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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 3 · p. Seite 96

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 3
Article
Alchemie und Kabbala
Date
1925-01-01
Page
Seite 96 (sequence 2)
Language
German
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96 hätte sich hier sicher durch den Gebrauch des näherliegenden, für magische Operationen sonst gebrauchten Wortes פעולה verraten! Das alchemistische Interesse des Autors ist mit diesen Kleinigkeiten völlig erschöpft1, und so viel er auch von seinen gewaltigen Leistungen zu erzählen weiß, rühmt er sich niemals alchemistischer Produktionen. Die größten Schwierigkeiten scheint aber einer Beantwortung der Frage nach alchemistischen. Einflüssen auf die Kabbala, bevor wir die entgegengesetzte nach denen der Kabbala auf die Alchemie behandeln können, das in den alchemistischen Büchern seit Knorr von Rosenroth spukende ,,Sepher Aesch Mezareph“ zu bereiten. Es wird nötig sein, dieses literarische Problem näher zu erörtern. Wolf in seiner Bibliotheca Hebraica II, p. 1265 kennt als der einzige unter den Bibliographen — auch Gaster in seinem Artikel Alchemy in der Jewish Encyclopedia erwähnt nichts davon —ein alchemistisches Buch ״ אש מצרףignis purgans“ (so auch bei anderen Autoren falsch statt purgantis, wie in Maleachi 32). Als Quelle seiner Weisheit gibt er Dethlev C1 u v e r an, der es in einem — nach II, p. 1228 über die Sephiroth handelnden — Aufsatz in den ״Anmerckungen über die nützlichsten Sachen der Welt“ von 1706, p. 172 ff. zitiere. Und zwar ,,zeige er aus ihm, wie die Juden die zehn Sephiroth der Kabbala zur Goldmacherei (Chrysopoeia) benutzen“. Derselbe ,,bezeuge auch, daß die Juden dieses Buch so hoch einschätzen, daß sie keinen Christen für würdig erachteten, dieses Buch zu lesen“. Cluver war ein philosophierender Mystiker und Alchemist. Ich habe mir seinen Aufsatz, der nichts ist als eine Adaptierung der Zitate bei Knorr von Rosenroth, nicht beschaffen können. Original an ihm ist jedenfalls nur die freche Mythologie des letzterwähnten Satzes — nachdem doch alle Kenntnisse Cluvers von einem Christen stammten! Knorr von Rosenroth nämlich überraschte auf dem Titelblatt des ersten Bandes seiner Kabbala denudata 1677 die christliche Welt mit der Ankündigung — die begreiflicher Weise in den alchemistischen Kreisen Furore machte! — dieser Band enthalte unter anderem auch ein ,,Kompendium des kabbalistisch-alchemistischen Buches Aesch Mezareph, über den .philosophischen Stein usw.“ (Compendium Libri Cabbalistico-Chymici, Aesch Mezareph dicti, de Lapide Philosophico etc.) K o p p , der einzige Historiker der Alchemie, dem dieses Buch einige Kopfschmerzen gemacht hat, schreibt II, p. 233, er habe lange im ersten Teil der Kabbala denudata vergeblich nach jenem Buch gesucht. Wir werden sehen, daß der berühmte Forscher schlecht gesucht hat, und einen falschen Trost darin fand, daß er eine ganz riehtige Anmerkung in dem alchemistischen ״Kompaß der Weisen“2 1 Mischung der 7 Metalle zu magischen Zwecken kommt in Gap. 2 des II. Buches vor. Dieses ganze zweite Buch fehlt in der englisch-französischen Rezension. 8 Sie lautet (ed. Berlin 1782, p. 319) dahin, ״daß der Aesch Mezareph nebst anderen Traktaten in dem ersten Teile der Caballa (!) denudata keineswegs in einem fortwährenden Zusammenhang befindlich sei, sondern alle, so auch das Compendium Aesch Mezareph, z e r g 1 i e d e r t in dem Alphabetho Hebraico zu suchen“. Kopps melancholisch-ironischer Zusatz ״wovon ich abstehen mußte“ ist von mehr als einem Leser dahin mißverstanden worden, daß das Buch gar nichtexistiere und das Ganze ein rosenkreuzerischer Bluff Knorrs sei.

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