Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 3)
- Language
- German
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333 missen. Was Kahana (Vorwort S. IV) von den hebräischen Quellenschriften der jüdischen Geschichte behauptet, ihr Stil sei fast durchweg so sehr schön und leicht, daß Klein wie Groß sie geläufig lesen kann שהרי רבם כבלם לקרא בהם yלשונם כל כך יפה י וקלה. עד שקטן כגדול ירו, ist eine gelinde Uebertreibmig. Auch der gründlichste Kenner der hebräischen Sprache stößt hier auf Schwierigkeiten in Wörtern und Sätzen. Gerade in einer Anthologie für Lehrer und Lernbegierige (s. Vorwort S. IV: הקורים העברים וביחוד המורים ובני, הנעורים הרוצים להשלים ידיעותיהם) müßte dafür gesorgt sein, daß nach Möglichkeit alles richtig gelesen, alles richtig verstanden .werde. Wer heutzutage einen Text herausgibt, muß Unverständliches entweder durch Verbesserung zu heilen versuchen, oder doch den Leser darauf aufmerksam machen, daß hier ein Unverstandenes vorliegt. Zweifelhaftes muß entweder entschieden oder als zweifelhaft kenntlich gemacht werden, nicht aber darf das. Fehlen jeder Bemerkung den wohlfeilen Schein erwecken, als ob alles in schönster Ordnung Eigennamen und Fremdwörter, überhaupt Wörter, deren Aussprache nicht ohne Weiteres feststeht, dürfen in einem Lehrbuche oder wissenschaftlichen Werk nicht ohne Punktation gedruckt werden. Den Leser über Unverstandenes oder Unverständliches ahnungslos hinweghüpfen oder hilflos hinwegstolpern lassen heißt philologischer Schlamperei Vorschub leisten. Unpuriktierte Wörter, auch wenn es nur Eigennamen sind, in ihrer Aussprache der Willkür oder der Falschlesung unbedenklich preiszugeben, verrät einen Mangel an sprachlicher Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit. Vor solcher Nachlässigkeit kann im Interesse einer Sprache, die zu neuem, gesundem Leben erweckt werden soll, nicht genug gewarnt werden. Man mißverstehe mich nicht. Ich bin weit entfernt davon, zu fordern,, daß jeder Herausgeber uns einen kritisch gereinigten Text biete, worin jede Schwierig־ keit gehoben, jeder Zweifel beseitigt, jede Unklarheit aufgehellt sei; aber ich verlange von^dem Herausgeber eines Lehrbuches, daß er sich nicht damit begnüge, wie es früher üblich war, verderbte oder schwer verständliche Wörter und Sätze kritiklos abzudrucken, daß vielmehr an den Stellen, wo der Durchschnittsleser es unumgänglich benötigt, die erklärenden Anmerkungen nicht fehlen, ohne die ein richtiges Lesen und ein rechtes Verständnis unmöglich sind. Eine verfehlte Erklärung mag mit unterlaufen, der Wert des Buches wird dadurch nicht geschädigt. Ja selbst, wenn die Anmerkung keine Erklärung zu bieten hat, sondern nur den einfachen Hinweis darauf, daß hier eine Erklärung vonnöten ist, auch dann noch gibt es nichts zu tadeln. Wohl aber ist das Fehlen jeder Bemerkung dort, wo der denkende Leser eine solche erwarten muß, eine bedenkliche Unterlassung. Und diese ist es, an der die Kahana’sche Chrestomathie in manchem .Lesestück leidet. " - Einige kleine Bemerkungen, die ich mir beim Durchlesen aufgezeichnet habe, seien im folgenden wiedergegeben und zur Beachtung bei einer etwaigen Neuauflage empfohlen. ' S. 4, Z. 9 ist עדא mit נתבטל Übersetzt, desgleichen 8, 11 דלא יטדון mit שלא יתבטלו. ich würde vorziehen, עדא wörtlich mit סד י und יטדון mit יסורו wiederzugeben. — 8, 1 תרועת מטרא mit תפלת המטר übersetzt, warum‘ nicht wörtlich mit תרועת מטר und dazu eine kurze worterklärende Anmerkung? 8, 7 פליטת פפריא heißt doch im Hebräischen ohne Zweifel פליטת סופרים, nicht aber מדינת אלצין 8 ,29 — .פליטת מפרין vgl. 55, 11 2 ״85 — .בצין v. u. statt ואת l. הב נלע או חבכלע 8 ,49 — .ואל vgl. 52, 6 v. u. בארעיש und 54, 2 v. u. בלכגל• Es handelt sich doch wohl bei allen diesen Namen um eine und dieselbe Stadt: —53, 10 v. u. אמול (auch 53, 9 v. u.) scheint aus אתל (S. 54, N. V, Z. 1 und 2; 56, 3 und 4) verschrieben. — 54, 10 ברטאם vgl. 55, N. VII, Z; 6 ברטאסים. — 62, 9 בארץ עתיקה ist durch 59, 5 v. u. בארץ עתיקה בבבל erklärt. — 62, 13 מר הוא ist doch wohl aus מר רב verschrieben, vgl. 110, 12 und 111, 19 u. 24. — 67, 19 st. מסודרת 9 ,91 — '.כותבין .1 כתבי als Uebersetzung von מתרצתא. Wäre nicht מיושבת richtiger? — S. 100 sind die zu den Anmerkungen gehörigen Zahlen in arge Verwirrung geraten. — 117, 8 ist die Lücke wohl mit נאדדום zu ergänzen. — 119, 5 u. 6 scheint mir die Einschiebung von לא völlig überflüssig. לדבריו השגיחה ist richtig, da das Schweigen der Frau zu den von ihr vernommenen Worten weder Freundlichkeit noch Feindschaft bedeutete. — 119, 22 ist nach 120, 16 etwa so zu ergänzen: הנני בידכם, עשו 6 ,120 — .לי כטוב בעיניכם V. 11. ist st. לרגלה des Reimes und des . Sinnes