Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Trepha-Lehre im Lichte der medizinischen Wissenschaft
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 11)
- Language
- German
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91 des durchs cheinenden Lungengewe bes I}. M.VI 1.15 hat hier eine schwer verstand־־ liehe Anspielung auf (הדאות בו בשר חי(וייקרא יג; es mag vielleicht bedeuten, daß man eben sehen, also von der Farbe ablesen kann, ob das Gewebe lebensfähig. Auch partielle Fleischfarbe ist trepha, doch dürfte dies mit ״Atume< (Carnificatio) identisch sein, welches der Konsistenz und Farbe nach ebenfalls fleisch ahn lieh; dasselbe ist zwar auch Atelektasie, verschwindet aber bei der Blähung. ,,Wie Leber-kascher“, der Farbe nach, da Hepatisation schon wegen Atum und Uphtha trepha1 (s. Chul. 47b). Wenn fraglich, ob eine Verletzung vor oder nach dem Tode entstanden, vergleicht man sie mit einer ähnlichen, möglichst an demselben Organ gesetzten; aber nicht bei Blasendecken, weil hier keine Blutgefäße, also ein Unterschied gar nicht möglich. Auch Blutbefund an Nadeln2 wird pro und kontra verwertet, da hier frisches Blut sehr zähe haftet, während es vom Gewebe abgewaschen bezw. resorbiert wird. Vereinzelt stehende pleurale Blasen sind kascher; nach M. aber müsse man den Blasengrund auf Bronchusperfor. hin untersuchen und wäre trüber Inhalt überhaupt trepha (Verwechslung mit Abszeß?). Emphysem wäre nach M. VIII. 8 trepha, wegen Pius an Größe, obschon Ueberflüssiges nur der Zahl nach beanstandet wird. Perlsucht wurde schon von R. Joch an an für sehr bedenklich gehalten; man wußte auch, daß die Vegetationen3 kein Produkt akuter Entzündung, da sie sonst adhärierten (T.)4. Brustfellentzündung: die akute Form ist kascher. Exsud atum und Empyem werden gar nicht erwähnt, da es ja hier nur die Lunge gilt. Die chronische Form hingegen hat infolge ihrer Häufigkeit unter allen Trephaarten die größte praktische Bedeutung. ,,Verwachsungen der Pleurablätter namentlich über den unteren Lungenlappen, welche dauernde Respirationsstörungen zur Folge haben “ (Strümpell), oder zwei in unnatürlicher Lage miteinander verwachsene Lappen, könnten wohl ohne Rücksicht auf Perforation schon an und für sich einen Trephagrund abgeben5; aus der Dialektik des Talmuds geht aber klar hervor, daß hier erfolgte (R.) oder bevorstehende (T.) Perfor. der Pleura maßgebend war, wobei allerdings auch das Moment der Zerrung berücksichtigt wurde, indem dies eine Dauerheilung vereitelt (R.), oder Abreißen der Synechien und damit Perfor. bewirkt (T.). Von trepha Tieren ist auch die Milch verboten, und daher m. E. auch von den tuberkulösen — auch wenn man wiederum die Rindertuberkulose für unschädlich erklären sollte —, denn diese gehören nicht mehr zur Mehrheit der Intakten, sondern eben zu den Tuberkulösen, deren Mehrheit infolge chron. Pleuritis in der Tat trepha. Gallenblase: Dattelkern darin hat wahrscheinlich den Weg: Trachea-Pulm.-Cava genommen6; Olivenkern aber (harter spitziger) dürfte den 1 Die im Talmud angeführten kascheren Farben beziehen sich wohl auf postmortale Veränderungen. 2 Nach M.VI. 12 an der Perforationsstelle! gemäß dem Wortlaute der T os e f t a (ed. Z. p. 50433): אם יש במקומה קורט דם, während im Talmud Ghulin 50b מחט — נמצא עליה קורט דם Steht; nun bemerkt aber Ascher! zu Chulin 30b, in betontem Geg e n satze zu M., daß eine vom Talmud nicht zitierte Tosefta nicht maßgebend sei. 3 Werden von M. VII. 10 zu den Blasen gezählt; nun geht aber aus Chul. 46b und 47a klar hervor, daß Blasen nur dasjenige, dessen Decke die Pleura und dessen Inhalt dünnflüssig; s. auch A s c h e r i. 4 Chul. 48a ד״ה העלתה צמחי־ן. 5 Dieser Gedanke wird schon von M. I sserles verwertet; s. דרכי משה j. d. 3917. 6 S. Chul. 49a.