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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 2 · p. Seite 125

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 2
Article
Gott und Pharao
Date
1924-01-01
Page
Seite 125 (sequence 8)
Language
German
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125 und. psychologisch begreiflich zu machen, z. B. Oe hl er 258 *)־): den höchsten Grad der Sünde bezeichnet das A. T. durch V e r - stoc k u n g oder Verhärtung des Herzens. Diese ist ein Zu״ stand, in welchem der Mensch durch fortwährendes Hegen der Sünde die Widerstandsfähigkeit gegen dieselbe verloren hat und nun dazu gesetzt ist, daß Gott sich an ihm nur noch durch Strafgericht verherrlichen kann. Denn das ist Gottes Ordnung, daß wie die Kraft zum Guten in ihrer Ausübung, wächst, so auch die Sünde durch fortgesetztes Sündigen sich straft. Die Verstockung ist so beides, göttliche Tat und zugleich eigene Tat des 1Subjekts, wie denn beiderlei Ausdrücke wechseln. Oder R i e 11m (279) : Noch bestimmter wird das Böse auf Gottes Ursächlichkeit zurückgeführt, sofern es in Gottes Gerichtsordnung begründet ist, daß das Böse, für welches sich der Mensch entscheidet, über seinen Willen eine knechtende und über seine Erkenntnis eine verblendende und betörende Macht ausübt, indem eine Sünde die andere nach sich zieht und mit jeder neuen Sünde die Verderbnis des Herzens und seine Unempfänglichkeit für das Gute sich steigert. Dieses Gericht gipfelt in der von Gott verhängten Verstockung oder Verhärtung des Herzens, durch welche der Mensch für das Wort Gottes ganz unempfänglich und ihm die Bekehrung unmöglich wird. Aber auch diese Bestrafung der Sünde durch Sünde vollzieht sich nicht ohne fortgehende Beteiligung der freien Selbstentscheidung der Menschen für das Böse und die von Gott verhängte Verstockung ist darum immer zugleich Selbst- Verstockung des Menschen. Oder D i 11 m a״n n (zu 42! und altt. Th. 302 f.): In der Tat muß nach biblischer Lehre wie alles was geschieht, so auch die Steigerung der Bosheit des Menschen bis zur Verhärtung der göttlichen Ursächlichkeit zugeschrieben werden, nicht bloß insofern sie die Umstände und Anlässe herbeiführt, an welchen die innewohnende Sünde sich weiter entwickeln kann, sondern auch, weil es in der ewigen Gottesordnung begründet ist, daß der Mensch, wenn er trotz aller Warnungen seine sittliche Freiheit eine Zeit lang zum Widerstreben gegen die erkannte Wahrheit benutzt hat, in dieser Richtung immer weiter getrieben und die Kraft seines Ge- Wissens und Willens zum Guten immer stumpferund endlich vernichtet wird. Und da weiter alles, was geschieht, in dem göttlichen Weltplan begründet sein muß, so wird auch solche Verstockung mit ihren Folgen als in diesem Plane vorgesehen und vorausbestimmt anerkannt werden müssen. Erinnern diese, durch das Bestreben ein einheitliches System darzustellen erklärlichen, apologetischen Bemühungen noch vielfach an die jüdischen Erklärer, so werden sie von Späteren völlig aufgegeben, indem man den Anstoß einfach konstatiert und die widersprechenden Aussagen auf die verschiedenen Autoren verteilt. Ba ent sch zu 10x: Zwei Betrachtungsweisen, die geschichtliche und die theologisch-dogmatische, liegen hier mit einander im Streit, ohne daß ein Versuch gemacht wäire, sie mit einander auszugleichen. Holzinger zu 73: Die Ereignisse werden (in P) unter Ausschluß natürlicher Motive geschichtlicher Handlung von Gott selbst ge״ wirkt. Zu ^21: die Absicht Gottes, Pharaos Hetz zu verhärten, entrückt die Ereignisse der menschlichen und natürlichen Verursachung,

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