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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 3 · p. Seite 69

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 3
Article
Aus der neuesten bibelwissenschaftlichen Literatur
Date
1925-01-01
Page
Seite 69 (sequence 5)
Language
German
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69 schalmi Sabb. 114 ist es ein Schüler Rabas, der auf die Abundanz in der Mischnah hinweist, ohne jedoch eine Doppelthese in ihr zu finden. Von einem■ שמוש ע״י הדחק weiß der Jeruschalmi nichts1. Die Abundanz-Theorie, deren sich die Tannaiten bei der Auslegung des Bibelwortes bedienen, wenden die Amoräer selbstverständlich bei der Erklärung der mischnischen Normen an. Dagegen läßt sich, wenn keine Kollision mit der Hermeneutik eintritt, nichts einwenden. Auffallend jedoch bleibt es, daß die Amoräer hier bei der Annahme eines Ueberschusses das in der Mischnah Fehlende nicht vermissen. Kann da׳ nicht in dem doppelt Gesehenen das Fehlende stecken? Wo es sich um das Tragen eines Gegenstandes am Sabbath handelt, unterlassen es die Tannaiten niemals, den Doppelcharakter des Verbotes hervorzuheben. ׳ Es ist nicht allein untersagt, am Sabbath eine Sache מרשות לרשות, aus dem ״geschlossenen'f in den ״offenen Raum" hinaus- und umgekehrt aus dem ״offenen" in den ״ge- ״schlossenen Raum" hinein-, es ist auch strafbar, in dem ״offenen Raum" selber sie vier Ellen weit zu tragen. Welches von diesen zwei biblischen Verboten das primäre und welches das sekundäre ist, darüber läßt uns Exod 1629 auch nicht einen Augenblick im Zweifel. Die vier Worte אל יצא איש ממקומו beinhalten sowohl das1 Verbot der הוצאה als auch das der הכנפה;.denn, wie schon Tossaphoth2 bemerken, handelt es sich hier um ein Hinausgehen nicht mit leeren Händen, sondern mit einem zur Aufnahme des erwarteten Manna bestimmten Gefäße. Das deutsche Wort tragen ist alles eher als eine getreue Wiedergabe der הוצאה מרשות לרשות. Tragen — im gewöhnlichen, alltäglichen Sinne des Wortes — setzt bei Lebewesen eine Fortbewegung im Raume, ein Gehen voraus. Die Balken ■ oder Säulen tragen das Dach, aber eine Mutter, die nicht geht, hält ihr Kind; erst gehend trägt sie es. Die הוצאה מרשות לרשות hingegen ist auch ohne Gehen, auch stehend denkbar. Es kann nämlich jemand in seinem Zimmer stehen und sich der הוצאה מרשות לרשות schuldig machen, indem er den von ihm aufgehobenen Gegenstand durchs Fenster auf die Straße legt. Die צקירה und die הנחה in getrennten Räumen sind die zwei Momente, welche das Wesen sowohl der הוצאה als auch der הכנפה ausmachen. Sprachlich ist Tragen das Primäre, das Hinaus- und Hineintragen das Sekundäre; im jüdisch religiösen Sinne ist das Hinaus- und Hineintragen das Primäre, das Tragen hingegen das Sekundäre. Tragen in biblisch religiösem Sinne bezieht sich bloß auf den offenen Raum. Als sekundäres Verbot heißt es nicht bloß הוצאה, sondern auch העברה. Und warum das Tragen im offenen Raum innerhalb vier Ellen gestattet, über diese vier Ellen hinaus strafbar wird? Aus dem ganz einfachen Grunde, weil einem jeden innerhalb des ״offenen Raumes" eine Fläche von vier Quadratellen zu seiner freien Be- 1 Die Stelle lautet: *ולסר. תני־כה תרין זימנין, ר׳ הנינה בשם ר׳ פנחס כשהיו שני דקקים, אתר הרבים מהלכין בו, ואחד אין הרבים מהלכין בו כשהן נדחקין, שלא תאמר הואיל ואין הרבים מהלכגין בו אלא כשהן כדהקין אינו רשות הרבים אלא (רשות היחיד) כרמלית] לפום כן צריך למימר,רשות הרבים הוא]. Dieser Pinchas war aus Babylon und, wie man sieht, wollte auch er manches, das er von Hause mitgebracht, in Judäa fallen lassen. 2 Sabb. 2a s. v. יציאות

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