Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Seele als Vogel
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 12)
- Language
- German
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161 die gebrochenen Flügel die intellektuelle Unvollkommenheit der Seele bedeuten. Es heißt bei Plato: ,,Die übrigen (Seelen) aber nun verlangen wohl sämtlich nach oben und folgen mit, sind aber unfähig hierzu und werden im Strudel mit fortgerissen, einander tretend und stoßend, indem die eine der anderen vorzukommen sucht; da also entsteht Tumult und Kampf und äußerste Anstrengung, woselbst denn nun viele durch die Schlechtigkeit der Wagenlenker zu Krüppeln werden, vielen aber ihr Gefieder gebrochen... wann hingegen eine Seele aus Unfähigkeit mitzufolgen nichts gesehen und infolge eines Unfalles mit Vergessenheit und Schlechtigkeit angefüllt, niedergedrückt wird und dabei ihr die Flügel gebrochen wurden und auf die Erde fiel, dann besteht das Gesetz, daß sie in keine tierische Natur eingepflanzt wird bei der ersten Zeugung“1. Und an einer anderen Stelle: ,,Die aber, deren Gefieder gebrochen i s t , wird fortgerissen, bis sie irgend einen festen Körper ergreift. . . . Die Ursache aber des Verlustes des Gefieders, warum es der Seele abgeschnitten wird, wollen wir zu erfassen suchen“2. 15. Bisher war von der Seele als einem Ganzen die Rede, die Seele ist geflügelt. Wir finden aber auch, daß einzelne Teile der Seele, die beiden Triebe als geflügelte Lebewesen gedacht werden. So bei Plato, so in der Agada. Bei Plato heißt es: ,,Betreffs ihres (der Seele) Aussehens wollen wir es sagen: Sie soll hiemit gleichen der in eins verwachsenen Bedeutung eines geflügelten Gespannes und eines Wagenlenkers. Der Götter Roß- und Wagenlenker nun sind sämtlich sowohl selbst gut, als auch stammen sie aus Guten, die der übrigen sind gemischt. Und zwar erstens nun ist unser Führer der Wagenlenker eines Zweigespannes, und sodann ist für ihn von den Rossen das eine vortrefflich und stammt aus eben solchen, das andere aber stammt aus gegenteiligen und ist ein gegenteiliges. Schwierig demnach und widerlich muß notwendig bei uns die Wagenlenkung sein“3. Eine Erklärung dieses Bildes gibt Plato an einer weiteren Stelle: ,,Sowie wir im Anfänge dieser von uns erzählten Kunde eine jede Seele dreifach teilten, nämlich in zwei Gestalten in der Form von Rossen und in die des Wagenlenkers als dritte Gestalt, so möge auch jetzt uns all dieses bestehen bleiben. Von den Rossen aber nun ist das eine, sagten wir, gut, das andere nicht; worin aber die 1 At 01 07] äKkca y7ayd|J.sva1 yiv ekaaat xoö avto srcovTai, dduvaxooaat os 67coßpuytat £uy.71sp1cpspovTca, 7c«T0uacc1 aKkqka<z xod sxtß׳zX.X0 03au sxspa xpo xvjc; sxspac; xs1ptop.sv7] yevsao־Gtt. B-opußoq odv •/.al 7cd topujq saycaoQ ytyvsxai. 00 0s xaxi'a 7]v1dy0)v xoXkw. |1sv yuAsdovxca. tzoWui os izoXka xxspd frpaöovTat . . . oxcrv os doüvaxvjaaaa sxiaTCsafrat V-fl 10יןץ za» xiv. auvioy ia yp7]aa|j-£v7] X7j9־y]; ts xai xaxtac; xXyjaB’staa ßapovS•^. ßapovO-sTaa?>s XTspoppü7jaiß xs xod sxl t7)v y7jv xsafl, töte vop.0!; Ta6x7jv jx7] cpoxsuaat sic; ^.r]Bs|t1av &7]ps(av cpuaiv iv Tft ־rcpoVq] ysvsast. Das. Kap. 28, S. 248 A ff. 2 7j os TCTspoppo7]3a3a cpspsxai, s<oq uv oxspsou xtvö^ dvxtXdßsTca . . « T7]v 0’ aixiav vqz Tä&v xxepcüv dxoßo^c:, hl 7Jv tyuyyjc; dxoppsi, ),aßio^sv. Kap. 25, S. 246 C. 3 ,Eoixstüj 07] 2־üp/püT(|> düvcqxsi uxoxTspoo ^suyoos ts xrc\ rjvidyou. frs&v usv oüv 17C7C01 ts xcd yjvloyoi ׳ravTSs ocutol ts dyafrol xod e£ ayaB־d)v, xo os xcov dTAtov!xsjuxxai XCCl TCp&TOV |JLSV ־/]p.03v 6 «p'/OV ^UVWplQOC; 7]Vt0ySl, slxa TO>V iXTCUiV 6 |XSV auxup V.vX6c, TS xal dyaö-dc xal sx xoiouxtov, 6 Bs 3$ ivavxuov xs xai svavxio?. yaXsx7] &7] xai doaxoXoc; s$ ävdyy.Yjz 7j xspt 7]vtdy7]a1!;. Kap. 25, B. 246 A. Monatsschrift, 69. Jahrgang. 11