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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 3 · p. Seite 89

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 3
Article
Die Trepha-Lehre im Lichte der medizinischen Wissenschaft
Date
1925-01-01
Page
Seite 89 (sequence 9)
Language
German
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89 nach R. annehmen müßte — die Rede sein, da ja dann das Tier völlig gelähmt gelegen hätte (s. Chul. 45b, 46a, 51a). Leber: Es muß mindestens je ein olivengroßes Stück nächst der Gallenblase und des Aufhängebandes (lig. susp., von dem sie vermeintlich das Leben beziehe) verbleiben. Ausführlich werden in der Leber und deren Gefäßen gefundene Nadeln behandelt, von welchen man annahm, daß sie auch auf dem Wege der Trachea-Bronchus-Pulmonalis-Cava dahin gelangen könnten (also Embolia a tergo!). Wegen Leberegel mußte man dreimal zur Jahresversammlung nach Jabneh kommen, um endlich den Bescheid ״kascher“ zu erhalten. Vermutlich konnte man lange nicht entscheiden, ob diese Egel an Ort und Stelle von selbst entstehen — kascher, oder vom Darmtrakt kommen — trepha. Schließlich berücksichtigte man aber noch eine dritte Möglichkeit: den Weg über Trachea-Pulm.-Cava, also eine Art ספק ספיקא• Tatsächlich kommen sie vom Darme — durch den Gallenweg hindurch. R. N iss im meint zwar, man habe erfahren wollen, ob es zur völligen Vernichtung der Leber komme; doch ist der Umstand, daß das Tier dieses Ereignis unmöglich erleben kann, in puncto Trepha kein Milderungsgrund (s. Chul. 46a, 48a und בית יוסף j. d. 41). Lunge: hat 3 r. und 2 1. Lappen (Ohren); mehr oder weniger, oder umgekehrt (Situs inversus!) ist trepha; doch haben mehr Lappen in normaler Lage und Reihenfolge nichts zu besagen, da es eigentlich bloß mehr Einschnitte. Der unterste (Lob. diaphrag.) wird hier nicht mitgezählt, sondern richtiger Weise Lunge (nachtalmudisch ״Uma“) genannt. Außerdem Anhangslappen (Lob. intermedius, •ביני, ביני, Rosenröhrchen) (s. Chul. 47a). Von der Atmung hatte man verhältnismäßig ziemlich gute Kenntnisse. Die Lunge ist grundsätzlich im geblähten Zustande zu untersuchen. Von Luftdruck wußte man allerdings nichts1, also auch davon nichts, daß die Lunge überall dicht an der Brustwand anliege; man stellte sich vielmehr die Lage so vor, wie man sie nach Eröffnung der Brusthöhle fand, namentlich daß die Lunge nur vorn (kranialwärts, was man ,,Brustenge“ nannte) der Brustwand stets eng anliege, während sie kaudalwärts von dieser stets entlernt sei, bezw. bei der Atmung sich entferne und nähere;dort kommen dauernde Verwachsungen zustande, hier aber ist jede Adhäsion Zerrungen ausgesetzt und demnach leicht abreißbar (s. Chul. 48a R. ד״ד. התם במקום רביתא); man kann es aber auch ganz modern lernen, ohne der Halacha Abbruch zu tun, da ja die Lunge eben hier die größten Exkursionen der Fläche nach macht. Unsere Weisen haben sich also hier keineswegs von der Gefahr eines Poeumothorax leiten lassen, ja es ist sehr fraglich, ob sie überhaupt etwas davon gewußt haben. Die Pleura wird ihrer Dünne und steten Spannung halber besonders strenge beurteilt, während das Lungenparenchym nur als Fleisch gilt, daher: ,,innerer Defekt ist kein Defekt“; nur gewisse subpleural liegende Veränderungen gelten schon als äußerer Defekt, bezw. man fürchtet hierbei das Los der Pleura. Perfor. der ,,Röhren“ ist zwar trepha, doch genügt immerhin schon Verstopfung durch das ,,Fleisch“, auch wird bei ihnen das Trepha niemals antizipiert, weil sie als Fortsetzung der Luftröhre ,,hart“ i. e. widerstandsfähig wären (s. Chul. 47b, 48b u. R. das.). 1 Scheint mir nicht ganz sicher. Vgl. Mischna Mikw. 10, 1: בלי שהטבילו י־ רך פיו כאילו לא טבל. M. G.

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