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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 4 · p. Seite 295

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 4
Article
Der Talmid Chacham
Date
1924-01-01
Page
Seite 295 (sequence 5)
Language
German
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295 das Mehl für sich, die Kleie für sich und das Grobmehl für sich aussondert, ebenso genau unterscheidet der Talmid Chacham die Worte der Thora; er klärt die Worte der Thora auf und wiegt sie ab. ״Dieser Mann verbietet, jener Mann erlaubt, dieser Mann erklärt etwas für unrein, jener für rein/' R. Juda meint, ein Schüler mit guten Fähigkeiten gleicht einem Schwamm, der alles aufsaugt. In zweiter Reihe steht der, welcher dem Werg gleicht, das nur eine beschränkte Saugfähigkeit hat (wörtlich :־ das nur soviel aufsaugt, wieviel es für sich nötig hat). So ist der* welcher bloß den Lehrsatz hersagt, den ihm sein Lehrer beigebracht hat. R. Akiba vergleicht den Talmid Chacham im Anfangsstadium mit der Zisterne, die nur soviel Wasser bietet, als sie aufgenommen hat. Später gleicht er einer Quelle, die von sich heraus immer frisches Wasser gibt. Auch der Talmid Chacham weiß anfangs nur das, was er gelernt hat, später gleicht er einem Brunnen, der das lebendige Quellenwasser von verschiedenen Seiten gewinnt, ähnlich gehen auch von ihm Schüler und Schülergenerationen hervor. Zu Cant 75: ״Deine Augen sind wie Teiche“, bemerkt Sifre1 Deut. 41: unter ״Augen“ sind die über die Gemeinde gesetzten Alten zu verstehen. Teiche gleichen den Worten der Weisen, Gleichwie man beim Teich (von der Oberfläche aus) nicht weiß, was drinnen ist, so kann man zum richtigen Verständnis der von Weisen ausgesprochenen Worte (durch oberflächliches Hören) nicht gelangen — ״in Chesclibon“, d. i. durch Berechnung (Erwägung), Berechnungen, die durch Beratung und Nachdenken vollzogen .werden. Und wo werden sie vollzogen? In den Schulen. Dies veranlaßte R. Eliezer, den ihn am Krankenlager besuchenden Schülern den Rat zu erteilen, daß sie ihre Söhne zwischen die Knie der Talmide Chachamirn setzen sollen2 (Berach. 28b). Der Lehrer beschäftigte sich mit Liebe und Treue mit seinen Schülern und hatte das Bestreben, seine Fähigkeiten zu entfalten. R. Joclianan b. Zakkai hat manche Fragen in der Absicht aufgeworfen, daß er den Geist der Schüler schärfen und entfalten soll3 (Sifre Num. 123). Auf Schärfung des Geistes lenkten übrigens auch die Schüler ihre Aufmerksamkeit, wenn sie unter sich waren. Oefters begegnen wird dem Satz4, daß Talmide Chachaiuim sich gegenseitig ihren Verstand in der Halacha schärfen (Berach. 47b. Sabb. 63a). Ein anderer Spruch lautet: Halte dich eng an Lehrer und Schüler und ich rechne dir es an, als würdest du in den Himmel auf gestiegen sein und dort (die Thora) empfangen haben3 (Sifre Deut. 49). Die Bibelworte (Hiob 2216) werden in Anpassung an den mischnischen Sprachgebrauch auf Talmide Chachamirn gedeutet, die sich dem Thoraworte zulieb in dieser Welt einschränken6 (Chag. 14a). עיניך אלו הזקנים המתמנים על הצבור * בריכות מה בריבה זאת אין אדם יודע מה בתוכה׳ כך אין ב אדם עומד על דברי חכמים בחשבון בחשבונות שגומרין בעצה ובמחשבה והיכן הן בגמרין בבתי מדרשות. 2 והושיבום בין ברכי תלמידי חכמים.בניכם. 3 גכדי לחדד את התלמידים 4 תלמידי חכמים המחדדין זה את זה בהלכה. 5 .הדבק בחכמים ובתלמידים ומעלה אבי עליך באלו עלית למרום ובטלת רב ברומן בר יצחק אומר אשר קומטו לברכה אלו תלמידי חכמים שמקמטץ עצמן על דברי תורה »־ בעולם הזה. Anstatt des Wortes לברכה steht im vorliegenden Bibeltext ולא עה. Aehnliche Varianten der traditionellen Literatur sind zusammengestellt in Aptowitzer: .״Das Schrjftwort in der rabbinischen Literatur“ (Wien).

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