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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 3 · p. Seite 208

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 3
Article
Gott und Pharao
Date
1924-01-01
Page
Seite 208 (sequence 7)
Language
German
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20S und nachher hat er euch bis in diese Gegend gebracht und euch -Sihon und Og schlagen und ihr Land erobern lassen. So haltet denn (jetzt; nach diesen neuen Groß- und Wohltaten Gottes) die Worte dieses Bundes. Oder Jes 69. Höret nur immer, aber habet keine Einsicht, sehet nur immer und erkennet nicht! (Auge, Ohr, Einsicht!) Verstocke (השמן, nicht ,,verstockt ist“!) das Herz dieses Volkes, mache schwer seine Ohren und blende seine Augen, damit es nicht sehe mit seinen Augen und höre mit seinen Ohren und sein Herz erkenne und umkehre .und Heilung finde. Also für: ich sage dir gleich, deine Reden werden auf ein Volk mit höchst verstocktem Herzen, blinden Augen und tauben Ohren stoßen und, mögen sie noch so gewaltig sein, lange wirkungslos bleiben — heißt es geradezu, als wenn der Prophet selbst sie mit seinen Reden verstockte: verfette ihre Herzen, mache taub ihre Ohren und verklebe ihre Augen sage ihnen: o was seid ihr doch blind, taub und verstockt! Denn wie solltet ihr sonst nicht sehen, hören, erkennen und umkehren? Solche bitter ironischen Imperative wie השמן, הש5, הכבד sind eine besonders energische Form des Tadels, indem sie scheinbar auffordern, im Bösen fortzufahren und darin bestärken und verstocken, als wenn eine Abmähnung ja doch vergeblich wäre —־ mit der geheimen Hoffnung, daß eine solche Ermunterung in diesem Munde vielleicht doch stutzig machen werde; 'vgl. z. B. Am 44. Sie sind psychologisch derselben Herkunft.wie der Judikativ■: ,,Gott verhärtete das Herz", der doch noch nicht zum äußersten greift und immerhin einen Weg zur Umkehr freiläßt. Es‘ ist nicht zu bezweifeln, daß wie dem Dt. der Exodus, so dem Jesaja beide vorschwebten. (Eine Erinnerung an die zehn Plagen liegt vielleicht auch in dem Zehntel als dem heiligen Rest nach allen Strafgerichten v. 131). *ssass^ Die beiden soeben besprochenen Stellen geben uns auch einen Fingerzeig, wann solche Redeweise für angebracht gehalten wird. Die abkürzende Uebersetzung des psychologisch Vermittelten in das ,unmittelbar dynamisch Gewirkte ist unleugbar eine Vergröberung. Aber das soll sie auch sein. Es ist die Sprache des Affektes, des Unwillens und Zornes, die nach einer drastischen Ausdrucksw e i s e greifen z. B. Nu 1614 העיני האנשים ההם תנקי, willst du.diesen Männern (=' Leuten wie uns) die Augen aushacken? glaubst du uns etwas vorspiegeln zu können? Oder Ex 238, Dt 1619 die Re^ stechung blendet die Augen der Weisen. Daher ist es die Sprache des erzürnten Erziehers und Propheten und grade der angeblich halbheidnische Ausdruck: ,,ich, Gott, werde• sein Herz verstocken" istso israelitisch-prophetisch 'wie kein anderer in unserer Erzählung. 1 S. noch Jes 323, Jer521, Ez 404, 445. Die Zusammenstellung: Auge, Ohr״ Herz (oder Gefühl) als das, was den Menschen zu einem vernünftigen und . verantwortlichen Wesen macht, ist dann auch im Koran häufig und wie forme!- haft 2ß, 625‘45 , 71785 t ^80"110י t 224• י^47”38לg, 2380, 328, 414, 45225 4625 (hier ganz wie• Dt), 5036 — bisweilen auch nur Ohr und Herz. Das Ohr wird ״beschwert“, das Herz versiegelt oder mit einer Hülle bedeckt, jedoch tauschen die Ausdrücke miteinander —, das Herz ist hart /

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