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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 4 · p. Seite 281

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 4
Article
Gott und Pharao
Date
1924-01-01
Page
Seite 281 (sequence 14)
Language
German
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Q281"' סאון ist die formelle Erklärung einer als minderjährig|Verheirateten bei ihrer Großjährigkeit, daß sie die Ehe nicht gelten lassen will, Pharaos Ungehorsam entspringt aus der Leugnung Gottes und seiner Autorität. Da Pharao also nicht hören will, so soll er fühlen. Die Plagen sind מכות מרדות mit denen ihn Gott kraft seiner Erziehungsgewalt züchtigt, um ihn zum Gehorsam zu bringen. Darum wird jedem neuen Schlage erst noch eine letzte Frage vorausgeschickt: wenn du dich ferner weigerst willst du jetzt gehorchen? Nein? -— dann . . . Und nun erst folgt der Schlag, bis die bis zum Aeußersten (10) gehende göttliche Langmut erschöpft ist und für den Unverbesserlichen nur noch der Tod übrig ist: מכין אתו עד שתצא נפשו. Die jüdische Auffassung war von einem richtigen Gefühl geleitet, als sie die Plagen schlechthin עשר) מכות) nannte. Pharao ist also ein widerspenstiger Sohn, Auch er ist ein Kind Gottes, aber ein ungehorsames. Mizraim ist ein Brüder Israels, des andern Kindes Gottes. Dieser Bruder ist Gottes Erstgeborener d. h. bestimmt, allein Gott zu dienen. Daß Pharao den Bruder zu diesem Dienste frei lasse, ist es, was ■Gott verlangt (בני בכורי ישראל - שלח את בני ויצבתי). Aber Pharao will, daß der Bruder sein Knecht sei, er hat ihn, Wohltaten mit Undank lohnend und seine Gewalt mißbrauchend, zum Sklaven gemacht und knechtet ihn 14 <213) כפרך), was das Gesetz später mit offenbarem Hinblick auf Aegypten als unbrüderlich brandmarkt (Lev 2643j 46,53 לא תרדה בו בפרך), Alle Völker sind Kinder Gottes, alle sind Brüder, denn sie sind alle Nachkommen des Einen Urahn Adam oder Noah. Allen soll das Wort ,,Gott“ der שם הנכבד והנורא (Dt 2858) sein, der Ehrfurcht und Gehorsam bewirkt, wie das Wort: der V ater, die Mutt e r hat es gesagt! Darum erhält der Name an dieser Stelle diejenigen zwei Attribute, die den Eltern zukommen (כבד (את אביך ואמך Ex 2012 und איש אמו ואביו) תיראו) Lev 192 הנכבד והנורא. Wenn die Völker Israel den Brudernamen und Bruderliebe weigern und auf seine Bruderanrede nur Hohn hätten, so soll Israel doch ״selbst den Aegypter nicht verabscheuen,״ denn ein Fremdling warst du in seinem Lande“ (Dt 238). Gegen diesen hohen sittlichen Standpunkt sticht anscheinend um so greller der letzte Zug 3n dem Gemälde ab: der Diebstahl, den die Israeliten beim Abschied begehen. Dehn was ist es anderes als Diebstahl, Betrug, Unterschlagung oder Veruntreuung, jedenfalls aber ein unehrliches Verhalten, wenn sie sich von den Aegyplern Gold- und Silbersächen und Gewänder ״leihen“, obgleich sie wissen, daß sie nie wiederkommen, und nirgends verlautet, daß sie sie jemals mit Dank zurückgeschickt hätten? Am kompromittierendsten aber ist es, daß sie diese Untat nicht auf eigene Faust begehen, sondern sich von ״Gott“ befehlen lassen, so daß es nicht möglich ist, sie nur ihrer menschlichen Habgier zuzuschreiben, sondern aller Makel auf ihre niedrigen Begriffe von Religion und Moral fällt. Und dabei ist die Sache der Schrift,so wichtig, daß sie sie dreimal erwähnt: 1) 321 f. wird Mose der endlich glückliche Ausgang mit den Worten verheißen: auch werde ich diesem Volke bei Monatsschrift, 68. Jahrgang.

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