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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 4 · p. Seite 283

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 4
Article
Gott und Pharao
Date
1924-01-01
Page
Seite 283 (sequence 16)
Language
German
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283 ״״> tums, dem man ja den Monotheismus nicht abstreiten kann, wofür man ihn als supranaturalistisch und abstrakt möglichst zu entleeren und zu verkleinern sucht — P, 2) einen sympathischeren Gott, aus dem sich das Christentum, dessen Entstehung aus dem Judentum doch auch nicht aus der Welt zu schaffen ist, entwickelt haben könne, den Gott der Propheten E, und 3) da die Ursprünge der Religion Israels von denen des Heidentums nichts voraushaben dürfen, den Volksgott der halbheidnischen Volksreligion, dem man nun alle Defekte anheften kann — der ״naive“ J. Damit ist sie denn glücklich zu einer der alten christlichen parallelen kritischen Dogmatik gelangt. Es ist eine neue Dreifaltigkeit im A. T. Also die Israeliten sollen sich goldene und silberne Geräte und Kleider von den Aegyptern geliehen haben. Aber wozu und mit welcher Begründung? Damit sie, wird uns gesagt, ihr Gottesfest würdig feiern können. Und auf ein derartig fadenscheiniges Vorbringen sollen die Aegypter nichts Eiligeres zu tun gehabt haben, als' ihre Kasten und Truhen zu entleeren und all ihre Kostbarkeiten den Israeliten auf einige Tage zu borgen, auch ohne sich in ihrer rührenden Einfalt und Weltfremdheit dadurch irre machen zu lassen, daß sie die Israeliten mit Kind und Kegel, mit Sack und Pack ohne einen Faden zurückzulassen abreisen sahen! Ich bezweifle, daß ein einziger deutscher Bauer seinem jüdischen Nachbarn in gleichem Falle auch nur seinen Sonntagsrock ,,borgen“ würde. Unser weltkundiger Gelehrter aber weiß das noch lebensvoller auszumalen. ,,Bei J dagegen 321 f. sind es ausschließlich die hebräischen Frauen, welche die Anleihe machen, und das ist das ursprüngliche und allein natürliche: die Frauen besorgen und tragen die Geschirre, die man zum Opferschmaus braucht und sie und die Kinder schmücken sich für das Fest“. Was war das doch für eine abgerissene und dabei noch protzenhafte Gesellschaft, diese abziehenden Juden! Sogar die Töpfe und Schüsseln müssen sich die Frauen borgen. Aber von Gold und Silber müssen sie sein, anders tun sie’s nicht. Und sie selber müssen sie bis zum Sinai durch die Wüste schleppen. Das ist das ,,allein natürliche“. Denn da die Frauen backen und kochen, dürfen sie sich nimmer vom Küchengerät trennen. Eine Verlegenheit gibt es allerdings: ״nun wird freilich vonBaentsch gegen die Zuweisung von321f. an J eingewandt, daß nach 321 f. die Hebräer mitten zwischen den Aegyptern sitzen wie bei E, nicht gesondert im Lande Gosen, wie. J durchweg voraussetzt.“ Man höre, wie M. sich zu helfen weiß: ,,dies Argument erscheint zunächst einleuchtend, aber zutreffend ist es nicht. Der Jahwist denkt sich die Verhältnisse der Hebräer in Gosen gleichartig denen der Hirtenstämme, die er kennt. An ihrer Spitze stehen Aelteste, und unter ihnen wohnen stammfremde Beisassen, die im Klientelen- Verhältnis zu hebräischen Familien stehen, als גלי בית. Außerdem aber gehört Gosen zum ägyptischen Reich; daß hier also neben den Hebräern auch selbständige Aegypter mit eigenen Häusern in noch viel größerer Zahl als in Edom, zur Zeit Davids und Josaphats Israeliten ansässig sind, ist selbstverständlich. Bei den Frauen dieser beiden Kategorien wird 32a die Anleihe gemacht, 112. sind sie durch das allgemeine und daher nichtssagende רעה Nächster, d. h. hier Nach- 19׳*

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