Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Gott und Pharao
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 15)
- Language
- German
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232 den Aegypten! Ansehen verschaffen, damit; wenn ihr wegzieht, ihr nicht mit leeren Händen wegzieht. Sondern jedes Weib soll von ihrer Nachbarin und Hausgenossin verlangen, daß sie ihr silberne und goldene Geräte und Kleider leihe ('ושאלא אשד« משכנתה.-וג),. die sollt ihr euren Söhnen und Töchtern anlegen und so sollt ihr die. Aegypter um ihr Eigentum bringen (מצלתם את 112 (2 .(סצרים Schärfe den Leuten ein, jeder solle sich von seinem Nachbar und jede von ihrer Nachbarin silberne und goldene Gegenstände ausbitten, Gott aber verschaffte dem Volke bei den Aegyptern Ansehen; auch der Mann Mose galt: sehr viel in Aegypten bei den Höflingen und Untertanen des Pharao.. 3) 1235 f. die Israeliten aber hatten׳ getan, wie ihnen Mose geboten hatte, und sich von den Aegyptern silberne und goldene Geräte־ sowie Kleider erbeten. Und Gott hatte den Leuten bei den Aegyptern Ansehen, verschafft, so daß sie ihnen willfahrten (וישאלום), so* plünderten sie die Aegypter. (So nach der Uebersetzung von Kautzsch). Man kann sich denken, mit welcher Wollust die Antisemiten: und Feinde des alten Testaments von den Alexandrinern bis Houston Steward Chamberlain, dem ״germanischen'״ Verfasser der Grundlagen, des neunzehnten Jahrhunderts und Fritsch, dem unermüdlichen Fabrikanten juden- und bibelfeindlicher Pamphlete, sich auf diese Blöße gestürzt haben. Andrerseits muß man zugeben, daß die apologetischen Bemühungen, wenn sie darauf hinauslaufen, den Aegyptern die Gegenrechnung für hundertjährige Dienste, wobei den Israeliten noch etwas herauskäme, auf zumachen, nicht gerade überzeugend wirken. . Mit jenen untergeordneten Elaboraten unwissender Skribenten haben wir uns natürlich nicht zu befassen, wohl aber mit ihren wissenschaftlichen Gewährsmännern. Denn sie haben ja genug Autoritäten,, auf die sie sich berufen können und brauchen nur auf die gängigen gelehrten Werke zu verweisen; z. B. Stade p. 86: Gott befiehlt Israel,, die Aegypter zu bestehlen, p. 199: er veranlaßt Israel, den Aegyptern goldene und silberne Geräte und Kleider zu entwenden. Ho 1zinger zu 322: sie sollen die Israeliten ausplündern, indem sie sie durch das v.. 18 suggerierte Vorgehen prellen. Ba ent sch: es handelt sich um eine rechtswidrige Aneignung, auf die die Israeliten nicht von vornherein gefaßt sind. Ed. Meyer p. 11: Gott weiß, daß die Israeliten nicht wiederkehren und den Aegyptern die Sachen nicht zurückgeben werden, daß die Vorspiegelung der Rückkehr nur Trag ist; er ist nicht der gerechte Gott der Welt, sondern durchaus Partei und so verschafft er seinem Volke noch einen ansehn.- liehen Gewinn auf Kosten der Fremden. —־ Hört man nicht beinahe den Jargon eines Fritsch heraus? Hier zeigt sich denn bei einer instruktiven Gelegenheit der Pferdefuß der Quellerischeidung und daß sie mehr als ein unschuldiges philologisches Vergnügen ist. Die antijüdiche Kritik braucht mehrere Quellenschriften, weil sie für ihre religionsgeschichtliche Degradierung des A. T. mehrere Götter braucht; 1) einen Gott des späteren Juden-