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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 3 · p. Seite 76

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 3
Article
Aus der neuesten bibelwissenschaftlichen Literatur
Date
1925-01-01
Page
Seite 76 (sequence 12)
Language
German
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76 — zu verallgemeinernde — Beispiel von Gibeon zeigt, die des Acker״; besitzes beraubten, bestimmten Tributleistungen . unterworfenen^ zum מס herangezogenen Kanaaniter sein. Die Einwirkung ihrer mehr oder weniger vollkommenen Verschmelzung mit dem israelitischen Volkskörper, der sich noch bis in Davids Zeit hinein erst eines Teiles des gelobten Landes bemächtigt hat, muß bei den Israeliten für den Aufbau der sozialen Ordnungen entscheidend gewesen sein. Es handelt sich nun darum, zu zeigen, wie weit diese גרים allmählich in die israelitische Volksgemeinschaft hineingewachsen sind. Eine entscheidende Belegstelle hierfür ist I Kg 920 ff.; wo ausdrücklich die Heranziehung von Nichtisraeliten zu den Fronarbeiten Salomos ausgesprochen ist. Unter den גרים wird der תושב, der auf seinem — freilich enteigneten — Boden als eine Art zu Land״ arbeit verpfichteten Hörigen geblieben, von dem שכיר,'dem Hand־־ werker, geschieden, der nicht schollensässig gedacht werden kann. Er war zu zeitlich begrenzter Dienstleistung gehalten, nach Jes 1614; auf eine .Spanne von drei Jahren. Es ist unklar — und der Verfasser löst diese Schwierigkeit nicht — wie sich danach seine rechtlich gesellschaftliche Stellung wandelte. Wie steht es nun um den freien hebräischen Arbeiter? Dieses sei der רע. S. glaubt aus der stereotypen Verbindung von 'יתום אלמנה גר, עני עמך folgern zu sollen, daß auch hier nicht nur allgemein charakterisierende Bezeichnungen vorliegen, sondern daß־ in diesen Worten bestimmte Rechts־■ und Arbeitsverhältnisse zum Ausdruck kommen, wobei das der Präposition עם angehängte Pronomen den Arbeitgeber, aber kein allgemein menschliches Verhältnis• bedeutet. Witwe und Waise, die immer in diesem Zusammenhänge genannt werden, sollen dann Personen lediglich aus dem Kreise der Arbeitnehmer meinen, deren Lage eine besondere Abhängigkeit von dem Brotherrn bedingt. Ich möchte glauben, daß S. hier zü weit gegangen ist; jedenfalls könnte nur eine lückenlose Wortstatistik das Fundament zu einem sicheren Urteil ebnen. Diese würde aber gewiß in vielen Fällen einen allgemeineren Sinn z. B. von ךע, ge״ schweige von אביון oder דל, zulassen. Oder sollte ein Satz wie ואהבת לרעך כמוך wirklich unter dem רע nur den persönlich werktätigen landlosen Volksgenossen verstehen? Die Zusammen״- Stellung vollends des אורח mit dem von Aegypten her dem israelitischen Volkskörper eingestreuten, aber nicht von ihm rezipierten אסכסף ist eine sehr kühne Hypothese. — Trotz allem erblicken wir in diesem Buch eine Auffassung, die genaueste Beachtung verdient, um so mehr, als die Erforschung der wirklichen sozialen Zustände■ im biblischen Israel noch kein klares Bild der Tatsachen ergeben hat. Wir würden als Ausgang die Frage behandelt wissen wollen, wie der merkwürdige Zwiespalt zu erklären ist, der darin beruht, daß auf der einen Seite die Theorie des Pentateuch eine völlige Ausmerzung der Urbevölkerung befiehlt, während auf der andern dem גד weitest־- gehende Rücksicht entgegengebracht wird. In allgemeinen Umrissen werden die ethischen und gesellschaftliehen Zustände im Volke der Bibel behandelt von Andreas Eberharter, die soziale und politische Wirksamkeit* des älttes tarn e n fliehen Propheten-

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