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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 3 · p. Seite 206

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 3
Article
Gott und Pharao
Date
1924-01-01
Page
Seite 206 (sequence 5)
Language
German
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׳ יי־. " י;■-■ 206 und damit zu bedenken geben; möglich. Mit diesen belagert er den Menschen, er kann Himmel und Erde gegen ihn auf bieten und hat zuletzt einen Pfeil in seinem Köcher, der allem Widerstand ein Ende macht, den Tod, aber sich zu ergeben, überläßt er immer der frei־ willigen Erklärung des Menschen. Dies ist der Sinn der Bestürmung Pharaos durch Plagen, die ihn dahin bringen sollen, Gott anzuerkennen, die aber diesen Zweck nicht erreichen, daher schließlich nichts anderes als sein Tod übrig bleibt. Demnach ist gerade die Herzenshärte Pharaos ein Beweis seines freien Willens, an der sogar die göttliche Macht einen Widerstand findet, den sie nur mit dem Tode brechen kann. Kann also 'Ö ויחזק לב nur heißen: Pharaos Herz blieb hart, sodaß die Absicht Gottes, ihn zum Bekenntnis zu bringen nicht erreicht wurde, und nicht etwa: es wurde hart, da es ja niemals weich gewesen war, so kann aus demselben Grunde auch ויחזק nicht heißen': Gott mach t e es hart (oder härter), sondern nur: er b e i i e ß es in seiner Härte1. In welcher Beziehung steht denn nun aber die Plage zu diesem Belassen und wie kann es durch ein kausatives Verbum aus gedrückt werden? - Daß jemandem dasjenige als von ihm selbst getan zugeschriebeir wird, was er einen andern zu tun auffordert, ist eine gewöhnliche sprachliche Erscheinung. I S 165 sagt Samuel התקדשו und gleich darauf: ויקדש את גר. Ex 3235 das Kalb, das das Volk gemacht hatte, (d. h.) das Ähron gemacht hatte. Gen 3922 alles was die Gefangenen taten, tat (eigentlich d. h. das hatte anzuordnen) Joseph. Caesar pontem fecit. ' Weiterhin kann jemand auch als unmittelbarer Täter bezeichnet werden, wenn er nur der fahrlässige Urheber ist. Gen 454 f. Und Joseph sprach: ich bin Joseph, euer Bruder, den ihr nach Aegypten verkauft habt — obgleich sie es nur durch Fahrlässigkeit verschuldet hatten, daß ihn die Midjaniter verkauft hatten. 4238 wenn ihm durch Fahrlässigkeit ein.Unfall zustößt, so bringt ihr mein graues Haupt mit Kummer in die Gruft. Eine sittlich tiefstehende materialistische .Rechtsauffassung, die man Götzendienst im Recht nennen könnte, hat eigentlich nur vor der Erfolghaftung Furcht. Darum spricht die sittlichere Auffassung der Schuldhaftung ihre drastische Sprache, indem sie erklärt: causa causae est causa efficiens. Eine fernere Ausdehnung des Begriffes der eigenen Tätigkeit ist es, wenn icli ein anderes Subjekt als tätig bezeichne, weil ich mich von ihm entsprechend anregen lasse, z. B. die Himmel erzählen die Ehre Gottes wenn ich die Himmel ansehe, erzähle;ich die Ehre Gottes, wie sie mir an ihnen zum Bewußtsein kommt. Hierauf beruht zu einem Teil die poetische Sprache der Beseelung, Umgekehrt kann mir als meine direkte Handlung, weil von mir mittelbar gewirkt, die Art und Weise zugeschrieben werden, in der der andere auf meine Handlung und Absicht reagierte oder versagt. Reagierte er nicht in der von mir beabsichtigten Weise, so war meine;Einwirkung nicht stark genug, um. die gewollte Reaktion hervorzu- 1 Man vergleiche auch die Belehrung Goldzihers, Vorlesungen über den islam 1910 p. 92 ff. über den obigen Ausspruch Muhameds.

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