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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 4 · p. Seite 275

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 4
Article
Gott und Pharao
Date
1924-01-01
Page
Seite 275 (sequence 8)
Language
German
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275 Variationen dieser vier. Das Wort שפטים.aber ist das spezielle Wort für die Gerichte an Aegypten (Ex 60, 74, 1212, Nu 334). Von den Plagen der Straf reden über Israel konnte der Erzähler für Aegypten das Ausbleiben des Regens mit seinen Folgen nicht gebrauchen. Denn was Aegypten vom- Lande Israel unterscheidet, ist grade seine Unabhängigkeit vom Regen (Dt 1110). Sein Boden wird vom Nil bewässert und, fruchtbar gemacht. Darum ist . es der Nil, der zuerst geschlagen wird, wie in den Segens- und Fluchreden für das Land Israel fast stets der Reg e n an der Spitze steht. Auch den Krieg konnte der Verfasser als eine geschichtlich umständlieh vorzubereitende und lange andauernde Plage nicht gebrauchen. Dafür läßt er mit Hungersnot durch die rasch wirkenden des Hagel- Schlages und Heuschreckenfraßes drohen. Die verderblichen Tiere sind neben כנים, צפרדע und ארכה durch ער1ב vertreten und 1דבר erfaßt unter diesem Namen das Vieh und als Tod die Erstgeborenen (vgl. 915). Die Finsternis aber, die letzte Plage vor dem Sterben, ist ein besonders häufiger Zug in den prophetischen Gemälden des göttlichen Gerichtes. Der ,,Tag des Herrn“ wird Finsternis sein. (Jes 1310, Joel 2?, 34, Am 518, 89, Zeph 115). Es kann also nicht von einem besonderen ägyptischen Kolorit der Plagen geredet werden. Aegyptisch sind höchstens die Ver- Wandlungen als solche und von den Objekten, wie natürlich, nur der Nil mit den Fröschen darin. Wichtiger ist die Intention der Plagen. Daß sie lediglich Demonstrationen der göttlichen Allmacht seien, ist bereits zurückgewiesen, obgleich diese Wirkung nicht ausgeschlossen werden soll. Als solche wären sie auch recht kümmerlich. Daß Gott der Allmächtige ist, wird dem Ungläubigen allerdings am wirksamsten dadurch beigebracht, daß Gott die Ordnung des Weltganges, die jener für feststehend hält, so daß er sich darauf verläßt, zu seinem Schaden stört und umkehrt. Sie bringen ihm Glauben bei, weil sie ihn treffen und die Riemen, mit denen er gegeißelt wird, aus seinem Leder geschnitten sind. Aber der wahre Erweis von Gottes Allmacht ist allein die Schöpfung der Welt. Auch das ist irrig, das Ganze als einen Wettkampf zwischen Gott und P'haraozu bezeichnen. Pharao kann sich Gott gegenüber durchaus nur als leidende Partei verhalten. Der Begriff des Kampfes tritt erst hervor, als Pharao selbst sich zum Kampfe rüstet oder ist nur einseitig zu verstehen (Dt 434)• Wenn man die göttlichen Veranstaltungen Plagen nennt, so ist damit nur ihre objektive Wirkung ausgedrückt. Auch die Bezeichnung als Strafgericht kann nicht .als zutreffend erachtet werden. Denn hierzu ist das Verfahren zu kompliziert und hätte keine Unterbrechungen zugelassen. Pharao wird zu etwas aufgefordert — er weigert sich — es wird ihm etwas angedroht — die Drohung ist erfolglos — jetzt folgt eine Plage — er legt sich aufs Bitten — die Plage hört auf — er nimmt seine Zu- 1 Auf diese Plage spielt Amos 510 an: ich werde wider euch דבר senden wie einst in Aegypten (בדרך בצרים, wie Jes 1024, gg mit dem gleichen Ausdruck der Stab erwähnt wird), wahrscheinlich auch auf die Heuschreckenplage cfr. v. 9 מם. Vergleiche übrigens das Schema ודא שבחם עדי nach Lev 26.

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