Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Aus der neuesten bibelwissenschaftlichen Literatur
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 16)
- Language
- German
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80 Stück folgende Erklärung mit ihrer feinen Einfühlung,in den nationalen und gesellschaftlichen Hintergrund machen sein Studium zu einem rechten Genuß. Einen kleinen Beitrag zur Religion der Propheten, der sich lediglich an einen jüdischen Leserkreis wendet, bringt die Schrift von A. Posner: das Buch des Propheten Micha (Frankfurt a. M., I. Kauffmann 1924). Das Büchlein, dem ein Verzeichnis seltener Worte beigefügt ist, zieht ausschließlich die alten jüdischen Kommentare zur Unterstützung der eigenen Erklärung heran. Die möglichst wörtliche Uebertragung ist bemüht, den Text restlos ins Deutsche umzusetzen. Daß da so manche Härte und Unebenheit mitläuft, ist nicht verwunderlich. Es wäre besser gewesen, wenn der Verfasser, der den Micha doch auch verdeutscht wirken lassen will, Uebersetzung und Erklärung von einander getrennt hätte, da seine Art, nach je 2 oder 3 Versen Uebersetzung immer die Erklärung beizufügen, bisweilen recht störend wirkt. Daß diese Erläuterung sich nicht selten in erbauliche Weiten verliert, soll ihm nicht als Tadel angerechnet werden, da sein Buch der Belebung praktischer Religiosität dienen will. Die ,,Einführung in das A. T." von Johannes Meinhold (Gießen, Töpelmann 1919; Sammlung Töpelmann, 1. Gruppe, die Theologie im Abriß, Band I) verfolgt den praktischen Zweck einer kurzen Einführung in das Schriftstudium. Sie enthält eine Skizze der Einleitungsprobleme, der politischen und literargeschichtlichen Entwickelung, sowie des religiösen Werdens bis zur hellenistischen Zeit. Das Vorhaben, einen Ueberblick über den Stand der alttestamentlichen Forschung zu geben, erfüllt das Buch trotz seiner Knappheit in einer Weise, die seine Lektüre nicht langweilig werden läßt, was bekanntlich von einem Kompendium nicht oft zu rühmen ist. Da es sich um die zusammenfassende Darstellung eines Wissensgebietes handelt, an dem zahlreiche Gelehrte Genexationen hindurch gearbeitet haben, tritt ein besonderer charakteristischer Standpunkt hinter dem allgemeinen der kritischen Schule zurück. Die neuerdings von Eerdmanns, Dahse u. a. geäußerten Bedenken gegen die kritische Hauptthese, die Pentateuchquellentheorie, werden wohl kurz berührt, aber der Verfasser folgt der - breiten Straße. Ueber die in vielen Einzelfragen bestehenden Meinungsdifferenzen wird sorgsam referiert, so daß der Leser durch dieses Buch zwar nicht das Gefühl empfängt, welches nach Meinholds Einleitung gerade das an erster Stelle zu betreibende Bibel- Studium wecken soll, daß das ,,Wort Gottes in Ewigkeit dauert", wohl aber einen klaren Einblick in die um 1919 herrschenden Ansichten der protestantischen kritischen Schule über das Alte Testament gewinnt. Allen sich bilden Wollenden endlich ist das Büchlein von I. Benzinger, die Geschichte Israels bis auf die griechische Zeit, gewidmet (Sammlung Göschen Nr. 231). Die Schrift liegt in dritter Auflage heute vor. Sie ist vor allem um den Rahmen der nationalpolitischen .. Geschichte bemüht. Innerhalb dieser ist mit besonderem Bedacht ./die Vorgeschichte im Zusammenhang der orientalischen Welt berücksichtigt. Hervorhebung verdient besonders der bei aller Knapp-