Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Der Talmid Chacham
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 303 (sequence 13)
- Language
- German
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303 Von den vielen Beispielen, die die Bescheidenheit der T. Ch. beweisen, sollen hier nur einige erwähnt werden. Einst gab Raban Gamliel der Fürst, den Gelehrten ein Mahl, und es saßen alle Gelehrten Israels bei ihm1 2 3 4 5 zu Tische, da stand er auf und bediente sie. Einige sagten: ,,es ist nicht recht, uns von ihm bedienen zu lassen‘6. Da sagte R. Jehoschua: ,,Laßt ihn uns bedienen, es bediente einst seine Mitmenschen ein Mann, der noch größer war als R. Gamliel“. Auf die Frage, wen er meine, sagte er: ,,Unser Stammvater Abraham war größer als R. Gamliel und bediente die Engel, die er füP arabische Götzendiener hielt, um so geziemender ist es, daß R. Gamliel die Gelehrten bediene“1. R. Zadok sagte: ,,Es ist einer da, der noch größer ist als R. Gamliel und als'unser Stammvater Abraham, und dennoch die Menschen (Menschheit) bedient“. Auf die Frage ,,wer“ fuhr er fort: ,,Ich meine die göttliche Vorsehungj die zu jeder Stunde alle Lebewesen der Welt nach ihrem Bedürfnis versorgt, und zwar nicht nur die frommen und gerechten, sondern auch die Bösewichter und die Götzendiener; umso mehr geziemt es sich also, daß R. Gamliel die Weisen und Jünger der Thora bediene“ (Mechilta Amalelc Jitro 2). R. Elieser sagte einst zu R. Jehuda ben Batira: ״Du bist ein großer Weiser, weil.du die Lehren der Weisen befolgtest“2 (Negaim IX3, XI7). Ein T. Gh. sagte niemals :",,Ich sehe einen Aussatz im Haus“ nicht einmal, wenn er es bestimmt wußte, sondern: ,,Ich sehe et־was im Haus, das wie Aussatz aussieht (Negaim XII4)3. Die sind die Schüler Abrahams, die einen wohlwollenden, bescheidenen und demütigen Sinn haben (Pirke Abot V19)4. Es galt als schändlich für einen T. Ch., wenn er sich schminkte, bevor er hinausging, oder wenn er hochmütig mit erhobenem Haupt über die Straße ging (Berachot 43b)5. Raba pflegte zu sagen: Endziel der Weisheit ist Buße und Wohltaten, daher lerne niemand, um seinen Vater, seine Mutter, seinen Lehrer, und den, der ansehnlicher ist als er selbst, zu verachten6 (Berachot 17a). Die T'. Ch. betrachteten sich als Diener der Gemeinschaft7 (Sifre Deuteronomium 16). Moses und David hatten zwar große Verdienste, flehtet aber zu Gott, ohne ihre Verdienste anzuführen, um so weniger durfte ein T. C11. seine — allerdings kleineren —■ Verdienste in seinem Gebet Vorbringen8 (Sifre Voeschanan 26). Von einem T. Ch. wußte man nichts, bis er nicht einen Mischna-, Halacha- oder Agadavortrag hielt, oder an die Spitze seiner Gemeinde trat9 (Sifre 306). Er war geneigt, wegen der Thoragesetze sich einzuehgen10 (Chagiga 14a), seine Kleidung war zu jeder Zeit einfach11 (Numeri Raba XXI6). Ein T. Ch. soll seine unrichtigen Behauptungen einsehen, was auch die größten Gelehrten (Hiilel und Schammai) getan haben12 (Edujot I4). . . Bescheidenheit war nicht die einzige Tugend, die dem Talmid Chacham eingeschärft wurde. Vor allem mußte der Talmid Chacham in eigener Person die Harmonie zwischen Lehre und Leben wahren. 1 כשעשה רבן גמליאל סעודה לחכמיבם היו כל חכמי ישראל מסוביבם אצלו עמד רבן גמליאל ושמשן אמרו אין כדין שישמשבו אמר •להן רבי יהושע הניחו לו שישמש שמציבו שגדול מרבן גמליאל ששמש את הבריות אמר איזה זה אמר להבם אברהם אבינו גדול העולם ששימש מלאכי השרת שהיה סבור שהם בני אדבם ערביים עובדי עבודה זרה רבן גמליאל שישמש חכמים לומדי תורה על אחת כמה וכמה אמר להן רבי צדוק מציגו גדול מרבן גמליאל ומאברהבם ששימש את הבריות אמרו לו איזה זה אמר להפם שכיבה שבכל שעה מפסיק מזון לכל באי העולם כדי צרכן ומשביע לכל חי רצון ולא לבבי אדבם הכשרים והצדיקים בלבד אלא אף הרשעים עובדי גמליאל על אחת כמה וכמה שישמש חכמים ובבי תורה pn עבודה זרה. 2 חכם גדול אחה שקיימת דברי חכמים. 3 אפילו תלמיד חכם ויודע שהוא נגע ודאי לא יגזור ויאמר בגע נראה לי בבית ^א כנגע בראה לי בבית. 4 תלמידי של אברהם אבינו עין טובה ורוח נמוכה ונפש שפלה. 5 גנאי לו לתלמיד הכם אם יצא כשהוא מבושם לשוק.« ״ אף לא יפסיע פסיעה גמה ח> יהלך בקומה זקיפה. 6 מרגלא בפומא דרבא תכלית חכמה תשובה ומעשים טובים שלא יהא אדפם קורא ושובה ובועט באביו ובאמו וכרבו ובמי שהוא גדול ממנו בככמה ובמבין. 7 עבדים ומשועבדים לצבור. 8 משה ודוד * ״. ״ לא ביקשו מן המקום שיחן להם אלא הגם מי שאינו אחד מאלף אלפי אלפים ורבי רבבות מתלמידיהם על אחת כמר. וכמה שלא יבקש מלפני המקום שיתן לו חנם. 9 תלמידי חכמים אי אתה יודע מהם עד שישבה משבה הלכות ואגדות או עד שיתמנה פרבם על הצבור. 10 תלמידי חכמים מקמטין עצמן על דברי תורה . 11 בגדי ♦ ״ ► חבר הדיוט. 12 למה מזכירין את דברי שמ*\.י והלל לבטלה ללמד לדורות הבאים שלא יהא אדם עומד על דבריו שהרי אבות העולם לא עמדו על דבריהם.