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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 4 · p. Seite 171

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 4
Article
Über moderne Naturphilosophie [Rezension]
Date
1925-01-01
Page
Seite 171 (sequence 3)
Language
German
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171 mögen mittelbare Objekte heißen. Natur soll dann die Gesamtheit aller mittel» baren Gegenstände sein. Durch diese Ableitung des Begriffes Natur ist ohne weiteres die Trennung der Psychologie von der Naturwissenschaft vollzogen. Nicht alle scheiden so streng wie Driesch das Reich der Seele, das auch zu den Erfahrungswissenschaften gehört, von dem der Natur. Aber grundsätzlich müssen alle, die eine Eigengesetzlichkeit des Seelischen, eine Psychologie, wenn, auch ״ohne Seele“ wie Wundt1 in seiner Aktualitätstheorie, anerkennen, seien sie nun Anhänger der Wechselwirkungslehre oder des psychophysischen Parallelismus, für eine Trennung beider Sphären im Empirischen und Logischen eintreten; erst in der Metaphysik darf dann wieder die Frage auftauchen, wie man beide einem Wirklichen zuordnen kann. Nur die Denker, die gleich Ingenieros von Anbeginn Metaphysiker und entweder Materialisten oder Psychomonisten bezw. Energetiker" sind, treten energisch für die Einreihung der psychischen Phaenomene in die Naturwissenschaft ein. Mach 2, der in den Empfindungen die wahren Elemente sieht, weiß von keinem Gegensatz von Psychischem und Physischem. Völlig abstrahiert von dem Erleben als Ausgangspunkt philosophischen und damit auch naturphilosophischen Denkens Ingenieros3, der als Energetiker angesprochen werden muß. Für ihn entwickeln sich die psychischen Funktionen im Laufe der Phylogenie kontinuierlich als Anpassungen an die Umwelt. Ihre extremsten Punkte sind die einfache Reizbarkeit des Protoplasmas und die schöpferische Vorstellungskraft. — Merkwürdigerweise vertritt auch R. France4 5 hinsichtlieh des ,,Ursprungs der Seele“ einen ähnlichen Standpunkt. *. * * Die Naturphilosophie hat gar viele Fragestellungen. Dem allgemeinen Interesse besonders im Hinblick auf Weltanschauungsfragen und meinen Neigungen und Fähigkeiten entsprechend, soll den biotheoretischen Problemen der Vorzug gegeben werden. Von den Fragen der exakten Naturforschung wollen wir die־ M ateri ent heo r i e herausgreifen und an Hand der Wundtsehen Auffassung sowie Drieschs Ordnungslehre ihren gegenwärtigen Stand erörtern. Ordnungslehre und Naturwissenschaft haben beide ein Interesse an der Gewinnung einer möglichst einfachen, alle Erscheinungen umfassenden Theorie. Nachdem der Unterschied zwischen den ״subjektiven“ Eigenschaften und den ״objektiven“ (״sekundär“ und ״primär“) geschaut war, woraus dann Raum, Zeit, Bewegung und Undurchdringlichkeit als die Probleme der Physik sich ergaben, galt es zu prüfen, welcher Art der Träger dieser Eigenschaften sein mußte. Die Naturlehre will die besonderen Gesetze der einzelnen Erscheinungen aus möglichst wenig Formen vorausgesetzten Grundgeschehens denkmäßig ableiten können, während die Logik nach den Kennzeichen forscht, welche Ding, Veränderung etc. haben müssen, wenn sie letzter Ordnung Bestandteile sein sollen. Nur der Wissenschaft, nicht der Natur macht die Logik Vorschriften (Driesch)6. Durch die Geschichte der Physik geht der Antagonismus zwischen Kontinuitäts- und atomistischer Theorie! Jene, die von Descart.es. und B o yl e gestützt ward und trotz der Schwierigkeiten, die ihr durch die Gesetze der quantitativen Chemie bereitet wurden, sich noch unter dem Einfluß von Maxwells Deutung der elektrischen Fern Wirkungen als Wirbelbewegung bis in unsere Zeit erhielt, ist vom logischen Standpunkt aus nur unter sehr gekünstelten Annahmen haltbar. Zur Unmöglichkeit wurde sie, als die letzten Jahre uns die Röntgen-, Kathodenetc. Strahlen und die Strahlungen des Radiums kennen lehrten. Es ergab sich, daß z. B. die Kathodenstrahlen keine elektrischen Wellen sondern negative Elektrizitätsteilchen (Elektronen) seien. Damit war die Umkehr zu einer atomistischen6 Betrachtung angebahnt. 1 Tatsächlich zerfällt nach Wundt die, Weltauffassung in eine physikalische und psychologische. (Nef, Die Philosophie Wilh. Wundts, S. 6—7.) 2 Analyse d. Empfindungen, 4. Aufl., Jena 1903, S. 36. 3 Prjpz. d. bi010g. Psychol., S. 148. 4 Richtig.. Leben, Si 17. 5 Ordnungslehre 267. 6 Zur Geschichte der Atomtheorieen von Demokrit an vgl. F. A. Lange, Geschichte des Materialismus etc. Auch Wundt (Logik II, System

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