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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 3 · p. Seite 92

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 3
Article
Die Trepha-Lehre im Lichte der medizinischen Wissenschaft
Date
1925-01-01
Page
Seite 92 (sequence 12)
Language
German
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92 Darm perforiert haben (R.), oder die Gallenblase (M.VI. 7), bezw. wird dazu führen (m. E.). Gallensteine werden bei Wiederkäuern zumeist nur in den Gallengängen der Leber gefunden, und eben dies dürfte unsere Weisen bewogen haben, zwischen Luftröhre und Leber irgend eine Kommunikation anzunehmen. Darmtrakt: ist ein spitzer Gegenstand, Dorn, oder die Kralle was immer für eines Raubvogels — oder -tieres bis in die Bauchhöhle gedrungen — trepha1, weil unmöglich der gesamte Darmtrakt auf minimale Perfor. hin untersucht werden könne, was aber mit Rücksicht auf die Peristaltik durchaus geschehen müßte. Volvulus, von selbst entstanden, oder wenn Gedärme nicht in ihre natürliche Lage reponiert werden, ist trepha; M.VI. 15 scheint zu sagen, daß außen verkehrte Darmschlingen nicht mehr richtig reponiert werden können. Aus einer Begebenheit (Chul. 56b) ist ersichtlich, daß die Gefährlichkeit der Hand schon 1500 Jahre vor Semmelweiß dem Volke bekannt war, nur führte man die ein tretende Bauchfellentzündung auf Volvulus zurück. Schräge, anscheinend angeborene Durchbohrung des Zwölffingerdarmes (das Rind hat deren zwei!) ist im 13. Jahrhundert von S. B e n ־ A d r e t für trepha und die Vorstellungen der Fleischhauer, daß dies bei jedem Tiere zu finden, für verabredeten Schwindel erklärt worden (Resp. 383). J.Landau, Resp. II. j. d. 21 aber meint schon, daß selbst im Leben abgerissener Gallengang kascher; doch wäre m. E. immerhin Analogie mit Aorta aus zwiefachem Grunde zu berücksichtigen, wie auch ישפוך לארק מר״ידתי ועדיין איוב קיים, da ja Erguß in die freie Bauchhöhle noch weit schlimmer (s. Chul. 43a). Wenn es vom Dache gefallen und dadurch, oder durch was für eine mechanische Einwirkung immer, allgemeine Erschütterung, also Zerrung der Glieder uiid Organe erlitten, so daß es nicht stehen kann: so ist es, wenn vor Ablauf von 24 Stunden geschlachtet, trepha, auch wenn nicht die geringste äußere, oder innere Verletzung zu finden. Also reine Commotio und Shok, wobei der Tod, wenn überhaupt, in der Tat innerhalb 24 Stunden einzutreten pflegt. Von R. wird diese Tatsache auf M 0 s a i sehe Tradition zurückgeführt (Beza 34a) (s. Chul. 51b, 56a). Beim Geburtsakte sind keine Zerrungen der Glieder des Neugeborenen zu befürchten2 (R.); M. aber erklärt, daß bei der Gebärmutter, deren Exstirpation kascher, auch Zerrungen belanglos sind; woraus dann gefolgert wird, daß bei Niere, Milz und Leber Verunstaltung durch mechanische Insulte trepha (s. M. IX. 8, 17 und Kommentare). Derussa: Bedingungen: 1. Ebenbürtigkeit der Art nach; also Rind — Löwe usw. 2. Nicht mit Zahn, oder Hinterfuß, sondern nur mit den Krallen einer vorderen Pranke. 3. Zweckbewußter Angriff; Zorn wegen Rettuiigsversuche erschwert. 4. Die Krallen müssen auch herausgezogen werden; wird, bevor dies geschehen, die Pranke abgehauen, oder das Raubtier getötet (kann Vorkommen; s. Brehm beim Luchse) — kascher, denn es träufelt das Gift erst beim Heraus ziehen ein (erst dann reißt es!). 5. Möglichst vor Zeugen, da man ja sonst nicht weiß, durch was und wen die Verletzung gesetzt worden. 6. Es müssen gewisse Folgen ein treten, dann aber ist es auch in verdächtigen Fällen (R-.) oder überhaupt erst dann (T.), trepha: ״das Fleisch gegen die Eingeweide hin sei gerötet“; an den Extremitäten gibt es also keine 1 S. Chul. 53b; nach M. XI. 4 ist Untersuchung angängig; s. aber auch M. V. 6 u. Kommentare das. 2 Chul. 51a.

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