Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 4 · p. Seite 157

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 4
Article
Die Seele als Vogel
Date
1925-01-01
Page
Seite 157 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2829132-2829927-2829931-2832611--46218-2832666
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

157 mache zu Schuppen, so daß ich in den Jordan hineinspringe, um das Land zu sehen1. 9. Ich glaube aber diese Vorstellung in folgender älterer Agada finden zu können: ,,Wer seine Thorakenntnis hütet, dessen Seele wird gehütet, und wer seine Thorakenntnis nicht hütet, dessen Seele wird nicht gehütet. Aus der Schule R. Ismaels: Ein Gleichnis: Jemand übergibt seinem Sklaven einen Sperling und spricht zu ihm: ״Glaubst du etwa, daß ich, wenn du ihn verlierst, einen Ass als Ersatz für ihn nehmen werde? Nein, deine Seele werde ich dir nehmen“2. Es ist nun bei dieser Ausführung auffallend, daß hier der Thora der Sperling entspricht, ein Vergleich, der nirgends mehr vorkommt. Man würde erwarten Gold, Silber, Edelstein oder andere Gegenstände, mit denen in Bibel und Agada die Thora so häufig verglichen wird. Auch mit Rücksicht auf die Vorgänge des täglichen Lebens wäre das Anvertrauen einer Goldmünze oder eines Edelsteines zum Vergleiche zu wählen gewesen, da dies doch viel häufiger vorkommt als die Uebergabe eines Sperlings. So erscheint dieses Gleichnis in jeder Beziehung auffallend und gesucht. Es scheint daher, daß in diesem Gleichnis das Depositum dem Ersätze desselben angepaßt ist, nach dem Gedanken: ,,Seele für Seele — Vogel für Vogel“. 10. Während des Nachtschlafes, während der Mensch auf seinem Lager schläft, schwebt sein Geist in der ganzen Welt herum und verkündet ihm im Traume, was geschehen wird3. Der Ausdruck ,,verkünden“ deutet vielleicht auf Koheleth 1020 hin: ,,Der Geflügelte verrät das Wort“. Also 4יגיד — מגדת. 11. Metataron zeigte dem R. Ismael die Seelen derjenigen, die weder ganz fromm, noch Frevler sind בינונים. ,,Er faßte mich mit seiner Hand und zeigte mir alles mit den Fingern seiner Hand. Da sah ich die Gestalt ihres Gesichtes wie das eines Menschen 1 Mid. פטירת משה, Jellinek, Beth ha-Midrasch I, S. 124: אמד משד. רבין העולמים תן לי רשות ואהיה כעוף הפורח באדר בכוח שם המפורש או עשה אדתי* כדג ואשא שתי זרועותי כשני סנפירים וכל שערותי החזיר אותם כקשקשים ואקפוץ אל הירדן ואראה את הא-ץ♦ Dasselbe mit manchen Varianten (besonders *ואשא את שתי זרועוו־ד ככנפי השחר vgl. Ps 1399) in דרש לפטירת משה am Ende von דברי הימים של משה mit lateinischer Uebersetzung, Paris 1629 (= Eisensteins אוצר מדרשים, II, S. 379). In Deut. r. XI, 5, viel rationeller. Moses verlangt bloß so zu leben wie Tiere und Vögel leben. Ebenso in der Agada zum Tode Moses5 bei Kohut, Manzur al־Dhamaris Hebrew Arabic Philosophical Commentarv, S. XV: אמר משה רבש״ע אהיה באיילי מרומים וכצבי הרים שהן אוכלין ירקות ועשבים ושותין מי הגשמים ורואין את העולם כך השוה נפשי אחד מהם♦ 2 Menachoth 99b, etwas verschieden Aboth R. Nathan I Rezension, Kap.24:כל המשמר תורתו נשמתו משתמרת וכל שאינו משמר תורתו אין נשמתו משתמרת תנא דבי. ר׳ ישמעאל משל לאדם שמסר צפור. דרור לעבדו אמר כמדומה אתה שאם אתה מאבדה שאני נוטל ממך איפר בדמיה נשמתך אני נוטל ממך♦ vielleicht ist in diesem Sinne auch das Gleichnis des R. Chanina b. Papa, Gen. r. XIX, 11, zu verstehen. 3 Pirke R. Elieser, Kap. XXXIV: ומה שינת חלילה אדם שוכב וישן ורוחו שוטטת בכל הארץ ומנדת לו בחלום כל דבר שיהיה. Zum Ausdruck שוטטת vgl. Sohar Hadasch ילך לך ed. Livorno 32a: א״ר יצחק כל הקורא ק״ש כתקנה על מטתו עולה נשמתו לשוט בארץ החיים♦ 4 Vgl. Luria z. St.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.