Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Gott und Pharao
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 6)
- Language
- German
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273 s3e, Mose und Ahro.n, sondern auf's eine Leute. Hingegen bei Nr. 4, ‘5, 7, 8, 9 ״und et entließ nicht׳״. Bei der Ver- Stockung nach den ersten 5 Plagen ist Ph. oder sein Herz Objekt. Das Verbum ist חזק im Kal oder כבל im Kal oder Hiphil. Das letztere ist der Fall bei Nr.. 2, 4, 7, d. h. immer, wenn Ph, zurückgenommen hatte, woraus der Unterschied der Verba ganz deutlich wird:, er machte sein Herz wieder stark, es schien sich gehoben zu haben, er ließ es mit seiner Schwere wieder fallen. Das war seine Natur, daher das Kal 714j 97. .Erst macht Gott die Plagen so leicht, daß Ph. dafür zu stark ist, dann macht Ph. sich, dadurch verblendet, selber stark. — Das dunkle Gemälde von der Herzensverhärtung Pharaos und seiner Diener ist durch einen lichten Hintergrund gehoben: das Verhalten Israels. Pharao ist ungläubig und heillos verstockt, die Israeliten werden kleingläubig und verzagt, tun aber schließlich dankbar wie Gott, will (1237 f.). Sie sind schwach aber nicht schlecht. Das Gegenstück zu Pharaos Dienern sind die Aeltesten Israels. Sie erscheinen niemals in einer tadelnswerten Haltung und werden rücksichtsvoll stets verschwiegen, wenn das Volk sich empört oder abfällt. — — VII. Wir haben die Herzensverhärtung Pharaos begriffen und allen kritischen Anfechtungen gegenüber die vollkommene Einheitlichkeit, Planmäßigkeit und sorgsamste Ausarbeitung der Erzählung von den ägyptischen Plagen nachgewiesen. Aber der eigentliche Charakter der Letzteren bedarf noch der Aufklärung. Warum wird gegen das verhärtete Herz Pharaos gerade mit diesen Mitteln und in dieser Prozedur vorgegangen? Hinsichtlich der Beschaffenheit der Plagen hatten wir die Ver- Wandlungen (Blut, Frösche, Ungeziefer) von den andern unterscheiden gelernt. Plagen sind auch sie, aber nur sie und der Aussatz können als die Chartumim aus dem Felde schlagende Wunder spezifisch ägyptisch genannt werden. Die andern sind uns wohlbekannt und entsprechen gewohnten israelitischen Vorstellungen und Erfahrungen. Einzeln begegnen sie in*ge$chichtlichen Berichten sowie in prophetischen Reden sehr häufig. Schon frühzeitig werden sie zu düsteren Gemälden der Schrecken, die ein Volk treffen können, verwebt worden sein. Die beiden ältesten Muster sind die Verheißungen für die Befolgung und die Androhungen für die Nichtbefolgung des Gesetzes, mit denen die ,Gesetzessammlungen des Levitikus (26) und des Deuteronomiums (28) schließen. Beide ergänzen sich formell und inhaltlich. Dt 28 ist Segen und Fluch mit den dafür von uraltersher stereotypen Formeln: בלוך אתה und impf. 3p. mit nachgestelltem 'יפתח יי/ יקימך יי/ יצו יי/ יתן יי' :יי (nach Nu׳ 26^1'יברכך יי) und für den Fluch אדור אתה und impf. 3p. mit nachgestelltem *ידבק יי/ ישלח יי' : יי usw. (schon Gen 314,17, 4lt> 925j 1419, 2728 u. o.). Hingegen Lev 26 ist eine Verheißung von Glück und Unglück, beginnend mit lauter Perfekten 1p. und Vorgesetztem /I, (jenes 10 mal, dieses bis v. 45 24 מבלתיmal?). Dt hat also die Wunschform, Ley die Erzählungsform. Es sind die beiden Typen