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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 4 · p. Seite 332

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1924-01-01
Page
Seite 332 (sequence 2)
Language
German
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332 לר׳ אחימעזן, die Ebjathar-Megilla, der Reisebericht des R. Petachja sind vollständig abgedruckt, umfangreichere nur durch Textproben vertreten. Nicht, wie die bisher erschienenen. Anthologien von Zedner (1840) bis Halper (1921), will Kahanäs Buch nur für Studierende ein Hilfsmittel zur Erlernung des hebräischen historischen Stils sein, sondern einem hebräischen Leserkreis ausgewählte Musterstücke geschichtlichen Inhalts vorführen, dem Bedürfnis '.von Lehrenden und Lernenden nach den hebräischen Texten der jüdischen Ges chichts quellen besser als bisher entsprechen. Darum plant auch der Herausgeber, die größeren historischen Schriften, von denen in der Anthologie nur Auszüge gegeben werden konnten, in einer Serie hebräischer Bücher zur jüdi: sehen Geschichte und Folkloristik nach und nach zu veröffentlichen. Kurz, aber vortrefflich ist die Einleitung (S. Y—VIII) zur Anthologie. In gedrängter, aber fesselnder Darstellung wird gezeigt, daß bis zur Periode des Galut Geschichtsschreibung zu den vornehmsten Bedürfnissen und Leistungen israelitischer Kultur gehört hat. In der Diaspora aber erlischt bei den Juden allmählich das unmittelbare Interesse für Geschichtsschreibung und Ges chichts künde. Man beschränkt sich fast nur darauf, die alten Urkunden israelitischer und jüdischer Geschichte durch unhistorische Zutaten sagenhaft (agadisch) auszuschmücken. Aeußeren Zufällen nur, nicht der Liebe zur Historie danken die wenigen noch übrig gebliebenen jüdischen Geschichtsquellen aus alter Zeit ihre Erhaltung, äußeren Zufällen nur, nicht einem inneren Bedürfnisse danken wir die Abfassung von historischen Schriften in der Diaspora, Die wenigen historischen Aufzeichnungen sind nicht um der Sache selbst willen niedergeschrieben, sondern entweder im Dienste religiöser Zwecke verfaßt oder gar nur zum Zeitvertreib für Verfasser und Leser, um als Unterhaitungslektüre beifällige Aufnahme, vielleicht auch lohnenden Absatz zu finden, also aus Gründen, die mit der Liebe zur Geschichtswissenschaft nicht das mindeste zu tun haben. Diesem völligen Mangel an historischem Sinn entsprach auch die mangelnde Wertschätzung ja ausgesprochene Geringschätzung jeder geschichtsschreiberischen Leistung bei den Juden, wofür Kahana (S. VFI ff.) aus einer halachischen Schrift von Jakob Emden ein vielsagendes Beispiel bringt. Dazu kommt noch, daß bis tief ins vorige Jahrhundert hinein der jüdische Geschichts stoff auf Leidens- und Gelehrtengeschichte beschränkt blieb, ,jüdische Kultur- und Wirtschaftsgeschichte, Städte- und Familiengeschichte erst seit neuerer Zeit in den Bereich der jüdischen Geschichts- Forschung einbezogen wurde. Üm so wuchtiger für uns, die wenigen historischen Schriften, die wir besitzen, gründlich zu studieren iirid äuszuschöpfen, wie auch den Geschichtsstoff jeder Art zu sa.mmeln und zu verarbeiten, der aus versprengten Notizen in den verschiedensten Büchern und Schriften ermittelt und erschlossen werden muß. Die : vorliegende historische Anthologie verdient in mancher Hinsicht volles Lob. Die Auswahl des Stoffes ist eine wohlerwogene und wohlgelungene. Wertvoll für die Erleichterung des Verständnisses ist die hinzugesetzte moderne Interpunktion. Die Korrektheit läßt fast nichts zu wünschen übrig. Die wenigen.Druckfehler sind für einen des Hebräischen kundigen Leser — und nur für solche ist das Buch bestimmt — leicht zu beseitigende Schönheitsfehler, . also keine Hindernisse des Verständnisses. Einer jeden Quellenschrift, die hier ganz oder nur in Textesproben abgedruckt ist, geht eine gute instruktive Einführung voran, die das Wichtigste über Verfasser und Inhalt, wie auch die dazu gehörige Bibliographie (diese allerdings nicht immer. vollständig) enthält. Wertvolle Wort- und Sacherklärungen in Fußnoten begleiten die Texte. Dabei fällt es auf, daß, während einige Stücke mit einer Menge von erläuternden־ Anmerkungen versehen sind, andere wiederum an solchen empfindlichen Mangel leiden. Diese Ungleichheit der Stoffbehandlung ent- -hüllt uns einen Hauptfehler des Buches. Da, wo der Verfasser gute Ausgaben des Textes; oder doch gute Vorarbeiten bereits vorgefunden hat, bietet er dem Leser in Anmerkungen alles zum Verständnis. Nötige. Schwierige Wörter werden punktiert, zweifelhafte Personen- und Ortsnamen möglichst richtig gestellt, bezw. identifiziert, Fremdwörter werden erklärt, dunkle Stellen erläutert. Völlig anders, ja zuweilen nichts von alledem dort, wo die bisherigen Ausgaben und Vorarbeiten wenig oder gar nichts an Erklärungen bieten. Da ist die Zahl der Fußnoten bei Kahana eine spärliche oder gar verschwindend geringe, so daß wir oft die fehlende unentbehrliche Erläuterung stark ver-

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