Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 2)
- Language
- German
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257 barkeit des Verl, gegeben hat, so tragen doch seine Werke unverkennbar die Spuren dieser Vielsclireiberei. Es fehltdie Ausgeglichenheit, so daß in den späteren Partien des Werkes andere Auffassungen und andere Begründungen vorgetragen werden als in den früheren Kapiteln; aber selbst innerhalb desselben Kapitels stößt man auf den gleichen Fehler. Man vergleiche z. B. S, 4 ,,schulm äßige V ers ammlung ‘6und unmi ttelbar darau f die ri chtige Erklärung von,, S chul ‘ ‘ von schola Abteilung, wozu übrigens die mittelalterliche Bedeutung — besonders instruktiv sind die scholae peregrinorum — heranzuziehen gewesen wäre. Oder man vergleiche, was S. 6 und was S. 12 über exxTapic/. gesagt ist. Im Kapitel Orientation stößt man dauernd auf Widersprüche. Mehr als seltsam ist S. 127 die Anführung eines Satzes aus Meyers Konversationslexikon mit der Bemerkung ״was nur ein Beweis ist. daß cler Satz allgemein anerkannt ist“. Kap. 9 ist fälschlich überschrieben ״Biblische Beweisstellen“, während tatsächlich nur Bibelstellen behandelt sind, die nach talmudischer oder hellenistischer Auffassung Beweisstellen sind. In das Gebiet der methodischen Fehler gehören unerquickliche U11genauigkeiten, die dem Leser jedes Gefühl der Sicherheit rauben. Abb. 6 (zu S. 249) trägt die Unterschrift ״Plan einer Katakombe von Rom“; das Verzeichnis der Abbildungen (S. 469) bemerkt dazu:. ״Fehler. In Wirklichkeit Felsengräber bei Jerusalem. C. Schick in ZDPV. IX 74“. Abb. 8 (zu S. 312f ist nicht, wie die Unterschrift sagt, aus dem Innern ״eines Arcosolgrabes au) Malta“, sondern laut Verzeichnis ״auf einer Säule der Moschee Gami el Kebir in Gaza“. Ein drastischer Mangel an Sorgfalt ist vollends in der Unterschrift dieser Abbildung ״Inschrift in althebräischen... Charakteren“, während tatsächlich Quadratschrift vorliegt. Wenn S. Klein auf Grund eigener Beobachtung feststellt, daß man von den Bergen um Tiberias Siloh nicht sehen könne, so ist es recht seltsam, wenn Krauss demgegenüber behauptet (S. 208 Anm. 2), daß ״nach der Landkarte zu urteilen“, SILoh von dort aus gesehen werden müsse. Charakteristisch für die Methode ist S. 72 ״Die Zahl 3 der Vorstände haben wir ... in M. Joma VII! wirklich vor uns: zu ihnen könnten ferner 2, zusammen 5, leicht aus den übrigen Nachrichten gefunden Werden (w. unten), und dies muß ein günstiges Vorurteil erwecken auch für die Zahl 12, die wir freilich von anderen Daten aus nicht erhärten können“. So kann man so ziemlich alles beweisen. Verfehlt ist der Versuch (S. 98 ff.), die Synagoge als Ersatz für den Tempel hinzustellen; denn Krauss selbst erwähnt die Tatsache, daß die älteste Synagoge auf dem Tempelberg gestanden hat. Das Datum der Errichtung des Tempels in Elephantine ist unbekannt. Krauss, der auf die Zeit der Erbauung ״das größte Gewicht“ legt, nimmtfür sie ״injErmangelung eines genaueren Datums das Jahr 530 v. Chr. an“ und beweist (?) mit Hilfe dieser ganz willkürlichen Annahme seine vorgefaßte Meinung, daß dieser in tempelloser Zeit entstandene Tempel religionsgesetzlich einwandfrei gewesen sei; (S. 78 f.) Aus der Fülle der Einzelheiten seien nur wenige herausgegriffen. Die Erörterungen über die Pluralbildung כנסיות und משדות (S. 9) sind abwegig. Die Feminina auf ית und ות bilden den Plural auf יות. Ebenso משדות von אחיות, משנה (Ez 1652) von אחות, während כנסיות von כנסת Analogiebildung ist. Der Singular כנס״ה ist in der Tat Rückbildung vom Plural. בית הכנסת ist nicht Angleichung an בית המקדש, zeigt vielmehr, daß כנסת nur die versammelte Menschenmenge bedeutet, während cüvcquypj sowohl für diese als auch für das Versammlungshaus gebraucht wird. — S. 14 קהלה ist nicht aus aram. קהלא entwickelt, sondern eine •hybride Bildung, beeinflußt durch Formen wie לןדה, נאלח& u. a. und andererseits durch Formen von ע״ע/ן wie תפלה, מגלה♦ — S. 80 ״ למקדש מעטzum Heiligtum auf kurze Zeit“' ist willkürliche. Ueber- Setzung. — S. 98 מדן ist nicht das gemusterte Volk, sondern die -— erforderliehe, vorgeschriebene — Zahl. — S. 76. Die Bemerkung über den Peßachbrief Darius5 II ist ganz abwegig; der Tempel in Elephantine ist erst 9 Jahre später zerstört worden! — S. 127 f. חזן wird nicht Engel genannt, sondern nur dies Wort aus Kohel 55 auf ihn angewandt. Uebrigens verschließt man sich selbst das Verständnis, wenn man, wie Krauss es tut (S. 128 Anm. 3).מלאך mit Engel wiedergibt statt mit Bote. Die «101<£ןן ixxXyjaiÄv .sind nicht Engel der Kirche, sondern bevollmächtigte Beauftragte der Gemeinde. Das ist auch der Sinn des ־— .שליח ציבור S. 137 ff. archon alti ordinis Archont der Synagoge höheren