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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 3 · p. Seite 215

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 3
Article
Der Talmid Chacham
Date
1924-01-01
Page
Seite 215 (sequence 5)
Language
German
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215 gehabt haben, deren kleinster (oder jüngster) Jochanan b. Zakkai war1. Die Gesamtzahl der Schüler Schammais und Hillels war sehr beträchtlich2. Nach Aboth 28 hat R. Jochanan b. Zakkai fünf Schüler gehabt. Dies ist jedoch nicht auf die Gesamtzahl, sondern auf die Vorzugliebsten seiner Schüler zu beziehen. Aus anderen Stellen ergibt sich nämlich, daß R. Jochanan b. Zakkai eine große Anzahl von Schülern hatte3. Von R. Akiba, der einige Jahrzehnte später gewirkt hat, wird erzählt (Jebam 62b), daß er 24 000 Schüler hatte4 5. Es ist wohl noch zu beachten, daß Schulen nicht bloß von namhaften, sondern auch von weniger bekannten und ungenannten Gelehrten unterhalten wurden6. Zur Aufgabe des Lehrers gehörte nicht bloß die Verbreitung der Lehre, sondern auch die Ausbildung des Charakters. Hillel sagte: Sei ein Schüler Arons, friedliebend, friedenstiftend, liebe־ die Menschen und ziehe sie heran zum Gesetze6 (Aboth 112). Später wurden die Schüler auch nach ihren sittlichen Eigenschaften und ihrem ethisehen W e s e n beurteilt. — Wer folgende drei Eigenschaften besitzt, gehört zu den Schülern unseres Urvaters Abraham, wer aber die drei entgegengesetzten Eigenschaften besitzt, gehört zu den Schülern des gottlosen Bileams. Ein gutes Auge, bescheidenes Gemüt und demütiger Sinn kennzeichnen die Schüler Ahrahams; ein böses Auge, hochfahrendes Gemüt und anspruchsvoller Sinn sind den Schülern des gottlosen Bileams eigen7 (das. 522). Natürlich wurde auch großes Gewicht auf die Entwickelung der geistigen Fähigkeiten-gelegt. R. Jirmija sagte im Namen R. Eleazars (Sabb 63a): Zwei Schüler, die sich ihren Geist durch halachische Diskussionen gegenseitig schärfen, werden von Gott durch Glück belohnt, denn es heißt Ps 455: והדרך צלח, lies nicht והדרך, sondern וחדדך. Und dies ist nicht alles, sondern sie erreichen auch hohe Stellung8. — R. Jochanan b. Zakkai (nach anderen Hillel) hat manche Lehrmeinungen in der Absicht geäußert, daß er die Schüler zu scharfsinnigem Denken ansporne9 (Sifre CukkaLh 123). Die Schüler haben dann den Widerspruch zwischen dieser und einer schon von früher bekannten Lehrmeinung: . שמונים תלמידים היו לו להלל הזקן ♦ »> קטן שבכולן רבן יוחנן בן זכאי ג. 2 Es ist hier nicht von den Anhängern der Schule (בית שמאי, ביו* יזלל) die Rede, sondern von den Schülern Schammais und Hillels (s. Ozar Yisrael IV, 155b). Betreffs der namentlichen Nennung einzelner Schüler vgl. Frankel, Hodeg. in Misehnam S. 53, Anm. 8; Weiß, Dor Dor Wed. I, 167—168. 3 Das II-Kön 259 erwähnte בית גדיל wird Thr. r. Proöm. 12 als 'מדרשו של י יוחנן בן זכאי gedeutet. Die Zahl seiner Hörer war so groß, daß er seine Vor-, träge im Freien hielt. אמרו עליו על ר׳ יוחנן בן זכאי שהיה יושב בצלו של היכל ודורש כל היום כולו: Pessach 26a. Vgl. bes. Rascbi s. v. ההיכל. 4 שנים עשר אלף זוגים תלמידים היו לו לר׳ עקיבא מגבת עד אנטיפרס. 5 מרבה ישיבה מרבה חכמה. 6 .הלל אומר הוה מתלמידיו של אהרן אוהב שלום ורודף שלום אוהב את הבריות ומקרבן לתורה *עין טובה ורוח במוכה ונפש שפלה מתלמידיו של אברהם אבינו,’ עין רעה ורוח גבוהה ונפש רחבה ל מתלמידיו של בלעם הרשע. Die Neigung zum Bösen mit Bezugnahme auf die Eigen- Schaft des Schülers vgl. Sifre Haazinu 3 23 תלמידיו של בחש הקדמוני אתם שהטעה את •אדם ואת חוה. Urschlange, böser Trieb verführerischer Geist, Mephistopheles, Lucifer als Synonyme vgl. meine Artikel im- Ozar Yisrael Bd. III, S. 60. Aehnliche Personifikationen von Feinden (politischen und religiösen) des Judentums sind Balak und Bileam. Vgl. Blau, Magyar Zsido Szemle IX, 323. Merkwürdig ist hier der auf Bileam angewandte Satz R. Schescheths הוצפא אפילי כלפי שמיא מהניא Sanhed. 105a. 8 חנלהדדץ זה לזה בהלכה הקברה מצליח להם, שנאמר והדרך צלח, אל תקרי והדרך אלא וחדדך, ולא עוד אלא שעולין לגדולה, שנאמר צלח־ רכב. 9 כדי לחדד את התלמידים.

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