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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 2 · p. Seite 168

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1924-01-01
Page
Seite 168 (sequence 5)
Language
German
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168 von nur m ö g 1 i c h e n Methoden, die eventuell in Syrien oder sonst im Auslande gebräuchlich waren. Auch unter .2372 *כלבד polemisiert B. J. mit mir (Lehnw. 288). Ich habe seitdem meine Ansicht zum Teile geändert (s. 1,100 : זיהיר). Da das Wort כלי־נרם yaXivoc; (vgl. lat. frenum und oreae und s. Rieh 428) unzweifelhaft vorkommt ( Jelamdenu bei *Arukh s. v. פקס) und unzweifelhaft die Trense für Reit- und Zugtiere bedeutet, so ist davon auszugehen und festzuhalten, daß, nach derselben Stelle, dasselbe Werkzeug auch in :den Mund eines Menschen gelegt wird, um ihn zum Sprechen zu zwingen. Der Vorgang bei der ם וטדי (b. Sota 19b) erklärt sich nun von selbst, und sonach ist auch dort (statt כלינום (כלבלם zu lesen. Aus den Parallelstellen, in bezug auf Bileam und auf die Sota, lernen wir, daß dasselbe Ding auch צכת und מסמר heiße: Zange und Nagel. Für die anderen Stellen mit כלבים, besonders TKelim bin III, 11, wo dieses 'פ ein Werkzeug der Haarscherer, der Aerzte und der Glasformer ist, habe ich vorläufig keine zutreffende Erklärung1 2, allein die Bedeutung Zange (oder Nagel, vgl. j. Sanh. 28a) reicht auch hier aus, und somit ist es möglich, daß auch hier vaXtvoc gemeint ist, nur habe ich das Bedenken, daß dieses Gerät im Griechischen nur den Maulzaum des Tieres bedeutet. B. J. will all diesen Schwierigkeiten so aus dem Wege gehen, daß er »כלבד* für die richtige LA hält ־־= Hündin, und dies sei metonymisch ־= Klammer, Zange. Ich kann weder seine LA noch seine Metonymie anerkennen; beide liegen zu fern. _ז Eine andere Wurzel כלב bedeutet bekanntlich eine Art Naht (B. J. 2372־)*. Ich glaube, daß diese primitive Naht, mit Dorn, Pfriemen oder Nagel ausgeführt, etwas war, was wir füglich auch Verflechten nennen könnten und fast ein Netzwerk abgab. Davon erklärt sich ohne weiteres bh. und neuh.;בלוג, das in Arnos 82״ג e*n geflochtener Korb, sonst aber ein Vogelkäfig ist, letzteres eigentlich auch nur ein Korb, der aus Zusammengefügten Stangen besteht. Derselben Art ist auch כליבה של חייטין (T Kelim bm 9!, bei B. J. 2392) doch nicht so, wie B. J. meint, ein Kasten mit Fächern, in welchen der Schneider seine Geräte gibt, sondern ein plattes Flechtwerk aus Zweigen, das dem Schneider dazu dient, die von ihm verfertigten Gewänder auszubreiten, etwa zum Verkaufe, denn nach antiker Sitte war der Handwerker zugleich der Verschleißer seiner Ware. Vgl. in Tos., gleich daneben עדיפה של,בנית ein Ruhebett für Mädchen, בבלי ein Sopha, auf dem man Geräte (Gewänder) verkauft usw. Ganz in derselben Art wird כליבה die Bahre, auf der man Tote hinaustragt3 4, mit סלים Körben, מטה, Sopha und דרגש Schemel zusammengestellt; s. B. J, in demselben Artikel. . Dagegen ist noch ein drittes כלובין da (B. J. 2381 aus Pesikta RK p. 22b: sie mähmen eiserne Aexte und zerschlugen den Palast des Königs), das mit כלפות Ps. 74ö Zusammenhängen mag*. Das Targum von קרדום ist .כולבא 2394 כליבה ist nach dem Obigen zu tilgen; lies כליבה mit Beth. כלכלה Korb 2400, dessen Etymologie nach B. J. nicht feststeht, möchte ich zu ,כלי stellen. Dieses ist von כול oder כיל messen (wovon aram. ,מכילתא מכילא) abzuleiten; vgl. דולחלרי Zittern von צפצפה;חייל Ezech. 175 Weide (wie ich glaube: von סיב ציף Bast); שרשרת vgl. neuhebr. שיר Kette. 2418 כמוש. Es verdiente, bemerkt zu werden, daß die Punktation dieses Wortes dieselbe ist wie von יהלה (bis auf den letzten Vokal). 2448 כנסה möchte ich bezweifeln; lies כנסה. Auch d,er Sinn ist nicht gerade Gemeinde, sondern etwa Kollektionen. Doch gibt es in demselben Artikel Stellen, wo 'כ Synagoge ist. Ueber כנסיה und כנסת s. jetzt mein Synagogale Altertümer S. 9. Nicht zu verstehen ist es, daß B. J. den Satz מפטיר כנסיות אני aus רנמ״ח zu Hullin 51a anführt; er steht doch daselbst im Talmud selbst! 1 In Lehnw. a. O. hatte ich es mit clavus ־= Nagel, Pflock erklärt. Nach I. Löw ib. Zange. Allein der Ableitung Löws aus dem Semitischen kann ich nicht zusprechen, denn כלבום zeigt entschieden griechische Endung. 2 S. meine Bemerkung in MGWJ 67, 188. 3 Vgl. Feretrum bei Rieh; auch Talm. Arch. II, 59. 4 Ich habe das hernach in Bubers Note z. St. gefunden.

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