Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Mitteilungen zur Geschichte und Literatur aus der Geniza
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 4)
- Language
- German
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153 wie R. Abraham* der Verfasser des אשכול (II, 64) ידדה שחרית אחרי מות. עד ,סוף פיסקא ולמפטיר בפנחס ובעשור לחודש ומפטירין בישעיה ואמר סולו סולו —■;ומפטירין ועלו מושי' .בהר ציון ונבואת.נביא כולה ומי אל כמוך; ferner Zedekia ben Abraham שבלי הלקט, ed. Buber p. 297), der folgende Notiz.hat: ובתפלת המנחה .. בין קה״ת להפטרה ומפטירין בנבואת יונה בתרי עשר ומתחילה ועלו מושיעין בסוף נבואת עובדיה וסיים מי אל כמוך מסוף נבואת מיכה דקיי״ל בנביא של ש״ע מדלגין מנביא לנביא. Tur Orah Hajjim kodifiziert (§622 ־) nur Jona mit. den Versen aus Micha. Wir haben also drei Gebräuche: 1. Das Buch Jona allein, 2. mit einem Zusatz aus Micha, und 3. mit einer Einleitung aus Obadja. Das Fragment ist von allen dreien verschieden, lehrt uns aber den Entwicklungsprozeß der Haftara verstehen. Die talmudischen Quellen kennen׳ nur Jona als die Nachmittagshaftarah. Ursprünglich wurde wahrscheinlich nur ein Kapitel gelesen, da solch lange Haftaras gewiß gar nicht üblich waren1. Mit Targum und eventuell Paraphrase mußten sie zuviel Zeit beanspruchen. Man denke nur an die hellenistischen Predigten über Jona, über deren Fragmente Jacob Freudenthal (die Flavius Josephus beigelegte Schrift über die Herrschaft der Vernunft, Breslau 1869, p. 11) Näheres mitteilt. Daher wurden die ersten zwei Kapitel vor der Vorlesung aus der Thora gelesen, wie noch heute das Hohe Lied und Koheleth in traditionellen Synagogen gelesen werden an den entsprechenden Tagen. Nach der Thoravorlesung wurde c. 3 seq. als Haftara gelesen. In diesem Falle ist die Einschaltung von Micha sehr berechtigt und sogar am Platze. Dagegen hat sich eine Strömung geltend gemacht, die das ganze Buch Jona als Haftara lesen wollte, so hat man als Einleitung den letzten Satz des Propheten Obadja vorangeschickt. Später war der Brauch einer Zweiteilung in Vergessenheit geraten. So hat man die Einleitung beseitigt und sonderbarer Weise den Schlußsatz behalten. Interessant und wichtig ist auch die Geschichte der Prophetenlektion für das Mussaphgebet. Als Haftara für diese Gelegenheit kennt der Talmud die Stelle כה אמר ה׳ in Jesaja, also 57ls f.5 Frgt. liest dann v. 14. Die gaonäischen Schriften, die oben angeführt sind, beginnen alle mit v. 14. Die Codificatoren sind auch hier geteilter Ansicht. Mahzor Vitry (p. 392׳) fängt v. 14 an und laßt den Maftir bis להחיות לוח שפלים (v. 15) sagen, was ganz und gar unverständlich erscheint, denn der Verfasser selbst verweist ja auf c. 586. Seder Rashi hat (p. 225) denselben Anfang, und schließt כי פי יי לבל, d. i. 5814, so ist auch M. V. zu ergänzen. Zedekia ben Abraham (ed. Buber p. 297) gibt dieselbe Haftara. Hingegen fangen an mit בל» אמר לס ונשא Alfasi (§ 1099), Isaak ihn Gayath (.שעלי שמחד p. j02), Jacob, ben Ascher (Tur O. H. § 621) und andere. Wie ist die Verschiedenheit des Brauches 1 Mit Recht sagt Büchler (J QR VI, 25): In respect tothe Day of Atone - ment we have yet to add that the •סנחד portion of this festival is not referred to in any of the Palastinian Halachic writings. The Statement as to this Minchah Haftara found in theBorajta, already quoted is of Babylonian originin, as many others are. — It is hardly possible that the whole four chapters were reeited as Haftara in the third Century, when the prophetic portions were the reverse of extensive.