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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 3 · p. Seite 88

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 3
Article
Die Trepha-Lehre im Lichte der medizinischen Wissenschaft
Date
1925-01-01
Page
Seite 88 (sequence 8)
Language
German
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88 Nadel im Herzen oder in den großen Gefäßen ist unter allen Umständen trepha, da deren Ausgangspunkt gewöhnlich die Haube, die nur 3—4 cm vom Herzbeutel entfernt ist. Die Herzknochen beim Rinde waren schon im Mittelalter als solche bekannt, bildeten aber gleichwohl noch in der Neuzeit ״Fragen“; zuletzt bei M. Sofer, Resp. II. 28. Rückenmark: trepha ist nur quere Durchtrennung der Haut (Pia); Erweichung des Markes — 3 Grade werden angeführt — ist aber dennoch trepha; Höhlenbildung (Cyste, Syringomyelie) aber kascher. Hier, wie anderwärts, zeigt sich, daß Defekte milder beurteilt wurden, als bestehende Krankheitsprozesse 1 2. ״Wieweit reicht das Rückenmark? Samuel sagt: bis zwischen den Verzweigungen,“ nämlich bis zur Cauda equina, wo das sich rasch verjüngende Ende des Markes, der Conus medullaris, schon zwischen den Verzweigungen zu liegen kommt, d. h. zwischen den aus ihm indichter Reihenfolge entspringenden und im Wirbelkanal noch weiter kaudalwärts ziehenden Nerven fasern , wie die Rübe des Pferdeschweifes zwischen den Haaren. Vom Ascensus medullae wußte man damals noch nichts, also glaubte man, daß hier das Mark selbst sich verzweige, daher halachisch ein Ende habe, da es nicht mehr ״Faden“, sondern ״Fäden“. Der Conus medullaris beginnt am Ende des letzten Lendenwirbels und reicht ca. bis zum IIIV Kreuzbeinwirbel. Diese Stelle wollte R. Jehuda an einem lebenden Lamme zeigen, da bei diesem die Dornfortsätze der Kreuzbeinwirbel noch getrennt sind (der erste ist der höchste!); es gelang aber nicht, denn das eine war zu fett, das andere zu mager, er aber wollte, daß eben der erste am ehesten zu tasten sei. Die Halacha beschließt, daß die kraniale Hälfte des Conus sicher trepha, die kaudale aber fraglich (reicht nämlich beim Kalbe tiefer!); bis dahin ist aber auch das Entzweireißen der ,,Verzweigung“ selbst trepha, was wieder nur so zu verstehen, daß man selbe als verzweigtes Mark hielt (s. auch צומת 2(ועידין, da doch sonst z. B. die zu den Atmungsmuskeln führenden Verzweigungen (n. phrenic. u. intercost.) ungleich wichtiger wären! בין הפרשות ist also Ein Begriffswort des Ortes, wie בין השמשות der Zeit. Das ist meine Interpretation, welche dem Wesen nach mit der des R. Gerson und des M. IX. 4 übereinstimmt; nach diesen bedeutet nämlich פרשות die Abschnitte, i. e. Wirbel, bezw. Mitte des Kreuzbeines (das Rind hat deren 5, Schafe und Ziegen 4, selten 3). Nimmt man nun ער אחת seil.פרשה als ersten Verzweigungsabschnitt, nämlich bis zur ersten Mündung (פי הפרשה) der Kaudafasern in die Durabe zw. Zwischenwirbellöcher, oder als ersten Wirbelknochen, so kommt.es ganz genau auf dasselbe hinaus. Nach R. reicht das Mark anatomisch עד סוף הזנב; lebenswichtig wäre es aber nur bis zum III. Lenden wirbel (also wie beim Menschen!), und die פרשות wären Nerven s t ä m m e des PI ex. lumb.; nun sind diese aber nur nach sehr schwieriger kunstgerechter Präparation zu sehen und פרי תאר erklärt denn auch rundweg, weder er noch die Fleischhauer hätten diese פרשית jemals finden können. Von einem Schafe, das die Hinterfüße nachschleppte, behauptete Rabhina, daß das Mark gespalten sei, was auch die Sektion bestätigte. Der Talmud meint aber, daß dies nur so eine erratene Diagnose gewesen, und daß man in ähnlichen Fällen das Tier gar nicht zu untersuchen brauche, da Ischias ungleich häufiger. Nun konnte da unmöglich von einer Spaltung des Lendenmarkes — wie man 1 S. unten bei Niere; ferner Milz: Exstirpation kascher, Perfor. am Hilus trepha. 2 Chul. 76a.

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