Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 4)
- Language
- German
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ist S. לל, Z. 4 der Schluß ונחבטל הויברח איזה יט*ם עד ט«ו ל&יבריר, da die Sitzung tatsächlich auf unbestimmte Zeit vertagt und am Mittwoch, 15. Februar, wieder aufgenommen wurde. Daß die Vertagung nicht schon in der Sitzung auf die kurze Zeit bis zum 15. Februar ausgesprochen worden war, ergibt sich aus dem Umstand, daß die jüdischen Deputierten am 15. Februar zur Sitzung erst geholt werden mußten עד טיו פיבריר ששלח האפיפיור־ בעדנו. Daß hier nicht, wie Baer S. 40 Anm. 1 vorschlägt לפיבריר r* ונתבטל הויכוח ירם עד zu lesen ist, geht eben daraus hervor, daß die jüdischen Deputierten zu dieser Sitzung geholt werden mußten, was gewiß nicht geschehen wäre, wenn es sich nur um die selbstverständliche eintägige Unterbrechung des Sonntags wegen gehandelt hätte. So ist denn der Rest des Bruchstückes, bei V. S. 77* 5 bis 78,14 der Bericht über die siebente Sitzung am Mittwoch, den 15. Februar 1413. Auf diese Weise sind die Angaben bei V. mit den durch das lateinische Protokoll gesicherten Daten am besten in Einklang zu bringen. Daß bei V. der Verlauf der Disputätion in ihren einzelnen Reden und Gegenreden nicht genau wiedergegeben ist, erklärt sich einfach daraus, daß schon der als׳ Vorlage benützte Brief des Bonastruk nicht auf genauer Protokollierung beruht, sondern nach dem Gedächtnis, höchstens noch mit Zuhilfenahme flüchtiger nachträglich iiiedergeschriebener Notizen abgefaßt ist, wozu dann noch die Umarbeitung kommt, die V. mit seinem Stoffe vorgenommen hat. Wie stärk der Bericht Bonastruks von Verga mit eigenen Zitaten gewürzt worden ist, hat Baer ־überzeugend dargetan. Es scheint, daß Don Vidal b. Benveniste, der V. zum Hauptsprecher gemacht hat, mit den zahlreichen ihm zugeschriebenen Reden nichts weiter als eine Erfindung Vergas ist. Sowohl Graetz als auch Loeb haben diesen Don Vidal für historisch gehalten. Statt ,,daß Josef b. Ardut nach Alcaniz und nicht nach Huesca gehört‘׳, wie es bei Baer S. 46 zu lesen ist, muß es heißen ,,nach Huesca und nicht nach Alcaniz“. Dieser Druckfehler hätte am Schlüsse verzeichnet werden können. An Juce Abinarcfuc fl. Abinardut), den Rabbiner in Huesca, ist auch ein bei A. Poznanski in REJ. LXXIV, 168 in französischer Uebersetzung veröffentlichtes Schreiben des Papstes Benedikt XIII. vom 23. Juni '1413 gerichtet. In der Namensliste der Deputierten bei V. möchte ich ■הלגיואה in דזלאואח verbessern. ־ In Kap. III und IV seiner Untersuchungen zeigt Baer, daß V. auch Be‘- richte deutscher Herkunft benutzt hat, desgleichen in einer bisher nicht geahnten Ausgiebigkeit den. Josippon und die Schriften des Is. Abravanel. Was V. in Nr. 1 angeblich einer aragonischen Königschronik entnommen haben will, stammt fast ausschließlich aus Josippon. Zwei Stücke bei V., denen Graetz und Loeb christlichen Ursprung zuerkennen, Nr. 12 und Nr. 32, die Verga aus dem Lateinischen ins Hebräische übersetzt haben will, sind, das eine nachweislich, das andere vermutlich, aus Josippon zusammengeflickt. Wie denn überhaupt sämtliche auf fremdsprachliche Quellen hinweisende Zitate, im Schebet Jehuda nur Irreführungen sind.‘ S. 56 unten ist Baers Uebersetzung der Stelle V. Nr. 64, S. 99, 1 ff. unrichtig. והוא המקום אשר הדורשים שלנו אמרו ברומא שראה זרע עשר אבינו עולה ושוב לא ירד heißt nicht״ ־wo, wie unsere Prediger in Rom sagen, die Nachkommen Esaus unseren Vater auf-, aber nicht, wieder herabsteigen sahen“, sondern ,,wo . . er (sc. Jakob im Träum) die Nachkommen Esaus unseres Vaters auf-, aber nicht wieder herabstejgen sah“. Ich glaube übrigens, daß ורע עשו in שר עשו korrigiert 'werden muß, vgl. Pesikta zu Jer 30ln (ich zitiere nach Jalkut zu Gen 28!2) ואתת אל הירא עבדי יעקב ואל תחת ישר^ מדבר ביעקב דכרדבויחלום והכה סולם אלד שרי או״ה מלמד שהראה הב״ה ליעקב אבינו שרה של בבל עולה *'♦ ♦ ויורד ♦ .. ושל אדום עולה ולא• ידע יבמה באוהד, שעה נתיירא יעקב אבינו אמר תאמר שאין לזה ירידה א״ל •הפיה אל /תחת ישראל Kap. V befaßt sich mit den frei erfundenen Stücken des Schebet Jehuda und mit dem Verfasser dieses Buches, Salomon b. Verga. Weit mehr als Graetz und Loeb für unhistorisch gehalten haben, ist bei V. erdichtet, einzelne Namen und Daten, feierliche Quellenzitate, ganze Erzählungen, namentlich vor! Disputationen. Aber die erfundenen Geschichten: haben alle einen gemeinsamen Charakter, ein־ Thema liegt ällön zü Grunde.' Sie beleuchten die typischen Schicksale der Diaspora-Juden. Unstreitig hat V. neben Erzählungen, die er in schriftlicher Tradition vorfand, in seiner Chronik auch einige Erlebnisse oder ihm von anderen mitgeteilte Zeitereignisse niedergeschrieben, *17 - ־