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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 3 · p. Seite 70

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 3
Article
Aus der neuesten bibelwissenschaftlichen Literatur
Date
1925-01-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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70 wegung gehört und. er beim Ueberschreiten dieser Fläche gleichsam aus seinem eigenen רה״י in den Tm tritt, so daß mit diesem Grenzübertritt zugleich eine Gesetzesübertretung durch das Tragen erfolgt. Unter allen am Sabbath biblisch verbotenen 39 Verrichtungen, die als Ober-Spezies des Genus Arbeit, מלאכה, gelten, ist keine zweite durch so viele Entwickelungsphasen gegangen wie die im Mischnah-Traktat Sabb 72 an letzter Stelle genannte הוצאה. Ihre Ausnahmsstellung zeigt sich neben der Ausführlichkeit, mit welcher sie in vier Perakim behandelt wird, auch darin, daß mit ihr der ganze Traktat eingeleitet wird. Diese Bevorzugung dürfte nach meinem Dafürhalten nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, daß im Pentateuch der Ausdruck מלאכה bei keiner anderen Hauptspezies, nur bei ihr allein, zur Anwendung gelangt. Die beiden Talmude1 weisen einmütig darauf hin, daß Mose die Einbringung der für das Heiligtum bestimmten Geräte und Kunstgegenstände מלאכה nennt. Daß Pflügen und Ernten am Sabbat verboten sind, wissen wir aus Exod 3421 und Lev 254, 5. Daß man am Sabbat kein Feuer anzünden dürfe, sagt uns Exod 35s; daß Reiser auflesen eine Entweihung des Sabbat ist, steht Num 153234־־, ohne daß an allen diesen Bibelstellen der Ausdruck מלאכה gebraucht wird. Wohl aber wird das Tragen aus dem ,,geschlossenen“ in den ,,offenen Raum“ eine מלאכה genannt. Das fordert doch zum Nachdenken heraus. Und ist etwa der lange Weg von der ״Last“, die am Sabbat zu tragen so־wohl Jeremia 1721, 22 31׳s auch Nehemia 1315 als eine Entweihung brandmarkt, bis zu den an Imponderabilien grenzenden minimalen Quantitäten in unserem Mischnahtraktate in kurzen Sprüngen zurückgelegt worden? Neben dieser, wenn ich mich so ausdrücken darf, quantitativen Entwickelung läuft eine ebenso lange qualitative einher. Zu den zwei biblischen Räumen kommt als dritter, der Karmelith genannte, ״niedere“ und der in seiner Eigen- Schaft als Zwischenstation geltende ״schmale Raum“ als 4. hinzu. Auch die den Luftraum ausfüllenden Gegenstände werden nach ihren drei Dimensionen zu biblischen oder rabbinischen רשויות gestempelt. Endlich wird aber auch ein als ,,Karmelith“ geltender Weg, sobald er allgemein benützt wird, aus einem rabbinischen zu einem bibfischen Raum gemacht. Und von einer solchen Umwandlung ist in der eingangs erwähnten Mischnah die Rede. Der über einen Sumpf führende Weg ist an und für sich, weil dem Sumpf die Tiefe zu einem רה״י fehlt, ein rabbinisch verbotener. Wird er jedoch allgemein, d. h. von vielen Menschen benützt, dann ist das Tragen auf ihm am Sabbat biblisch verboten. Der דקלן מים wird durch die starke Frequenz aus einem Karmelith zu einem רה״ר, aus dem ״niederen“ zu einem ״offenen Raum“, in welchem sowohl die הוצאה als auch die .העברה entweder die Kareth-Strafe oder ein Sündopfer zur Folge haben. Nun erlaube ich mir die bescheidene Frage, warum in der Mischn^h zweimal von der העברה und kein einziges Mal von der הוצאה, resp. der הכנסה die Rede ist? Sobald die Worte ארבע אמדת gebraucht werden, kann ja nicht von einem Werfen in den, sondern bloß von einem Werfen in d e m Raum gesprochen 1 Babli 96b, Jer lr

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