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 231

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Psalm 110
Date
1925-01-01
Page
Seite 231 (sequence 2)
Language
German
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231 Von Dawid. Ein Psalm, 1. Der Ewige spricht zu meinem Herrn1: Setz dich mir zur Rechten2, bis ich deine Feinde legte als Schemel dir zu Füßen3. 2. Deinen Siegesstab4 sendet der Ewige von Zion5 hernieder: Tritt herum auf deinen Feinden mittendrin. 3. Freiwillig6 folgt dir dein Volk am Tage deiner Kraft7 in den heiligen Bergen8, o Morgenrot vom Mutterleibe 1 אדני, die gewöhnliche Anrede an den Höhergestellten. Ist dies der König, so lautet sie meist vollständig אדני המלך. Beider bedient sich Dawid gegenüber Saul, der kürzeren I Sam 24u und 26!8. Aber auch von dem abwesenden König spricht er als von אדני (das. 247). 2 Auf die Seite, die Glück und Gelingen verbürgt. 3 Dem Angeredeten steht also ein schwerer Kampf mit einem gefährliehen Feinde bevor, es wird ihm aber ein voller Sieg vorhergesagt, wie ihn der Sänger ihm wünscht. Der erste Teil des Satzes trifft ohne weiteres auf den Kämpf mit den Philistäern am Gilboa zu, der zweite ist allerdings bloßer Wunsch geblieben. Dawid ist ja auch nur Sänger und nicht Seher! 4 Saul hatte bereits viele Kriege geführt und viele Schlachten geschlagen, eine Niederlage hatte er bisher nicht erlitten. 5 Einem Gipfel des Gilboagebirges — הרים בנלבע, II Sam 121 —• das aus mehreren Bergen bestand, von denen der eine möglicherweise-ebenfalls ביון; hieß wie der bekannte in Jerusalem. Daß an diesen hier nicht zu denken ist, braucht nicht nachgewiesen zu werden. Zu jener Zeit hatte Israel von Jerusalem noch nicht Besitz ergriffen. — Soviel ist aber klar, daß Sauls Heer auf einer Anhöhe des Gilboa lagerte, die entweder Zion hieß oder von Dawid dichterisch so genannt wurde. Da sie Raum für ein ganzes Heereslager bot, mußte sie wohl kahl gewesen sein, im Gegensatz zu den anderen Höhen desselben Gebirges, die zur Zeit der Eroberung Kanaans bewaldet gewesen zu sein scheinen (Josua 1718). Es liegt deshalb nicht fern, dieses ציון mit *ציד (Trockenheit, Wüste) zusammenzustellen, sei es nun, daß der betreffende Berg von Natur aus oder infolge früherer Abholzung kahl gewesen ist. —• Jedenfalls aber lagerte Sauls Heer auf einem Gipfel des Gilboa (I Sam 284), das der Philistäer bei Sunem (das.), also mehr im Tale. Die Position Sauls war demnach günstiger und mit Rücksicht auf den erwarteten Sieg verheißungsvoller. Er durfte den Angriff der Feinde ruhiger erwarten, andererseits aber war er insofern im Vorteile, als er den Angriff, falls er sich zu ihm entschließen sollte, ins Tal hinuntertragen konnte. 6 Dein Volk folgt dir gern, wie es dereinst Barak folgte (בהתנדב עם Richter 52), als er es gegen Sisera, den ebenfalls sehr gefürchteten Feind, führte. . 7 Das heißt an dem Tage, an dem du wieder deine bewährte Kraft in der Führung eines Heeres zum Siege beweisen wirst. היום חילך, abgekürzt für ביום עשותף חיל, den gewöhnlichen Ausdruck für Ueberlegenheit im Kampf. 8 Heilig deshalb, weil in jener Gegend Israel bereits zwei glänzende Siege über seine Feinde errungen hatte, den einen unter Baraks Führung, den andern unter der Gideons. War עמך נדבות eine Anspielung auf Baraks Sieg, so folgt die auf Gideon in Vers 7 (מנחל בדרך ישתה). — Freilich hatte Barak seine Krieger auf dem Berge Tabor gesammelt, der Sänger hat aber nur den östliehen Teil der Ebene Jesreel im Auge, der nördlich vom Tabor und südlich vom Gilboa begrenzt wird. Auch Gideons Heer lagerte auf einer Anhöhe (vgl. Richter 4ל u. 9), während die Midjaniter usw. sich im Tale gesammelt hatten (das. V. 1). Die Situation war demnach in diesen beiden Kriegen dieselbe wie bei Saul: Israel auf einer Anhöhe, der Feind im Tale. Diese Situation machte also an sich schon den Sieg wahrscheinlich. Es kam aber noch hinzu, daß sowohl Barak als auch Gideon dort ihre ersten Schlachten schlugen, während Saul sich als glücklicher Feldherr bereits wiederholt erprobt hatte. Im Texte steht בהדרי קדש (nach den Akzenten zur zweiten Vershälfte gehörig), wofür aber nach dem Vorgänge von Sym. wohl besser בהררי קדש gelesen werden dürfte. Ein Plural von הדר kommt in der Bibel überhaupt nicht vor, öfter aber ein solcher von הרד und sogar einmal in Verbindung mit קדש (Ps 871י wo vielleicht ebenfalls an die ans Wunderbare grenzende

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