Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Alchemie und Kabbala
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 4)
- Language
- German
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98 Wege einer fessellos angewandten Gematria-Methode in Beziehung gesetzt. Elisa, der Schüler des Elias, ist der Einleitung ״sapientiae naturaiis exemplar et divitiarum contemtor“. Dies ־wird I, 117 und 151 aus der Deutung der Naaman-Episode in II Könige 5 entnommen. Dann wird das in den einzelnen Kapiteln Ausgeführte in kurzer Entwichlung vorangeschickt. ״Wisse aber, daß die Mysterien dieser [der chemischen] Weisheit den höchsten Mysterien der Kabbala nicht fremd sind [oder: nicht fernestehen]. Was nämlich der Grund der Kategorien [praedicamentorum] in der Heiligkeit, ist es auch in der Ui> reinheit. Und was die Sephiroth in [der höchsten Welt] Aziluth sind, das sind sie auch in [der untersten Welt] Assija, ja sogar in jenem Reich von ihr, welches gemeinhin das Mineralische heißt, so sehr ihre Würde (excellentia) in den oberen [Regionen] auch überall größer sein mag. Den Ort von [der Sephira] Kether nimmt hier nun die Radix metallica ein, welche die Natur tief verborgen und unter vielen Finsternissen versteckt enthält und aus der alle Me* talle stammen. So ist auch Kether verborgen und emanieren aus ihr alle übrigen Sephiroth. Den Ort von Chokhma hat das Blei, weil es — so wie Chokhma Kether am nächsten steht — aus der Radix metallica unmittelbar hervorgeht; und in anderen ähnlichen allegorischen Darstellungen (aenigmatibus) heißt es [ebenso wie Chokhma]; der ״Vater“ der folgenden Stoffe (Naturen)1. Den Ort von Bina nimmt das Zinn ein, das durch seine weißgraue, den Haaren der Greise ähnliche Farbe und durch sein Knirschen2 die Härte und richterliche Strenge andeutet. Auf Chessed wird von allen Meistern der Kabbala das Silber bezogen, vornehmlich seiner Farbe und Verwendung [!] wegen. Hierher gehören auch die weißlichen Stoffe. Hierauf folgen die roten. Und zwar wird unter Gebhura nach der gewöhnlichsten Meinung der Kabbalisten das Gold lokalisiert, das [zugleich] auch auf den Norden bezogen wird, nach Hiob 3722, nicht so sehr wegen seiner Farbe, als sowohl seiner Farbe als auch seines Schwefels halber. [?! Hier dürfte Knorr irgend etwas mißverstanden haben.] Auf Tiphereth wird das Eisen bezogen. . . Nezach und Hod sind der Ort des androgynen Kupfers, sowie auch die beiden Säulen im Tempel Salomos auf diese beiden Modi bezogen sind, und nach I Kön 715 aus Kupfer waren. Jessod ist das Quecksilber; dieser Sphäre [modus, mystischer Gebrauch von מדה] nämlich kommt der Beiname חי lebendig in besonderer Weise zu3. Auf Malkhuth wird schließlich die ״Medizin der Metalle“ bezogen4, aus sehr vielen 1 Hier ist also das Blei als die alchemistisclie prima materia bezeichnet. 2 Das Knirschen als Symbol der Strenge מדת הדין schon im Bahir, § 28, in der Vokalsymbolik des Ghireq, hier auf den ״Zinnschrei“ angewandt! 9 In der ganzen Kabbala gilt אל חי, auch חי עולמים, als der Gottesname, welcher der Sephira Jessod entspricht. Auch Vital begründet die Zu- Ordnung zum Quecksilber כסף הי auf gleiche Weise. In die gleiche Sephira wurde von den meisten Mystikern die Weltseele verlegt. 4 Der Terminus ״Medizin der Metalle“ רפואת מתכות ist in der hebräischen Literatur für den Stein der Weisen bei Simon ben Zemach Duran belegt, cf. Mägen Abhoth f. 10a. Der, auch sonst in der Alchemie sehr häufige, Name stammt daher, daß dieser Stein ״die Kraft hatte, die kranken (unedlen) Metalle zu gesunden (edlen) zu machen“ (Silberer, p. 5ל). Diese Medizin heißt hier